Winnenden

Nur wenige Wirte starten am 18. Mai

Traubewindeisen
Küchenchef Frank Windeisen am Eingang der Traube in Hanweiler. © Gaby Schneider

Am Wochenende im Restaurant sitzen, einen Rostbraten mit Spätzle, eine leckere Pizza oder Gyros mit Zaziki essen und dazu einen guten Wein oder ein kühles Bier genießen. Das wär’s. Leider dürfen die Wirte erst kommenden Montag (18. Mai) wieder öffnen, aber auch dann sind nicht alle am Start. Die neue Corona-Verordnung erlaubt es ihnen zwar Gäste wieder im Lokal zu verköstigen, bringt für Gastronomen aber auch Einschränkungen und Probleme mit sich. Wir haben mit fünf Restaurantbetreibern gesprochen. Die Recherche zeigt: Die meisten brauchen noch etwas mehr Zeit.

Frank Windeisen, Küchenchef in der Hanweilermer Traube, hat sich am Dienstagabend ausgiebig mit den neuen Richtlinien beschäftigt. „Wir werden erst Ende Mai wiedereröffnen“, sagt er und peilt Freitag, den 29., an. „Wir wollen gewappnet sein, wenn die ersten Gäste kommen“, sagt Windeisen. Die Gesundheit von ihnen und den Mitarbeitern stehe an erster Stelle. „In den nächsten Tagen werden wir alles, was für das Hygienekonzept notwendig ist, einkaufen. Außerdem sollen alle Mitarbeiter geschult werden“, sagt er. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie die Mitarbeiter einen ganzen Arbeitstag mit Maske meistern.

„Früher oder später müssen wir wieder aufmachen. Wir hatten lange geschlossen, die Kosten laufen weiter. Außerdem haben wir in letzter Zeit viel investiert. Da spielen natürlich auch die Finanzen eine Rolle“, so der Küchenchef der Traube. Ob er glaubt, dass die Wiedereröffnung trotz der Auflagen lukrativ sein wird? „Das kann ich gar nicht richtig sagen“, antwortet Windeisen. „Wir haben zusätzlich zum Betrieb im Restaurant auch noch den Außerhausverkauf. Außerdem hoffe ich, dass die Leute so langsam den Punkt erreicht haben, an dem sie auch mal wieder was Gutes im Restaurant essen wollen.“ Man müsse allerdings auch sehen, dass die Menschen verunsichert seien und eventuell nicht mehr unter die Leute gehen wollen. Außerdem sei die Kapazität im Restaurant durch die Auflagen geringer. „Eines ist klar: So wie vor der Krise wird es erst mal nicht mehr sein“, sagt Windeisen.

Bezahlt werden sollte mit Kreditkarte

Wer sein Restaurant in diesen Zeiten wieder für den normalen Betrieb rüsten möchte, hat einiges zu beachten. Um mögliche Infektionsketten des Coronavirus zu verfolgen, sind alle Wirte angehalten, Kontaktdaten der Gäste zu sammeln. Alle Anwesenden sollten einen Abstand von anderthalb Metern zueinander einhalten. Jeder Gast muss einen Sitzplatz zugewiesen bekommen, Kellner sollen so wenig wie möglich mit den Gästen kommunizieren. Betritt ein Gast den Laden, muss ein Mitarbeiter des Restaurants ihn auf Möglichkeiten zum Händewaschen hinweisen. Lichtschalter, Tische, Armlehnen und Ähnliches sollten regelmäßig gereinigt werden. Mitarbeiter sollten sich regelmäßig die Hände waschen und Gebrauchsgegenstände wie Telefone, Touchpads, Zapfhähne oder Servierwagen desinfizieren. Mitarbeiter müssen in Räumen mit Gästekontakt außerdem eine Maske tragen, Gäste haben keine Maskenpflicht. Geschirr und Besteck sollte mit speziellem Reinigungsmittel und bei mindestens 60 Grad Celsius gespült werden. Wenn möglich sollten Gäste nach dem Essen bargeldlos bezahlen. Wem das nicht möglich ist, muss das Bargeld auf eine Ablage legen, so dass direkter Kontakt zwischen Gast und Mitarbeiter verhindert wird.

