Winnenden

Neuer Kulturkalender für Winnenden

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Hansjörg Neumann (links), Andreas Hein und der neue Kulturkalender. © Ramona Adolf
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Hansjörg Neumann (links), Andreas Hein und der neue Kulturkalender. © Büttner / ZVW

Winnenden. Der neue Kulturkalender der Stadt Winnenden ist einen Meter lang, passt aber in einen normalen, länglichen Briefumschlag. Eine Ziehharmonika-Faltung macht’s möglich. Leporello nennt man ein solch ungewöhnliches und doch einfaches Heftlein. Bürgermeister Sailer, Kulturamtsleiter Andreas Hein und Hansjörg Neumann erklären, was darin- und dahintersteckt.

Druckfrisch aus der örtlichen Firma Winnender Druck liegt das Leporello auf dem Tisch und duftet nach Farbe und neuem Papier. Lila auf mildem Grün herrscht vor. Lila soll künftig die Winnender Kulturfarbe sein. Grafikerin Jessica Fink, die auch schon das City-Treff-Plakat entworfen hat, zeichnet für die Gestaltung verantwortlich. „Sie leitet und inspiriert uns“, schätzt sich Hansjörg Neumann vom Sachgebiet Stadtmarketing, Tourismus und Kultur glücklich über die Zusammenarbeit.

Norbert Sailer hält das Leporello quer und zieht an den beiden Enden. Kulturamtsleiter Andreas Hein lächelt: „Er fühlt sich gut und wertig an, wir haben ein dickes Papier gewählt, und man spielt automatisch damit. Das Leporello spiegelt die Kreativität der Kulturschaffenden.“ Praktisch sei es auch, ergänzt Hansjörg Neumann: „Man kann es wie einen Kalender an die Wand hängen.“ Oder schmal zusammengelegt in die Tasche stecken. Im iPunkt (Stadtwerke-Büro an der Schlossstraße Ecke Torstraße), im Rathaus und in diversen Geschäften und Kultureinrichtungen ist das Leporello erhältlich und passt auf Theken oder in Halterungen.

Neumann hatte sich überlegt, aus mehreren Einzelbroschüren verschiedener Reihen (Theater, Schlossmusik) eine zu machen. Das gesamtstädtische Kulturprogramm erscheint als DIN-A5-Heft aber erst im Mai oder Juni und gilt für eine Saison von Oktober bis Mai. „Darin sind unsere städtischen Veranstaltungen ausführlich beschrieben und übersichtlich zusammengefasst“, sagt Hansjörg Neumann.

Neu Zugezogene werden den kompakten Überblick schätzen

Ergänzend dazu gibt’s auf Wunsch der anderen Winnender Kulturanbieter nun aber zweimal jährlich das neue Leporello. Hier sind zwölf städtische Kulturtermine und drei Feste auf nur zwei Abschnitten aufgeführt, darunter sind wiederkehrende Kulturveranstaltungen wie der Folk-Club oder Literatur für Kinder aufgeführt. Auf der Rückseite des Ziehharmonikaflyers liest man Lila auf Weiß die Highlights anderer Veranstalter (Kirchen, Konzertorchester, Gymnasien, Alte Kelter, Musikschule, Remstalroute) von April bis September, und zwar chronologisch.

Bürgermeister Sailer lobt die Mitarbeiter für das Werben bei allen Kulturanbietern für die gemeinsame Sache: „Es war eine Mammutarbeit.“ Die Konzerttage 2015 hatten dazu den Impuls gegeben, außerdem wird die Reihe „Wort und Ton“ ab Oktober finanziell und organisatorisch beim Kulturamt unterkommen. „Für uns ist es ein Synergieeffekt, die Werbung zu machen, Karten zu drucken und zu verkaufen, für die Volkshochschule war all das ein großer Aufwand“, sagt Andreas Hein. Er rechnet mit nur ein paar Tausend Euro, die der gesamte Kulturetat erhöht werden muss, dafür bleibt die anspruchsvolle, hochpreisige Reihe trotz Rückzug des Sponsors Kreissparkasse erhalten.

Die Bündelung der Termine soll einen Überblick verschaffen, erklärt Norbert Sailer: „Wir haben gemerkt, dass neu Zugezogene sich schwertaten mit der Orientierung, zum Beispiel bei Kinder-Kulturveranstaltungen. Sie dachten, hier läuft gar nichts.“ Künftig werden alle Theaterstücke, aber auch regelmäßige Events für Kinder wie Bilderbuchkino, Lesungen und Bastelnachmittage der Stadtbücherei aufgeführt.

Service für Kulturschaffende

„Wir bieten einen Service für Kulturschaffende“, erläutert Hansjörg Neumann. „Wir nehmen ihre Termine und Texte in den Kalender und die Broschüre auf.“ Die Druckkosten für beides liegen im Rahmen der bisherigen Druckkosten für Kulturwerbung.

Zusätzlich erscheinen die Hefte als PDF-Dateien auf der Internetseite der Stadt. Wenn sich etwas kurzfristig ändert oder ein Fehler eingeschlichen hat, kann das Kulturamt dort die Korrektur einfügen. Die Nutzer können die Inhalte auf Facebook teilen.

Zur neuen gemeinsamen Kulturwerbung gehört auch ein Google-Kalender, zu dem alle Kulturschaffenden via Internet Zugang haben. Sie können schon bei ihrer Planung einen Blick hineinwerfen und schauen, ob dort ein anderer Veranstalter etwas Großes oder gar Ähnliches plant. „Eine gegenseitige, ungewollte Konkurrenz kann so vermieden werden“, sagt Bürgermeister Norbert Sailer. Kulturamtsleiter Andreas Hein sagt: „Und auch wir sind immer auf dem Laufenden.“

Karten für Kulturveranstaltungen gibt es längst auch im Internet über das Portal www.reservix.de, aber auch nach wie vor im Rathaus an der Infotheke. Der Wunsch von Andreas Hein ist, dass der Kartenvorverkauf irgendwann im iPunkt ist.