Winnenden

Nachbar-Beschwerde: Kita-Bau verzögert sich

Nachbar-Beschwerde kann Kita verzögern_0
So soll die geplante Kita aussehen. © Architekturbüro Rommel

Winnenden. Seit Dienstag dieser Woche ist klar: Der Bau der dringend benötigten Kita Körnle II verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr.

Ursache der Verzögerung ist die Beschwerde zweier Anwohner gegen die Maße des geplanten Neubaus und gegen die Nähe des Baus zu ihrem Garten und ihrem Haus. Diese Beschwerde hat zur Folge, dass die Stadt sich nicht mehr selbst die Baugenehmigung für ihre Kita ausstellen soll, sondern dass das Regierungspräsidium als übergeordnete Behörde entscheidet. Am Dienstag in der Gemeinderatssitzung kam nach einer Frage von CDU-Stadtrat Thomas Traub heraus, dass das Regierungspräsidium dafür drei bis fünf Monate braucht, und Bauamtsleiter Klaus Hägele gab nach weiteren Nachfragen Traubs bekannt, dass er vorsichtshalber den Baubeginn für die Kita von April auf September verschoben hat.

Dass dann der Bau beginnt, ist wahrscheinlich. Die Stadt rechnet weiterhin damit, dass das Regierungspräsidium die Genehmigung erteilt. Sollten die Nachbarn dann gegen die Baugenehmigung klagen, hätte die Klage keine aufschiebende Wirkung, so OB Holzwarth. Der Gang zum Gericht könnte die Bagger nicht aufhalten.

Mohr: Kein Recht auf unbebautes Nachbargrundstück

Vom Gemeinderat wurde diese Nachricht mit Bedauern aufgenommen. Alle wissen, wie dringend die Kita gebraucht würde. Dass Nachbarn ihre Einwände nur dadurch prüfen lassen können, dass sie den Bau verzögern, bedauerte FWV-Stadtrat Markus Siegloch, der von Nachbarn weiß, dass sie nichts gegen eine Kita an sich haben, sondern nur gegen die Nähe der Kita zu ihrem Haus vorgehen. Siegloch und FDP-Stadträtin Nicole Steiger möchten, dass die Stadtverwaltung solche Situationen durch Gespräche im Vorfeld entschärft.

Solche Gespräche hätten schon lange stattgefunden, erklärte OB Holzwarth, aber die Stadt wolle ihre Pläne nicht so verändern, wie es die Nachbarn möchten. „Die Stadt darf sich net schlechter stellen als andere Bauherren, bloß weil se alle g’falle will“, sagte OB Holzwarth. Ali-Stadtrat Christoph Mohr: „Es gibt kein Recht auf ein unbebautes Nachbargrundstück.“