Winnenden

Neue Pläne für den Holzmarkt

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Rainer und Catharina Class halten mit OB Holzwarth das Bebauungskonzept für den Holzmarkt: Unten links ein Sportgeschäft, daneben weitere Läden. In der Mitte Büros oder Praxen, oben Wohnungen. © Class Immobilien
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Der Holzmarkt, den viele nur als „Parkplatz beim Kino“ oder als Abkürzung zur Ringstraße kennen.
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So soll die Bebauung aussehen.
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Der Bebauungsplan.

Winnenden.
Wo der Holzmarkt ist, wissen selbst viele Winnender nicht. Dabei ist er einer der zentralen Plätze der Stadt. Noch vor 100 Jahren wurde hier mit Holz gehandelt. Seitdem ist das Areal zwischen Markt- und Wallstraße auf einen Parkplatz reduziert. Rainer Class und ein Investor aus Winnenden, dessen Name noch nicht in die Zeitung soll, sind sich nun mit der Stadt einig geworden: 40 Parkplätze weichen einem Sportgeschäft, Büro- und Praxisräumen und 26 Wohnungen.

Der Parkplatz, teils asphaltiert, teils geschottert, und die schönen Platanen sind den Winnendern durchaus ein Begriff. Ungeduldige umgehen die Ampel an der Wallstraße und kürzen zur Ringstraße ab. Besucher des Gasthauses „Traube“, des Olympia-Kinos oder von Katis Bistro stellen hier ihr Auto ab. Noch. Wenn alles gut läuft, könnte Ende nächsten Jahres der Bau beginnen und binnen zwei Jahren fertig sein.

Rainer Class ist in Winnenden aufgewachsen

„Ich bin mitten in Winnenden aufgewachsen, wo heute das Rathaus steht, stand die Bäckerei Class. Ich habe am Diebsturm und am Holzmarkt Räuber und Gendarm gespielt“, sagt Rainer Class. Jetzt schickt er sich als Bauträger mit 25 Jahren Erfahrung an, die zentrale Brache im großen Stil neu zu gestalten. 15 Millionen Euro investiert ein anderer Winnender über Class-Conceptbau in dieses Areal. „Die Verhandlungen mit Sportfachgeschäften laufen noch“, sagt Rainer Class.

Insgesamt 1300 Quadratmeter Fläche

800 bis 900 Quadratmeter wird er ihm im Erdgeschoss anbieten können. Es bietet mit insgesamt 1300 Quadratmetern Gesamtfläche noch Platz für zwei weitere Läden. „Interessenten können sich gern melden, wir wollen einen guten Produktmix, damit das Gebäude funktioniert.“

Class sieht, wie Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth auch, die Geschäfte und vor allem den Sportartikelladen als wichtigen Kundenmagneten für die Innenstadt, vor allem die untere Marktstraße, an. Sie wünschen sich durch die Ansiedlung eine ähnlich belebende Wirkung der Innenstadt wie an der oberen Marktstraße durch das Markthaus.

Stadt obliegt die Neugestaltung des Platzes mit Aufenthaltsqualität

Etwa die Hälfte des 2000 Quadratmeter großen Areals gehören schon lange der Stadt. „Doch ohne die zwei weiteren Eigentümer, die nicht an uns verkaufen wollten, konnten wir nichts machen, unser Grundstück ist doof geschnitten“, erläutert OB Holzwarth.

Nun, da Class und der Investor mit den Eigentümern einig geworden seien, sei die Aufgabe der Stadt, einen passenden Bebauungsplan aufzustellen und sich parallel um die Neugestaltung des öffentlichen Platzes zu kümmern: „Von hier aus müssen die Läden beliefert werden, es soll oberirdische Parkplätze geben, aber auch eine Begrünung und eine Außenbewirtschaftung fürs Träuble“, sagt Holzwarth, „eine clevere Lösung ist gefragt.“

Die Architekten von damals sind nicht mehr im Boot

Die Aufenthaltsqualität für den Holzmarkt war ein in Bürgerworkshops erarbeitetes Ziel, das auch in den Siegerentwurf für die städtebauliche Neugestaltung der ehemaligen B 14 eingeflossen war. Die beiden damals siegreichen Architekten arbeiten indes längst nicht mehr mit der Stadt zusammen. Sie seien für ihre Leistungen ausbezahlt worden, so Holzwarth.


Hirschgasse: Weg zur Marktstraße

Die Holzmarkt-Bebauung sieht 1300 Quadratmeter Ladenflächen, Büro- und Praxisräume sowie 24 Wohnungen mit 30 bis 95 Quadratmetern und zwei Penthäuser mit 130 und 160 Quadratmetern vor.

Über den gewerblichen Etagen, die wie ein zusammenhängender Riegel gebaut werden, erheben sich drei separate Gebäudeteile mit drei und vier Etagen und Flachdach. Die zurückversetzten Staffelgeschosse überragen die Firste der Nachbargebäude. „Das wirkt in unserer Darstellung anders“, räumt Catharina Class mit Blick auf das Eckhaus rechts an der Wallstraße ein. Die 28-jährige Tochter von Rainer Class ist Prokuristin der Firma.

„Die Hirschgasse bindet die Gebäuderückseiten fußläufig und barrierefrei an die Marktstraße an“, erläutert Rainer Class. Eine Treppe mit Rampen für Kinderwagen und Fahrräder bindet die Gasse an die Wallstraße an. „Die Stadträte im Technischen Ausschuss wollten keinen öffentlichen Aufzug“, bestätigt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth diese Lösung. Pro Gebäudeteil gibt es einen Aufzug.

In der Tiefgarage sind von 50 Plätzen rund 15 bis 20 öffentliche für die Kunden und Praxisbesucher vorgesehen.

 


Investoren wollen den Kronenplatz bebauen

Auch in punkto Kronenplatzbebauung hat sich nun ein entscheidender Schritt getan: „Vier seriöse Investoren, darunter ein einheimischer, haben im Interessenbekundungsverfahren eine Planung und ein Preisgebot eingereicht“, berichtet Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth beim Pressetermin zum Holzmarkt. Noch müsse jedoch das zuständige Amt einige Fragen klären, um dem Gemeinderat die Angebote vergleichbar vorstellen zu können. „Dies wird voraussichtlich im Frühjahr der Fall sein.“ Wie viel Beratungsbedarf der Gemeinderat hat, ist offen. Holzwarth glaubt aber an einen Vertragsschluss im Jahr 2018.