Winnenden

Neue Wohnungen für 130 Leute

Höfen_0
Winnenden-Höfen aus der Luft. © Ramona Adolf

Winnenden. Am Ortsrand von Höfen entwickelt die Stadt in drei Abschnitten ein neues Wohngebiet. Mit dem ersten Teil geht es überraschend schnell: Die Firma Peick Maschinenbau räumt im Oktober ihr Produktionsgebäude am Seehaldenweg. Sie und eine Erbengemeinschaft haben Flächen an einen Rastatter Bauträger verkauft, der Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser für insgesamt 130 Personen erstellen will.

Die Stadt muss dank dieses Projektentwicklers keine Umlegungsverhandlungen führen, was Zeit spart und Arbeitskraft. Damit der Investor in anderthalb bis zwei Jahren mit dem Bau beginnen kann, stimmten sich Markus Schlecht vom Stadtentwicklungsamt und die Rastatter schon diese Woche ab. „Ziel ist, dem Gemeinderat im Herbst ein städtebauliches Konzept vorzulegen, das Grundlage für den Bebauungsplan sein soll.“ Mit dem Vorentwurf, den Schlecht im Gemeinderat vorgelegt hatte (siehe Grafik), zeigt er den Anschluss der neuen, verlängerten Bildackerstraße an den Seehaldenweg. Der bisherige Fußweg zum Freibad wird ein Stück weit beibehalten, mündet dann aber in die neue Straße.

Flächenschonende Reihen- und Doppelhäuser

Am Vorentwurf kann man zudem erkennen, dass im Gebiet flächenschonende Reihen- und Doppelhäuser entstehen sollen und entlang der Winnender Straße Mehrfamilienhäuser vorgesehen sind. Die vorhandene Streuobstwiese zwischen Winnender Straße und den Mehrfamilienhäusern wird nicht überbaut und nicht ins 9000 Quadratmeter große Bebauungsplangebiet aufgenommen, bleibt also erhalten.

Die geplanten Haustypen dienen der Linderung des Wohnraummangels. Dazu kommt das in derselben Sitzung beschlossene Handlungskonzept soziales Wohnen. „Der Investor weiß darüber Bescheid, es ist ja seit Januar in Planung gewesen, und er erfüllt seine Verpflichtung gern“, so Markus Schlecht. Für das in ganz Baden-Württemberg agierende Unternehmen sei es üblich, dass Städte beim Bau von Mehrfamilienhäusern einen Anteil der neuen Wohnungen für Menschen reservieren, die auf dem überteuerten Mietmarkt keine Wohnung mehr finden. Der Bauherr kann dafür Fördergelder der L-Bank in Anspruch nehmen.

Firma Peick zieht nach Marbach

Die Firma Peick Maschinenbau ist vor einigen Jahren aus Remseck nach Winnenden gezogen. Seit 2013 gehört sie mehrheitlich einer Holding des Drogeriemarktkönigs Erwin Müller, der bis dato Kunde der kleinen Maschinenbaufirma für Fördersysteme, Sondermaschinen und Regalbedienungen war. Frank Peick sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Firma mitsamt den rund 40 Mitarbeitern nach Marbach-Rielingshausen ziehen wird, wo sie ein passendes Firmengebäude gefunden hat.

„Wir von der Stadt fanden, eine Betriebsverlagerung biete für den Wohnungsbau großes Potenzial. Wir hätten die Firma gern in Winnenden gehalten und haben ihr diverse Bestandsimmobilien angeboten“, so Schlecht. Kurz nach diesem Gespräch sei die Nachricht gekommen, dass die Firma die Idee der Stadt mitträgt.

Wann die weiteren Bauabschnitte Richtung Freibad und bestehende Bebauung geplant werden, ist noch nicht entschieden. „Klar ist aber jetzt schon, dass in der westlichen Hälfte nur noch Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen sollen“, so Markus Schlecht. Den bereits gefassten Aufstellungsbeschluss für das ganze Gebiet haben die Gemeinderäte wieder aufgehoben. Nun wird Abschnitt für Abschnitt entwickelt.