Winnenden

Nachbar-Beschwerde kann Kita Körnle II verzögern

Nachbar-Beschwerde kann Kita verzögern_0
So soll die geplante Kita aussehen. © Architekturbüro Rommel

Winnenden. Es klemmt bei der dringend benötigten Kita Körnle II. Die Baugenehmigung liegt jetzt im Regierungspräsidium zur Prüfung. Nachbarn haben sich beschwert, weil der Neubau seine Schatten auf ihr Grundstück werfen wird.

Ein neben dem Kitagelände wohnendes Ehepaar hat sich bei der Stadt beschwert über die Baupläne und darum gebeten, das Gebäude kürzer zu bauen oder vielleicht L-förmig, so dass ihr Grundstück weniger beeinträchtigt wäre. Diese Woche im Verwaltungsausschuss fragten Stadträte nach und wurden konkreter: Ihnen liegt sehr an der neuen Kita, weil der Bedarf an Kinderbetreuung im Schelmenholz groß ist und laut Prognosen in den nächsten Jahren zunimmt.

Regierungspräsidium braucht Zeit für die Prüfung

„Das Verfahren geht ans Regierungspräsidium“, berichtete Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, „das Regierungspräsidium ist unsere Rechtsaufsicht. Es entscheidet an der Stelle von uns.“ Jeder, der einen Bebauungsplan oder eine Baugenehmigung plant, braucht Zeit, auch ein Regierungspräsidium. Deshalb kann sich allein durch die Prüfung der Bau verzögern: „Es ist auf Kante genäht“, meinte OB Holzwarth. Es kann zeitlich noch im Rahmen bleiben, muss aber nicht. Ganz schwierig könnte es werden, wenn das Regierungspräsidium die Baugenehmigung und den Bebauungsplan verwürfe.

In der Sitzung blieb Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth allerdings betont sachlich: Es sei jedermanns gutes Recht, solche Baugenehmigungen prüfen zu lassen.

Die Gemeinderäte hatten letzte Woche Aufträge an Handwerker vergeben. Richard Fischer fragte: „Wenn sich der Bau verzögert – wie lange sind die Baufirmen dann an die Preise und Aufträge gebunden?“ An die Aufträge sind sie offenbar länger gebunden. Die Frage wird nur sein, ob sie später noch Kapazitäten frei haben. Und die andere Frage: Was ist, wenn die Baupreise weiter stark nach oben ziehen? Gilt dann noch das alte Angebot?

Geplant ist ein zweistöckiges Kinderhaus im Schelmenholz. Je nach Konzept wird der Neubau Platz für bis zu 50 Kinder bieten. Zunächst ist eine Ganztagsbetreuung für 20 Kinder über drei Jahre und zwei Kleinkindgruppen à zehn Kinder geplant.

Für den Baubeginn Anfang Mai ist alles vorbereitet

Baumamtsleiter Klaus Hägele hielt sich diese Woche in der Sitzung des Verwaltungsausschusses sehr zurück mit Einschätzungen. Das Verfahren ist offen. Er kann allerdings keine Verstöße gegen das Baurecht erkennen in dem vorliegenden Plan, und nach seiner Einschätzung sind alle gesetzlichen Mindestabstände zu den Nachbarn eingehalten.

Obwohl noch keine Baugenehmigung vorliegt, haben Hägele und die Gemeinderäte Bauaufträge an Firmen vegeben, weil ein großer Bedarf an Betreuungsplätzen vorliegt. Die Zahl der Kinder im Kindergartenalter ist im Schelmenholz von 135 auf 168 sprunghaft angestiegen. In einer Prognose geht die Stadtverwaltung von einem Bedarf von 190 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren im Jahr 2020 aus, wenn die neue Kita fertig werden soll. Hägele hofft weiterhin auf einen Baubeginn am Anfang Mai 2019.


Dringender Bedarf

Wie dringend der Bedarf an einem weiteren Kinderhaus im Schelmenholz ist, sieht man im Kindergartenbedarfsplan der Stadt.

Zurzeit stehen im Schelmenholz 154 Kindergartenplätze plus 44 Kleinkindplätze zur Verfügung.

Die Stadt will die alte Kita Körnle I entgegen früherer Pläne erhalten und eine neue Kita Körnle II bauen. Damit käme sie auf 184 Kindergartenplätze und 54 Kleinkindplätze, die den Bedarf fast abdecken würden.