Winnenden

Paulinenpflege: Forscher gräbt Bedrückendes über Gewalt an Heimkindern aus

Paulinenpflege
Beim Jakob-Friedrich-Heim-Wohnzentrum der Paulinenpflege befindet sich der Gottesdienstraum, in dem der Vortrag stattfindet. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit 2009 ist das Thema des Missbrauchs in Institutionen ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit getreten. „Je mehr über die Verhältnisse in anderen Einrichtungen und Heimen bekannt wurde, desto größer wurde die Ahnung bei der großen diakonischen Einrichtung Paulinenpflege, dass auch sie keine Ausnahme gewesen ist“, schreibt deren Pressesprecher Marco Kelch. „Viele der Verhältnisse und der äußeren Umstände waren hier genauso, wie in allen anderen Heimen auch“, das sei die Erkenntnis aus einem nun vorliegenden Buch.

Den Anstoß gab ein erwachsener Mann, den das Vergangene einfach nicht ruhen ließ. Er vermutete damals, dass es anderen weitaus schlimmer ergangen war. Im Juli 2018 informierte ein ehemaliges Heimkind die Winnender Zeitung über Gewalterlebnisse Anfang der 70er Jahre in der Jugendhilfe (wir haben am 18. Oktober 2018 berichtet).

Historiker mit Studie betraut

Die Paulinenpflege beauftragte daraufhin das Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeit von 1945 bis 1983. Das Institut betraute den Historiker Dr. Sebastian Wenger mit der Aufgabe.

„Was Herr Wenger erforscht und erarbeitet hat, liegt nun als Buch vor und ist für uns alle, die wir heute in der Paulinenpflege Verantwortung tragen, sehr bedrückend“, schreibt Kelch weiter.

Mehr möchte die Einrichtung vor der öffentlichen Veranstaltung nicht zum Thema sagen.

Interessierte: Bitte anmelden

Der Vortrag über das Forschungsergebnis und die Diskussion im Beisein Betroffener findet zusammen mit der Buchpräsentation am Mittwoch, 11. Mai, um 17 Uhr im Gottesdienstraum im Innenhof Ecke Ring-/Paulinenstraße in Winnenden statt.

Um eventuell in einen größeren Raum umziehen zu können, bittet die Paulinenpflege um Anmeldung per E-Mail an stella.vekilyan@paulinenpflege.de.

Seit 2009 ist das Thema des Missbrauchs in Institutionen ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit getreten. „Je mehr über die Verhältnisse in anderen Einrichtungen und Heimen bekannt wurde, desto größer wurde die Ahnung bei der großen diakonischen Einrichtung Paulinenpflege, dass auch sie keine Ausnahme gewesen ist“, schreibt deren Pressesprecher Marco Kelch. „Viele der Verhältnisse und der äußeren Umstände waren hier genauso, wie in allen anderen Heimen auch“, das sei die Erkenntnis

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