Winnenden

Neue Corona-Regeln beim Einkauf in Winnenden: „Haben Sie eine FFP2-Maske dabei?“

FFP 2 Masken Pflicht
Manuela Halder von Osiander scannt den Impfnachweis ab – und trägt, wie ihre Kundinnen und Kunden, eine FFP2-Maske. © Alexandra Palmizi

Am Mittwoch sind in Baden-Württemberg mal wieder verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Die „Alarmstufe 2“ wurde (jetzt doch unabhängig von der Lage in den Krankenhäusern) bis Anfang Februar verlängert. Argumentiert wird mit der hochansteckenden Omikron-Variante. Außerdem hat die Landesregierung eine marginale Ausweitung der von Winnender Wirten scharf kritisierten Sperrstundenregel für die Gastronomie beschlossen. Die dritte Neuerung, die wirklich so gut wie alle Menschen trift, lautet: In Innenräumen ist ab sofort das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht. Nach der Ära der selbst genähten Stoffmasken zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 endet jetzt also die Ära der medizinischen OP-Masken, denen die Politik im Kampf gegen die Omikron-Variante offenbar keine ausreichende Schutzwirkung mehr zuschreibt.

Die FFP2-Maske kostet dreimal so viel wie die einfache medizinische Maske

Tatsächlich kommen Studien zum Ergebnis, dass die FFP2-Masken noch besser gegen Infektionen schützen als eine einfache OP-Maske. Sie sind aber auch entsprechend teurer: In der Apotheke am Torturm zum Beispiel kostet eine einzelne FFP2-Maske 1,50 Euro und damit dreimal so viel wie eine einfache OP-Maske für 50 Cent. Dass die Preise fallen, ist nicht abzusehen, im Gegenteil, im Einkauf seien die Masken jüngst teurer geworden, wegen gestiegener Frachtkosten, ist zu erfahren.

Immerhin: Ein Mangel besteht nicht, und der große Ansturm ist bislang ausgeblieben, wie Apotheker Niclas Kahlke am Schalter mitteilt: „Es ist nicht wie bei den Impfpässen, als sich lange Schlangen gebildet haben. Und wir haben noch genügend Masken da.“

Nebenan im Osiander hat Buchhändlerin Manuela Halder alle Hände voll zu tun: Sie gibt Roman-Tipps, bestellt Bücher und kontrolliert Impfpässe – jetzt soll sie auch noch darauf achten, dass ihre Kundinnen und Kunden die richtige Maske tragen. Sie selbst trägt ebenfalls FFP2, müsste das aber wohl nicht tun – am Arbeitsplatz sind auch die medizinischen Masken noch erlaubt, unter denen es sich doch deutlich besser atmen lässt. „Die neue Regel ist noch nicht bei allen angekommen“, sagt Manuela Halder, allerdings gelte sie ja erst seit Mittwoch.

Kundin Jasmin Häuser jedenfalls weiß schon Bescheid. Sie stöbert nach einem Kalender und trägt eine FFP2-Maske in Giftgrün. Am Mittwoch habe sie wie üblich mit ihrer medizinischen Maske ein Café betreten und sei dort von der Kellnerin auf die neue Regel aufmerksam gemacht worden, berichtet sie. In der Apotheke habe es dann nur noch die etwas gewöhnungsbedürftige Farbe zur Auswahl gegeben.

Die OP-Maske ist angenehmer, unter der FFP2-Maske fällt das Atmen schwer

Glücklich mit ihrem knallpinkfarbenen FFP2-Modell scheint hingegen die Verkäuferin in der Parfümerie Schuback zu sein, sie ist jedenfalls gut gelaunt, trotz strenger Corona-Regeln. Eben tritt eine Kundin ein, den Impfnachweis bereits gezückt, allerdings mit einer einfachen OP-Maske über Mund und Nase. Die Verkäuferin fragt freundlich: „Haben Sie auch eine FFP2-Maske dabei?“ Die Frau schrickt zusammen.

Ja, Entschuldigung, die habe sie dabei, trage sie nur äußerst ungern, wegen ihres Asthmas – sie bekomme so schlecht Luft darunter. Ein Attest wolle sie sich aber nicht holen, um Diskussionen (und wohl falsche Verdächtigungen) zu vermeiden. „Ich zieh' sie natürlich sofort auf“, sagt die Kundin und zaubert die FFP2-Maske aus der Hosentasche. Beim Metzger habe sie sie bereits im Einsatz gehabt, im Freien auf dem Wochenmarkt dann gegen das dünnere Modell getauscht und jetzt schlichtweg vergessen.

Der Ton ist freundlich: Keine Maßregelung der Kunden

Was in allen Geschäften zu hören ist: Die meisten Kunden wissen noch nicht über die neue Regel Bescheid oder haben sie vergessen. Viele tragen aber ohnehin längst eine FFP2-Maske, des besseren Schutzes wegen. Was nirgends geschieht: Dass Kunden mit medizinischer Maske gemaßregelt werden, weil sie sich nicht an die neue Vorgabe halten. Es ist ja nicht einfach, den Überblick zu behalten.

Am Mittwoch sind in Baden-Württemberg mal wieder verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Die „Alarmstufe 2“ wurde (jetzt doch unabhängig von der Lage in den Krankenhäusern) bis Anfang Februar verlängert. Argumentiert wird mit der hochansteckenden Omikron-Variante. Außerdem hat die Landesregierung eine marginale Ausweitung der von Winnender Wirten scharf kritisierten Sperrstundenregel für die Gastronomie beschlossen. Die dritte Neuerung, die wirklich so gut wie alle Menschen trift,

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