Winnenden

Neue Quarantäne-Regel und Infektionszahlen: Corona-Lage an Schulen in Winnenden

Schulleben
In den Schulen sitzen die Kinder zwar eng beieinander, testen sich aber regelmäßig und tragen Masken. © Alexandra Palmizi

Die Infektionszahlen sind auch in Winnenden gestiegen, ganze Klassen oder Kita-Gruppen müssen aber zukünftig nicht mehr unbedingt in Quarantäne – auch nicht, wenn es unter den Kindern einen größeren Corona-Ausbruch gibt. Das haben Sozial- und Kultusministerium am Mittwoch verkündet. Die geschäftsführende Schulleiterin in Winnenden, Sabine Klass, begrüßt die neue Regel – schließt aber nicht aus, dass in Zukunft trotzdem ganze Klassen zu Hause bleiben müssen.

Wie Pressesprecherin Emely Rehberger unserer Redaktion berichtet, gibt es an den 19 städtischen Kitas in Winnenden aktuell 16 infizierte Kinder. Das sind rund zwei Prozent der insgesamt 750 Kindergartenkinder unter und über drei Jahren in Winnenden. Außerdem befinden sich zehn Personen vom Kita-Personal in Quarantäne.

4,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind aktuell mit Corona infiziert

An den Schulen in Winnenden sind (Stand: Mittwochabend) derzeit 95 Kinder und Winnender Schülerinnen und Schüler PCR-positiv, berichtet Emely Rehberger, 65 weitere seien per Schnelltest positiv getestet. Weil derzeit kaum noch falsch-positive Schnelltestergebnisse erzielt werden, ist also davon auszugehen, dass aktuell mindestens 160 Schülerinnen und Schüler in Winnenden mit dem Coronavirus infiziert sind. Das sind 4,6 Prozent der insgesamt 3457 Kinder und Jugendlichen. Der Wert ist im Vergleich zur Vorwoche allerdings nur leicht gestiegen: Vergangenen Mittwoch lag der Wert bei 153 (85 PCR-/68 Antigen-Tests) beziehungsweise 4,4 Prozent. Sechs Klassen befinden sich im Fernunterricht, zwei mehr als vergangene Woche. Zumindest dieser Wert wird sinken, davon ist aufgrund der neuen Regeln für Schulklassen auszugehen.

Die alte Quarantäne-Regel: Große Unsicherheit bei Eltern, Lehrern, Schülern

Bislang war es so: Gab es in einer Schulklasse oder Kindergartengruppe fünf positive Fälle, in kleineren Gruppen galt die 20-Prozent-Regel, mussten erst einmal alle zu Hause bleiben. Fünf Positiv-Tests in einer Klasse sind bislang in den seltensten Fällen auf denselben Tag gefallen, sie haben sich auf mehrere Tage verteilt.

So kam es, dass Lehrerinnen und Lehrer von Schulklassen, in denen schon vier Kinder in Quarantäne saßen, über Wochen hinweg morgens bang auf den einen positiven Befund warteten, der die ganze Klasse ins schulische Home-Office beförderte. Dazu die Rechnerei: Wer darf sich wann zurück in die Klassengemeinschaft „freitesten“, wann endet die Quarantäne genau, wie lange muss der Fernunterricht geplant werden? Die Unsicherheit bei Schülern, Eltern und Lehrpersonal war mitunter groß.

Insofern ist die geschäftsführende Winnender Schulleiterin Sabine Klass von der Geschwister-Scholl-Realschule froh, dass diese Regel am Mittwoch gefallen ist. „Ich persönlich find’s gut, weil es weniger Verwaltungsaufwand ist“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Natürlich kriegen wir das mittlerweile hin, eine Klasse von jetzt auf nachher zu Hause zu unterrichten. Am Montag musste eine Klasse in der ersten Stunde heim und ab der dritten Stunde gab’s Fernunterricht.“

Nur zwei Meldungen am Mittwoch, einige Klassen ganz coronafrei

Flächendeckende Ausbrüche in Schulklassen hat sie aber bislang auch in der Omikron-Welle noch nicht erlebt. Am Mittwoch hat es in der Geschwister-Scholl-Realschule nur zwei positive Tests gegeben. Einige Klassen sind aktuell coronafrei. Sobald ein Fall in einer Klasse bekannt wird, muss das betroffene Kind nach einer Bestätigung durch eine offizielle Teststelle (mittlerweile reicht ein Antigentest) erst einmal zu Hause bleiben und wird dort mit Aufgaben versorgt. Hybrid-Unterricht, dass also Kinder zugeschaltet werden, gibt es an der Realschule in Winnenden auch aus Datenschutzgründen nicht. „Wer weiß, wer alles mit vor dem Rechner sitzt“, sagt Sabine Klass.

Die anderen Kinder und Jugendlichen testen sich fünf Tage in Folge jeden Tag vor Unterrichtsbeginn. „So können wir einzelne Fälle rausfiltern“, sagt Sabine Klass, und betont zum wiederholten Mal, was ihr am allerwichtigsten ist: „Ich finde, die Schulen müssen einfach offen bleiben. Wir tun alles, was geht.“

Klar ist für Sabine Klass aber auch: Zeichnet sich ein großer Corona-Ausbruch in einer Schulklasse ab, werden die Kinder nicht weiterhin auf Teufel komm raus zur Schule zitiert. Es obliegt dann der Schule, die Reißleine zu ziehen und Klassen vorübergehend zu schließen.

Die „Entscheidungsspielräume“, die das Land den Schulleitungen einräumt, begrüßt Sabine Klass. In der Pressemitteilung der Ministerien vom Mittwoch heißt es: „Sofern der Präsenzunterricht auch unter Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen aus schulorganisatorischen Gründen nicht mehr vollständig sichergestellt werden kann, können Schulen vorübergehend für einzelne Klassen, Lerngruppen, Bildungsgänge oder auch die gesamte Schule zu Fernunterricht oder Hybridunterricht (Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht) wechseln.“

Die Infektionszahlen sind auch in Winnenden gestiegen, ganze Klassen oder Kita-Gruppen müssen aber zukünftig nicht mehr unbedingt in Quarantäne – auch nicht, wenn es unter den Kindern einen größeren Corona-Ausbruch gibt. Das haben Sozial- und Kultusministerium am Mittwoch verkündet. Die geschäftsführende Schulleiterin in Winnenden, Sabine Klass, begrüßt die neue Regel – schließt aber nicht aus, dass in Zukunft trotzdem ganze Klassen zu Hause bleiben müssen.

Wie Pressesprecherin Emely

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