Winnenden

Passanten an Winnender Radwegen fragen sich: Was macht die Kamera dort oben?

Radlerzählung
Eine Straßenlaterne und darunter eine Videokamera – gesehen am Radweg von Höfen nach Winnenden. © Schmitzer

Im Stadtgebiet sind neben Verkehrs- und Beleuchtungsmasten Kästen mit Teleskopstangen und kleinen Kameras angebracht. Die Zähltechnik wurde Anfang dieser Woche im Stadtgebiet an verschiedenen Knotenpunkten an den Straßen aufgehängt. In Winnenden wurde am Dienstag, 15. Juni, und am Donnerstag, 17. Juni, der Radverkehr gezählt. Dies geschieht mittlerweile nicht mehr, wie letztmals noch vor fünf Jahren im motorisierten Verkehr, mit Hilfe von zahlreichem Zählpersonal der Winnender Schulen, sondern mit Videokameras, die automatisiert und anonymisiert ausgewertet werden.

Der Vorteil dabei ist natürlich der geringere Personalaufwand zum einen, zum anderen bietet sich auch die Möglichkeit, unterschiedliche Zeiträume, wie morgens und mittags, in einer Zählung zu erfassen. Die Zählungen betreffen den gesamten Radverkehr im Stadtgebiet und geben damit ein Bild über den aktuellen Umfang des Radverkehrs. In Verbindung mit den Zahlen, die vom motorisierten Verkehr aus jüngeren Zählungen bekannt sind, und den bekannten Zahlen der Fahrgäste im ÖPNV, kann man die Verkehrsverteilung über die verschiedenen Verkehrsmittel, beim privaten Pkw angefangen, über den ÖPNV bis zu Radfahrenden und zu Fuß Gehenden, bestimmen.

Diese Zahlen sind eine wichtige Grundlage, um die weitere verkehrliche Entwicklung entsprechend der vom Gemeinderat der Stadt formulierten Ziele, wie sie beispielsweise im Radverkehrskonzept von 2017 beschrieben sind, zu lenken. Neben der Verteilung der von den Bürgerinnen und Bürgern gewählten Verkehrsmittel kann durch die Zählung auch festgestellt werden, welche Routen am häufigsten gewählt werden und am dichtesten befahren sind. Diese Daten sind eine wichtige Grundlage bei der Entwicklung von vorrangigen Radwegeverbindungen in der Stadt. Eine Nachzählung soll in zehn Jahren stattfinden, um erkennen zu können, inwieweit sich die Verkehrsverteilung durch neu gebaute Verkehrsanlagen verändert hat.

Speichertechnik
Speichergerät für die Videodaten - gesehen am Radweg von Höfen nach Winnenden. © zvw-schmitzer

Daten werden nach Angaben der Stadt schnell wieder vernichtet

Grundlage der Zählungen sind Videoaufnahmen. Diese Aufnahmen sind laut Stadtverwaltung in Schwarz-Weiß und geringer Auflösung, so dass das Auslesen personenbezogener Daten wie einzelne Gesichter oder Kennzeichen nicht möglich sei. Die Auswertung der durch die Filme erhobenen Daten geschehe automatisiert, bereits im Gerät, und die filmischen Rohdaten würden nach der Auswertung in Tabellen umgehend vernichtet.