Winnenden

Panne: Stadt Winnenden fällt Bäume im Privatwald

Waldrundgang
Käferholz muss raus aus dem Wald © Gabriel Habermann

Der Wald auf dem Gießübel zwischen Birkmannsweiler, Höfen und Bürg ist aufgeteilt auf Privatbesitzer und Stadt. Unglücklicherweise aber so, dass die Stadtfläche nicht zusammenhängt und die Privatwaldbereiche sehr lang und sehr schmal sind, teilweise nur fünf, sechs Meter. Um den Wald besser bewirtschaften zu können, versucht die Stadt daher, Privatwald aufzukaufen.

Dieses Ansinnen ist einer Familie sauer aufgestoßen, die in einem Leserbrief am 29. Oktober ihrem Unmut Luft machte. Weil sie bemerkt hatte, dass in ihrem Privatwald jemand abgeholzt hatte, der städtische Förster aber von sich wies, es gewesen zu sein. Ermittlungen der Polizei ergaben dann aber doch, dass der Revierförster aus Versehen im falschen Abschnitt unterwegs war.

Im Verwaltungsausschuss bat nun Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth den stellvertretenden Kreisforstamtsleiter Ulrich Häußermann, zu der Geschichte und der „bösen Unterstellung“ der Leserbriefschreiberin Stellung zu nehmen, die Stadt wolle wohl nachhelfen mit solchen Fällaktionen bei nicht verkaufswilligen Besitzern. Sie unterstellte, dies sei absichtlich passiert.

Der Satellit stand ungünstig 

Absicht verneinte indes Ulrich Häußermann. Er erklärte das Ganze sozusagen mit einer technischen Panne. Nach der dieses Jahr wirksam gewordenen Forstamtsreform ist Förster Harald Graß neu zuständig in Winnenden. Um Grundstücksgrenzen im Wald zu bestimmen, ist er auf ein satellitengestütztes Navigationssystem, das GIS, angewiesen. „Es hat eine Genauigkeit von plus-minus fünf Meter“, sagte Häußermann. Erst bei der dritten Messung und nach der Beschwerde der Privatwaldbesitzer, bei der sich wahrscheinlich der Satellit im All in eine andere Position bewegt hatte, stimmten die Grenzpunkte auf einmal nicht mehr überein.

Wenn ein Grundstück ohnehin nur fünf Meter breit ist, dann ist so eine Messabweichung natürlich problematisch. „Das könnte man nur mit einer direkten Vermessung besser machen“, sagt Häußermann.

Die Familie wird entschädigt

Ganz unstrittig sei indes, dass das entnommene, also gefällte Holz aus dem Privatwald „Käferholz“ gewesen sei und somit „eh hätte rausmüssen. Natürlich nicht ungefragt“, so Ulrich Häußermann im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats. Nach Rücksprache mit der Kämmerin hat die Stadt der Familie nun per Brief angeboten, den Schaden auszugleichen.

„Wir wollen keinen Druck auf die Waldbesitzer ausüben“, betonte OB Holzwarth. „Der Kauf durch die Stadt ist eher als Hilfsangebot zu verstehen, die Stadt könnte eine zusammenhängende Fläche besser bewirtschaften“, so Häußermann. „Wenn die Familie das Waldstück für sich behalten will, ist das auch okay.“

Der Wald auf dem Gießübel zwischen Birkmannsweiler, Höfen und Bürg ist aufgeteilt auf Privatbesitzer und Stadt. Unglücklicherweise aber so, dass die Stadtfläche nicht zusammenhängt und die Privatwaldbereiche sehr lang und sehr schmal sind, teilweise nur fünf, sechs Meter. Um den Wald besser bewirtschaften zu können, versucht die Stadt daher, Privatwald aufzukaufen.

Dieses Ansinnen ist einer Familie sauer aufgestoßen, die in einem Leserbrief am 29. Oktober ihrem Unmut Luft machte. Weil

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