Winnenden

Neustart am Kronenplatz

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Im August 2015 ließ die Stadt am Kronenplatz viel Fläche freibaggern, aber es wird Jahre dauern, bis sie bebaut wird. Die Entwicklung des Kronenplatzes sehen Sie in unserer Bildergalerie. © Habermann / ZVW
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Dieses Foto mit Blick auf den Kronenplatz (oben) stammt aus dem Jahr 1940. Vor dem Gasthaus Traube erkennt man Winnendens erste Tankstelle. © Ramona Adolf
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Dreißig Jahre lang führte die Bundesstraße 14 mitten durch Winnenden über den Kronenplatz. © Ramona Adolf
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Seit 2009 führt die B 14 um Winnenden herum. Die Stadt lässt sich 2014 in einem Architekturwettbewerb Vorschläge zur Umgestaltung des Kronenplatzes machen. © Ramona Adolf
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Häuser am Kronenplatz werden abgerissen. Die Stadt hat unter anderem das Haus Unkel vor der Kastenschule gekauft, um den Kronenplatz umgestalten zu können. © Ramona Adolf
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In den städtischen Häusern sollen dann Volkshochschule, Stadtarchiv und Ämter untergebracht werden. © Ramona Adolf
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Für den Bau städtischter Häuser wird die finanzielle Machbarkeit geprüft. © Ramona Adolf
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Bis eine Bebauung erfolgt, wird ein provisorischer Parkplatz angelegt. © Ramona Adolf

Winnenden. Der Gemeinderat hat sich diese Woche endgültig von Traumprojekten am Kronenplatz verabschiedet. Die alten Pläne von einem Stadthaus mit Archiv und Volkshochschule schob er beiseite, weil die Stadt Kosten von mindestens 10 Millionen Euro nicht tragen könne. Stattdessen soll nun ein Investor etwas aus der zentralen Freifläche machen.

Gegenüberstellung: Der Kronenplatz zwischen 1930 und 1936 im Vergleich zum Jahr 2009.

Interessant ist der Kronenplatz schon. Er liegt direkt am Eingang zum alten Stadtkern, am Rand der Fußgängerzone und auf dem Weg zwischen Bahnhof und Stadt. Die Stadt besitzt eine große Grundstücksfläche, aber nicht alles. Ursprünglich hätte an dieser Stelle ein Neubau fürs Stadtarchiv, Teile der Stadtverwaltung und für die Volkshochschule gebaut werden sollen. Schöne Pläne lagen vor. Aber 2014 schon war von 20 Millionen Euro Kosten die Rede. Das war zu viel. Der Gemeinderat hatte sparsamere Varianten verlangt. Die hatte ein Architekturbüro geliefert. Die Kosten lägen dann bei 10 Millionen Euro. Aber auch das ist den Gemeinderäten zu viel. Deshalb legte schon vor der Sitzung die Verwaltung den Alternativvorschlag vor, dass ein Investor etwas bauen könnte, wobei er sich mit der Stadt abstimmen müsste. Mit diesem Neustart am Kronenplatz sind bis auf einen alle Gemeinderäte einverstanden.

„Wir haben jetzt einen Schulneubau aufgegeben, dann können wir nicht sagen, wir bauen selbst ein Stadthaus“, meint Martin Oßwald-Parlow (ALi). Christoph Mohr (ALi) sprach von einem sinnvollen Schritt. Ein Investor könne an dieser Stelle neue Ideen ins Spiel bringen. Auch Markus Siegloch und Hans Ilg (FWV) plädierten für die Investorenlösung. Ilg legt allerdings Wert darauf, dass ein „strukturiertes Bieterverfahren“ und eine vorhergehende Markterkundung angewandt würden. Ilg und die Stadtverwaltung möchten damit eine EU-weite Ausschreibung vermeiden, wie sie in Schwaikheim für die Ortsmitte gelaufen ist. Auch Thomas Traub (CDU) befürwortete diesen Weg. OB Holzwarth ist einverstanden, erinnerte aber zugleich die Gemeinderäte: „ Den Weg kann man gehen, wenn man bereit ist, nicht mit harten Vorgaben zu arbeiten.“

Gegenüberstellung: Der Kronenplatz im Jahre 1930 im Vergleich zum Jahr 2011.

Stadtrat kann sich auch gewagtere Architektur vorstellen

Dr. Jürgen Hägele (FDP) freut sich über die Investorenlösung und fügte an: „Man kann sich an dieser Stelle auch gewagtere Architektur vorstellen.“ Wie gewagt, wie hoch, wie kühn und wie teuer dort eines Tages gebaut wird, das wird die Stadt in Verhandlungen mit einem Investor erfahren und mitbestimmen. Frank Rommel (CDU) regte gleich in der Sitzung am Dienstag an, dass eine Arbeitsgruppe gebildet wird, in der Stadträte aus jeder Fraktion sitzen, die dann die Pläne und das Bauen für den Kronenplatz begleiten soll. OB Holzwarth sagte diese Arbeitsgruppe zu. Sie soll aber nicht jetzt, sondern später eingesetzt werden.

Erst die Markterkundung, dann die Investorensuche

Der nächste Schritt, den Finanzdezernent Jürgen Haas im Auftrag des Gemeinderats einleiten wird, wird eine Markterkundung sein. Ein Beratungsbüro soll herausfinden, wofür an dieser Stelle am besten gebaut wird, wie viele und welche Büros, welche Geschäfte und wie viele Wohnungen dort am besten hinpassen würden. Wenn diese Markterkundung fertig ist, soll die Suche nach einem Investor beginnen. Aber nicht mit europaweiter Ausschreibung.

Wie viele Parkplätze werden entstehen?

Traum vieler Stadträte war lange: Am Kronenplatz sollte eine Tiefgarage mit über 100 Stellplätzen gebaut werden unter dem von der Stadt gebauten Stadthaus. Dieser Traum ist geplatzt. Was wird mit den gewünschten Parkplätzen?

Hans Ilg meinte am Dienstag in der Sitzung, man könnte das Grundstück verkaufen und mit dem Erlös Parkplätze oder Tiefgaragenstellplätze bauen.

OB Holzwarth dämpfte Ilgs Hoffnungen: „Ein Stellplatz in einer Tiefgarage kostet 40 000 Euro. Wenn wir 100 Stellplätze bauen, macht das 4 Millionen Euro. So viel bringt dieses Grundstück nicht ein. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich dies auszurechnen.“

SPD-Stadtrat Andreas Herfurth sprach sich gegen die Investorenlösung aus. Er möchte, dass die Stadt selbst baut.