Volker Bauer, Geschäftsführer des Restaurants Schöne Aussicht in Bürg, geht davon aus, dass sich im Alltag zeigen werde, wie umsetzbar die einzelnen Auflagen sind. „Ab Mittwoch sehen wir, wie sich das alles entwickelt“, sagt er. Dann nämlich öffnet das Restaurant für seine Gäste wieder. „Wir haben in letzter Zeit viel renoviert. In der kommenden Woche nehmen wir uns noch zwei Tage und sind dann ab 20. Mai wieder zu den gewohnten Zeiten für unsere Gäste da“, sagt Volker Bauer. Der Lockdown sei eine große wirtschaftliche Katastrophe. „Bei uns schnappt’s finanziell noch nicht zu. Aber in der Branche wird es sicher einige hart treffen“, meint Bauer. Jammern helfe allerdings nichts. „Wir machen ab Mittwoch gerne wieder auf. Schließlich sind wir ein Gästehaus. Das bedeutet, dass wir für unsere Gäste auch da sind.“ Da die Gäste in der Schönen Aussicht gerne draußen sitzen, es auf der Terrasse allerdings durch die Abstandsregelungen weniger Plätze gibt, wird es zusätzliche Tische auf der Gartenfläche nebenan geben.

Die Schwabenalm hat den Vorteil, dass viel Platz vorhanden ist

Bereits kommenden Montag, 18. Mai, öffnet die Schwabenalm samt der Bamboo Lounge wieder. „Stand jetzt“, sagt Geschäftsführer Michael Kuhn. „In letzter Zeit ändern sich die Vorschriften ja ständig. Vielleicht sieht die Welt am Ende der Woche schon wieder ganz anders aus.“ Die Schwabenalm jedenfalls sei ab Montag bereit. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir viel Platz haben. Unsere Möbel hatten quasi bereits vor der Krise die nötigen Abstände zueinander“, sagt Kuhn. „Im Moment sind Handwerker da, die für den Feinschliff sorgen.“ Hingegen erst mal gar nicht öffnen wird die Pizzeria Da Felice in der Max-Eyth-Straße. „Die Konditionen sind zu blöd“, sagt Inhaber Felice De Cata. „Wir müssen regelmäßig alle Tische desinfizieren, auch die Toiletten. Die Mitarbeiter müssen den ganzen Tag eine Maske tragen. Außerdem gehe ich stark davon aus, dass deutlich weniger Leute kommen. Ich denke, dass sich das nicht lohnen wird“, meint er. Außerdem sei ihm das Risiko zu groß. „Mir ist es zu riskant, dass sich meine Mitarbeiter mit dem Virus infizieren. Dann haben wir hier ein echtes Problem“, meint er. Er halte es für schwierig, die Hygieneauflagen von der Theorie in die Praxis umzusetzen. „Wenn sich die Corona-Lage bessert, kann man darüber reden, dass wir wieder öffnen. Wir wollen noch warten, bis sich alles beruhigt“, sagt De Cata. Selbstverständlich sei es allerdings möglich, Pizzen und andere Gerichte weiterhin telefonisch zu bestellen. Ähnlich sieht es auch Kostas, der Wirt im Bacchus-Keller. „Ich bin noch skeptisch“, sagt er am Telefon. „Ob ich am Montag wieder öffne, entscheide ich gegen Ende der Woche, aber ich denke eher nicht.“ Wahrscheinlich wolle er erst mal weiterhin nur Gerichte zum Mitnehmen anbieten. „Immer mit Maske schaffen, die Tische mit Mitteln behandeln, wo ich nicht weiß, wie die Möbel darauf reagieren. Das gefällt mir nicht“, sagt er.

Am Wochenende im Restaurant sitzen, einen Rostbraten mit Spätzle, eine leckere Pizza oder Gyros mit Zaziki essen und dazu einen guten Wein oder ein kühles Bier genießen. Das wär’s. Leider dürfen die Wirte erst kommenden Montag (18. Mai) wieder öffnen, aber auch dann sind nicht alle am Start. Die neue Corona-Verordnung erlaubt es ihnen zwar Gäste wieder im Lokal zu verköstigen, bringt für Gastronomen aber auch Einschränkungen und Probleme mit sich. Wir haben mit fünf Restaurantbetreibern

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