Winnenden

Neues Wohngebiet "Untere Kirchhofäcker" Winnenden: Hertmannsweiler wird wachsen

Luftbild, geplantes Neubaugebiet Kirchhofäcker, Winnenden-Hertmannsweiler, 24.03.2022.
Auf dem Feld unterhalb des Winnender Stadtteils entsteht ein Wohngebiet für 340 Menschen. © Benjamin Beytekin

Rund 2050 Einwohner hat der Winnender Stadtteil Hertmannsweiler aktuell, bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden es wohl mindestens 2400 sein, ein Wachstum um rund 17 Prozent. Denn am Ortsrand wird voraussichtlich ab 2027 das Wohngebiet „Untere Kirchhofäcker“ entstehen, ein neues Zuhause für bis zu 340 Menschen. Dem städtebaulichen Entwurf für das 4,2 Hektar große Gebiet hat der Gemeinderat jetzt zugestimmt. Überlegungen, höher als zwei oder drei Geschosse zu bauen und damit die versiegelte Fläche besser zu nutzen, fanden keine breite Zustimmung – Hertmannsweiler dürfe seinen dörflichen Charakter nicht verlieren. Was ist geplant?

Ein neuer Kreisverkehr an der Kreisstraße, neue Rad- und Fußwege

Hertmannsweiler wird wachsen – noch aber ist das Neubaugebiet Zukunftsmusik: Je nach dem wie die Umlegungsgespräche laufen, sagt Stadtplaner Markus Schlecht, wird die Stadt im Jahr 2027 mit den Erschließungsarbeiten beginnen. Unter anderem soll das Gebiet über einen neuen Kreisverkehr an der Kreisstraße, die Wiesental- und Römerstraße sowie neue Fuß- und Radwege erreichbar sein. Die Arbeiten sollen in einem großen Bauabschnitt erledigt werden und ungefähr ein Jahr dauern.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte ein Vertreter der Architektenpartnerschaft Stuttgart den städtebaulichen Entwurf vor. Das Gremium stimmte diesem schließlich bei drei Enthaltungen zu. Auf 4,2 Hektar Bruttobauland im Südwesten von Hertmannsweiler sind 161 Wohneinheiten vorgesehen. Es handelt sich dabei nach aktuellem Entwurf um fünf Einfamilienhäuser, 14 Einheiten in Doppel- und 15 in Reihenhäusern mit jeweils bis zu zwei Stockwerken sowie 127 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern, die bis zu drei Stockwerke hoch gebaut werden könnten. Auch auf einem viergruppig geplanten Kindergarten sollen zehn Wohnungen entstehen, sie werden zu den Mehrfamilienhäusern gezählt.

In dem Gebiet kommen so rund 340 Einwohner unter, das ergibt eine Bevölkerungsdichte von circa 80 Einwohnern je Hektar.

Damit seien die Vorgaben des Landes „sehr gut erfüllt“, sagte der Architekt. Er reagierte damit auf die Anregungen aus der ALi-Fraktion, höher zu bauen. Das Argument der Grünen: Wenn schon Ackerboden versiegelt wird, sollte darauf wenigstens viel Wohnraum entstehen.

„Vier Stockwerke plus Dach kann ich mir an dieser Stelle nicht vorstellen“

Diesem Vorschlag hatte zuvor bereits Stadtplaner Markus Schlecht widersprochen: „Ich habe dabei auch die Umgebungsbebauung im Blick. Vier Stockwerke plus Dach kann ich mir an dieser Stelle nicht vorstellen.“ Auch CDU-Rätin Bettina Jenner-Wanek betonte: „Ich bin strikt dagegen, dass man hier hohe Häuser baut. Der dörfliche Charakter muss erhalten bleiben.“ Eine Haltung, die auch bei OB Hartmut Holzwarth und im restlichen Gremium vorherrscht.

Wobei der Oberbürgermeister zu bedenken gab, dass Hertmannsweiler mit seinem Gewerbegebiet durchaus auch über wuchtigere Baukörper verfügt. Das tat er wiederum mit Verweis auf zwei prägnante Gebäude, die auch aus dem Plan für das neue Wohngebiet hervorstechen: ein Mehrgenerationenhaus und die erwähnte Kindertagesstätte mit Platz für vier Gruppen und Außenspielflächen.

Die Kita ist an der Wiesentalstraße geplant. Sie soll, angepasst an die Topografie, im östlichen Teil aus einem Ober- und einem Hanggeschoss bestehen. Im westlichen Teil befindet sich im Erdgeschoss die Kitanutzung, in den beiden Geschossen darüber und einem weiteren Staffelgeschoss sollen die zehn Wohnungen entstehen.

Ein eigenes Wärmenetz könnte eingerichtet werden

Wie Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in der Gemeinderatssitzung sagte, verfügt Hertmannsweiler nicht über eine Gasversorgung. Für das neue Wohngebiet schwebt ihm ein eigenes örtliches Fernwärmenetz mit erneuerbarer Energie vor. Als Heizzentrale könne ein städtisches Grundstück genutzt werden.

Rund 2050 Einwohner hat der Winnender Stadtteil Hertmannsweiler aktuell, bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden es wohl mindestens 2400 sein, ein Wachstum um rund 17 Prozent. Denn am Ortsrand wird voraussichtlich ab 2027 das Wohngebiet „Untere Kirchhofäcker“ entstehen, ein neues Zuhause für bis zu 340 Menschen. Dem städtebaulichen Entwurf für das 4,2 Hektar große Gebiet hat der Gemeinderat jetzt zugestimmt. Überlegungen, höher als zwei oder drei Geschosse zu bauen und damit die versiegelte

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