Winnenden

Paulinenpflege braucht mehr Platz und will Pläne am Steinweg alleine realisieren

Steinweghaeuser
Die bestehenden Gebäude am Steinweg sind in die Jahre gekommen. © Gaby Schneider

Am Steinweg 1 bis 7 plant die Paulinenpflege den Bau von insgesamt 44 Wohnungen, aufgeteilt in vier Gebäude. Wohnen sollen dort später zum einen Mitarbeiter, aber auch Klienten der Einrichtung. Ursprünglich wollte die Paulinenpflege das Vorhaben gemeinsam mit der Baugenossenschaft Winnenden (BGW) realisieren, setzt das Projekt nun allerdings alleine um. Bis Arbeiter am Steinweg mit dem Vorhaben der Einrichtung beginnen, wird es allerdings noch dauern.

„Tatsächlich steigt unser prognostizierter Bedarf an Wohnraum“, schreibt Marco Kelch, Pressesprecher der Paulinenpflege auf Nachfrage zu den Gründen für die Entscheidung, alleine zu bauen. So waren bis ins Jahr 2020 noch Doppelzimmer der Standard.

Spätestens die Corona-Pandemie habe nun allerdings gezeigt, dass Klienten in Einzelzimmern untergebracht werden müssen, schreibt Kelch.

Mitarbeiterwohnungen gegen den Personalmangel

Aber, das sind längst nicht alle Gründe. Die Einrichtung verzeichnet auch einen steigenden Bedarf im ambulanten, betreuten Wohnen. Dabei handelt es sich um Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung, die nach ihrem Grad an Selbstständigkeit nicht zwingend eine Heimunterbringung benötigen. „Hier fehlt am Markt bezahlbarer Wohnraum“, so Kelch weiter.

Um dem weiter steigenden Personalmangel entgegenzuwirken, brauche man außerdem Mitarbeiterwohnungen. „Wir haben deshalb der BGW schweren Herzens abgesagt“, bedauert der Pressesprecher.

Das gesamte Grundstück gehört der Paulinenpflege. „Wir waren vor Jahren von einem geringeren Bedarf ausgegangen und hatten deshalb der BGW ein Teilgrundstück zum Kauf angeboten, das einen Teil unserer Baukosten finanziert hätte“, erklärt Kelch, der zudem betont, dass man gerne von der Erfahrung der BGW in der Abwicklung von Wohnungsbau profitiert hätte.

Paulinenpflege verfolgt keinen strikten Zeitplan

Einen strikten Zeitplan für das Projekt gibt es nicht. „Der Baubeginn wird nach 2023 liegen“, so Kelch. Zuvor müsse man vorrangige Bau- und Umbaumaßnahmen bewältigen, die die Landesheimbauverordnung auferlegt und die vor allem die Ertüchtigung vorhandener Heimgebäude betreffen. Unter anderem müssen zusätzliche Bäder eingebaut und Raumgrößen geändert werden. „Dazu gehört die Errichtung eines Gebäudes mit 12 Wohnplätzen in der Ringstraße 105, weil die Umbauten in den Heimen zu einer geringeren Platzzahl führen.“ Dies binde Finanzkraft. „Wir müssen sie zuerst voranbringen, bevor wir das nächste Projekt beginnen können“, enden Kelchs Ausführungen.

Gemeinderat rückt in diesem Fall vom Sozialbauprinzip ab

Die Gemeinderäte haben die Einrichtung in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses zumindest finanziell etwas entlastet.

Eigentlich regelt das sogenannte Handlungskonzept soziales Wohnen in Winnenden (HasoWo), dass Grundstückseigentümer ab einer bestimmten Flächengröße den sozialen Wohnungsbau unterstützen müssen. Entweder durch den Bau geförderter Wohnungen, der Übertragung eines Grundstückes an die Stadt oder einer Ausgleichszahlung. „In begründeten Einzelfällen ist es möglich, von diesem Konzept abzurücken. Die Paulinenpflege ist ein Sozialträger, der ganz wichtige Aufgaben in Winnenden und Umgebung erfüllt“, erklärte Markus Schlecht, Leiter des Stadtentwicklungsamtes in der Sitzung.

Dem stimmten die Räte unisono zu. FDP-Stadträtin Steiger erklärte, dass sie dem Abrücken der Sozialabgabe sehr gerne zustimme. „HasoWo gehört für alle abgeschafft. Jede Wohnung sorgt für Entlastung auf dem Markt.“

Am Steinweg 1 bis 7 plant die Paulinenpflege den Bau von insgesamt 44 Wohnungen, aufgeteilt in vier Gebäude. Wohnen sollen dort später zum einen Mitarbeiter, aber auch Klienten der Einrichtung. Ursprünglich wollte die Paulinenpflege das Vorhaben gemeinsam mit der Baugenossenschaft Winnenden (BGW) realisieren, setzt das Projekt nun allerdings alleine um. Bis Arbeiter am Steinweg mit dem Vorhaben der Einrichtung beginnen, wird es allerdings noch dauern.

„Tatsächlich steigt unser

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper