Winnenden

Noch einige Unklarheiten am Holzmarktplatz

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Träuble-Wirt Jürgen Knödler hat wenig Platz für Tische im Freien. Gerne würde er eine größere Fläche bewirten. Die Häuser und Bäume im Hintergrund sollen fallen, und ein Wohn- und Geschäftshaus soll gebaut werden. © Schmitzer / ZVW

Winnenden. Wann kommt das Sportgeschäft am Holzmarktplatz? Viele Winnender warten darauf. Ein Planentwurf fürs Gebäude mit Geschäften und Wohnungen liegt schon vor, aber der Platz selbst ist noch nicht fachmännisch durchgeplant. Das ist Aufgabe der Stadt.

Ganz einfach ist diese Aufgabe nicht. Bauträger Rainer Class braucht für die Geschäfte im künftigen Haus einen öffentlichen Parkplatz mit mindestens 20 Stellplätzen. Die müssten eigentlich gut möglich sein. Aber das ist nicht alles: Der Gemeinderat möchte eine Gastronomiefläche bei der Weinstube Traube, damit der Platz belebt ist und Gemütlichkeit bekommt.

„Bis zum Jahresende soll alles so weit sein"

Und dann bleibt noch die Fragen offen: Dürfen Autos weiterhin über den Holzmarktplatz durchfahren (weil sie die Ampel vermeiden wollen)? Und wo sollen die Liefer-Lastwagen für die künftigen Geschäfte anfahren? Wo können noch Bäume gepflanzt werden als Ersatz für die großen Platanen, die gefällt werden? Für all das (möglicherweise ohne die Durchfahrt) wird das Büro Karajan einen Plan machen, den der Gemeinderat dann im Juli beschließen oder ablehnen kann.

Investor Rainer Class rechnet mit einem Beschluss im Juli, und das würde noch in seinen Zeitplan passen, der so aussieht: „Bis zum Jahresende soll alles so weit sein, dass der Baubeginn möglich ist. Da sind wir mit der Stadt ganz gut unterwegs.“

Städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Bauträger Class

OB Holzwarth erklärte auf Anfrage: „Der Investor baut selbst eine Tiefgarage und kann alle gesetzlich notwendigen Stellplätze für die Geschäfte und die Wohnungen nachweisen. Aber er braucht beim Gebäude noch mindestens 20 weitere Stellplätze auf dem Holzmarktplatz, und dafür habe ich Verständnis.“

Die Stadt und Bauträger Class werden einen städtebaulichen Vertrag abschließen, der einerseits dazu führt, dass Class einen Bebauungsplan von der Stadt bekommt, und andererseits dazu, dass Class Verpflichtungen eingeht für sein Bauprojekt.

Für Fußgänger höchst interessant: Der Fußweg von der unteren Marktstraße auf den Holzmarktplatz muss in irgendeiner Form erhalten bleiben. Man wird weiterhin zwischen Pnishi-Imbiss und Mister&Lady-Jeans durch die Hirschgasse gehen und dann durch das neue Gebäude auf den unteren Platz.

Sportgeschäft soll nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben sein

Dass ein Sportgeschäft ins Gebäude einziehen soll, steht auch im Vertrag. Aber es gibt auch einen Passus im Vertrag, der einen Ausstieg möglich machen soll, der verhindern soll, dass die Gebäudebesitzer auf alle Ewigkeit ein Sportgeschäft unterbringen müssen. An diesem Passus feilen gerade die Stadtverwaltung und Bauträger Class. „Wir wollen ein Sportgeschäft“, sagt Class im Gespräch mit unserer Zeitung, „der Gedanke ist nur, dass sich in der Geschäftswelt in fünf oder zehn Jahren viel ändern kann, was wir heute nicht voraussehen. Dann sollen wir mit der Stadt darüber reden können, was wir machen mit den Geschäftsräumen.“

In einer Gemeinderatssitzung war Frank Rommel (CDU) diese Ausstiegsklausel aufgefallen, und OB Holzwarth hatte sich ausdrücklich für Rommels Hinweis bedankt.

Andere Gemeinderäte wie Dr. Jürgen Hägele drückten aufs Tempo bei den Vertragsverhandlungen und den Planungen. „Der Investor hat einen Plan mit 20 Parkplätzen vorgelegt“, stellte Dr. Hägele fest. „Das ist sein Plan. Nicht unserer“, meinte OB Holzwarth.

„Wir werden das hinkriegen. Es gibt beides.“

„Ich kann nachweisen, dass 20 Stellplätze möglich sind.“ Es liege eine Skizze bei der Stadt vor. Holzwarth ging darauf nicht ein und verwies auf das Büro Karajan, das im Sommer einen Plan liefern werde. Die mindestens 20 Stellplätze seien eine unabdingbare Forderung des Investors, erklärte Lisa Marie Völker vom Baurechtsamt.

„Dann stellen wir als Stadt die unabdingbare Forderung auf, dass eine Außenbewirtschaftung eingeplant wird“, meinte SPD-Stadtrat Uwe Voral. OB Holzwarth versicherte: „Wir werden das hinkriegen. Es gibt beides.“

Auf eine größere Gastronomiefläche hoffen einige Stadträte, und auch der Wirt der benachbarten Traube, Jürgen Knödler. Seine paar Tische direkt an der Gasthauswand seien sehr gut belegt, und er würde gerne mehr draußen aufstellen. Ihm würde es gefallen, wenn direkt an der Traube die Durchfahrt unmöglich wäre und eine größere Fußgänger- und Gastronomie-Fläche entstünde.


Was bisher geschah?

Im November 2011 stellten die Bauträger Catharina und Rainer Class zusammen mit OB Holzwarth Pläne für Wohn- und Geschäftshäuser am Holzmarktplatz vor. Ein Sportgeschäft soll Kundenmagnet werden.
1300 Quadratmeter Ladenflächen, Büro- und Praxisräume auf 1000 Quadratmetern plus 26 Wohnungen sind vorgesehen. Dass die erkrankten Platanen fallen müssen, wird klar.