Winnenden

OB Hartmut Holzwarth nimmt Stellung zur Wunnebad-Entscheidung

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OB Holzwarth – er trägt bei Pressekonferenzen wie in Gemeinderatssitzungen konsequent Stoffmaske, auch und gerade wenn er spricht. © ALEXANDRA PALMIZI

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat zu einem Leserbrief Stellung genommen, der unter dem Titel „Überdimensioniertes Planschbecken“ am 21. November in unserer Zeitung erschienen ist. In der Stellungnahme verteidigt Holzwarth die Entscheidung des Gemeinderats, das Wunnebad sanieren zu lassen.

Seit dem 14. Juni 1991 gebe es das Wunnebad, schreibt Holzwarth. Zum 1. September 2014 haben die Stadtwerke es mit dem Mineralfreibad Höfen übernommen. Der jährliche Abmangel inklusive Abschreibungen betrage demnach aktuell über 2,7 Millionen Euro, den sich Stadt und Stadtwerke teilen. „Das Wunnebad ist demnächst 30 Jahre alt und zu sanieren. Die Alternativen sind: 1. Sanierung und Erweiterung für 24 Millionen. Euro. 2. Sanierung im Bestand. 3. Schließung. Weder 2. noch 3. kommen in Frage. Warum?“, schreibt Holzwarth. Winnenden müsse für seinen Schuleinzugsbereich für rund 57 000 Einwohner ein ganzjähriges Bad für den Schulsport anbieten. Ein Kursbecken für das Schul- und Vereinsschwimmen fehle jedoch. „Wenn die Kapazität nicht reicht, fahren z.B. Winnender Grundschüler zu Lehrschwimmbecken auswärts. Der Stadtverband für Sport hat daher 2019 den Bau eines Kursbeckens einstimmig gefordert und der Gemeinderat hat das am 5. November 2019 einstimmig übernommen“, heißt es in der Stellungnahme des OBs weiter.

"Freibadgelände ein Abrissfall"

Die Substanz des Wunnebads sei (trotz sanierter Außenbecken) abgenutzt: Das Freibadgebäude sei ein Abrissfall, die Badewassertechnik müsse erneuert werden. „Da liegt es nahe, die notwendige Sanierung mit dem erforderlichen 25-Meter-Kurs- und Schwimmbecken zu verbinden.“ Das Kursbecken sei kein „überdimensioniertes Planschbecken“, sondern Grundversorgung. Die Infrastruktur fürs Schwimmenlernen sei kommunale Pflichtaufgabe. Daher erhalte man einen Bundeszuschuss für kommunale Infrastruktur über 3,5 Millionen Euro. „Die Stadtwerke können zudem mit ihren ertragreichen Sparten den künftigen jährlichen Abmangel, der vorsichtig auf 3 Millionen Euro gerechnet wurde, überwiegend übernehmen. An der Stadt bleiben damit die gleichen 1,35 Millionen Euro wie vorher, beim alten Bad, hängen - aber die Pflichtaufgabe Schulschwimmen wird dann endlich vor Ort erfüllt. Daher war die Zustimmung im Gemeinderat sehr groß“, erklärt Holzwarth. Die Fraktionen des Gemeinderats hätten sich seit drei Jahren intensiv mit der Vorbereitung des Projekts „Wunnebad-Sanierung und Erweiterung“ befasst. Das Projekt sei jetzt entscheidungsreif gewesen. „So konnten wir - mitten in der Pandemie - eine bewusste Entscheidung für die Zukunft treffen. Das ist kein „modernes Phallussymbol“, sondern verantwortliche Kommunalpolitik“, endet die Stellungnahme.