Winnenden

Neue Radwege in Winnenden geplant: Müssen Parkplätze fürs Fahrrad weichen?

Radweg Paulinenstr
Ein Radfahrer (links) auf dem Radweg an der Paulinenstraße, Ecke Ringstraße. Die Stadt will das Radwegenetz in Winnenden ausbauen und verbessern. An der Paulinenstraße könnten die Längsparkplätze wegfallen (rechts). © Gabriel Habermann

Die Stadtverwaltung plant einen Aus- und Umbau der sogenannten Radtangente Ost, von der Albertville-Realschule vorbei am Panda-Imbiss an der Paulinenstraße über den Viehmarktplatz bis hin zur Markthalle an der Wiesenstraße. Vorfahrt für das Fahrrad? Wenn es nach einigen Gemeinderäten geht, dann lautet die Antwort ganz klar: Ja! Gefahrenstellen sollen nun von einem Ingenieurbüro analysiert werden, um im Anschluss ein Konzept zu erstellen.

„Wenn wir etwas für Radfahrer machen wollen, gehört Mut dazu“

„Diese Trasse dient Schülern, Einkaufenden und Alltagsradlern“, macht Gemeinderat Martin Oßwald-Parlow in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses der Stadt am Dienstagabend deutlich. Er plädiert dafür, die Priorität künftig auf den Radverkehr zu legen. „Unser Radwegekonzept aus 2017 beruht teilweise auf Verkehrszählungen aus den Jahren 2009 oder 2010. Die Zeiten haben sich geändert, wir müssen Radlern mehr Platz und Sicherheit geben“, so der ALi-Gemeinderat. Ähnlich argumentiert auch der CDU-Rat Richard Fischer. „Wenn wir etwas machen, dann müssen wir das mutig angehen. Wenn die Längsparkplätze an der Paulinenstraße (Anm. d. Red.: Höhe Panda-Imbiss) sich in der Analyse als Gefahr für Radfahrer herausstellen, dann muss man diese wieder aufheben.“

Ähnlich sehe er den Fall in der Seegartenstraße, was die Längsparkplätze am Abzweig zur Wiesenstraße betreffe. Die Situation für Fußgänger und Radfahrer sei dort unbefriedigend. Dass wegfallende Parkplätze nicht jedem gefallen würden, sei ihm bewusst. „Aber wenn wir etwas für Radfahrer machen wollen, dann gehört da Mut dazu. Wenn wir nur einen halben Schritt gehen, dann können wir es auch gleich bleiben lassen“, hält er einen Appell für den Radverkehr. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth antwortete, dass er diese Aussagen ganz dick unterstreichen könne und man dies von Seiten der Stadt ebenso sehe. Stadtbauamtsleiter Klaus Hägele spricht von einem „bedeutenden Streckenzug“, als er die Pläne in groben Zügen vorstellt.

Welches Ingenieurbüro ist das richtige für die Planungen?

Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Verkehrsingenieure vom Büro Karajan in Stuttgart mit den Planungen zu beschäftigen. „Sind das denn die Richtigen, wenn es um den Radverkehr geht? Gibt es von Karajan Referenzen aus anderen Städten oder sollte man sich vielleicht nach einem Büro umschauen, das sich auf den Radverkehr spezialisiert hat?“, hakt ALi-Rätin Rahel Dangel nach, die betont, dass sie den Ingenieuren von Karajan keine Kompetenzen absprechen möchte. „Aus meiner Sicht gibt es da überhaupt keine Bedenken. Das Büro Karajan ist sehr fachkundig und hat sicher auch Referenzen aus anderen Städten“, versichert Stadtbauamtsleiter Hägele.

OB Holzwarth denkt auch an den Autoverkehr

Und auch Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hält die Stuttgarter Planer für die richtige Wahl. „Mit diesem Büro planen wir auch den Rückbau der alten B 14, die auch fahrradfreundlicher werden soll.“ Es sei sicher keine falsche Entscheidung, wenn alles aus einer Hand geplant werde. „Das Büro Karajan hat sich zwar nicht nur auf den Radverkehr spezialisiert, aber dafür eine große Erfahrung im generellen Verkehr.“ Wichtig sei es schließlich, dass auch der Autoverkehr nach den Veränderungen noch funktioniere.

Bei einer Enthaltung stimmten die Räte letztendlich dafür, dass das Büro Karajan den Radweg planen soll.

Die Stadtverwaltung plant einen Aus- und Umbau der sogenannten Radtangente Ost, von der Albertville-Realschule vorbei am Panda-Imbiss an der Paulinenstraße über den Viehmarktplatz bis hin zur Markthalle an der Wiesenstraße. Vorfahrt für das Fahrrad? Wenn es nach einigen Gemeinderäten geht, dann lautet die Antwort ganz klar: Ja! Gefahrenstellen sollen nun von einem Ingenieurbüro analysiert werden, um im Anschluss ein Konzept zu erstellen.

„Wenn wir etwas für Radfahrer machen wollen,

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