Winnenden

Plan gegen Stau auf der Südumgehung

a19911f4-4f3b-44d1-824e-8822e7207699.jpg_0
Südumgehung, kurz hinter der Waiblinger Straße: Regelmäßig bauen sich Staus auf wie dieser. © Habermann/ZVW

Winnenden. Es ist eine eklatante Misere auf der Winnender Südumgehung: Stau am Morgen, Stau am Abend. Die Straße gehört dem Land, denn sie dient der Durchfahrt von der B 14 Richtung Berglen und umgekehrt. Trotzdem kümmert sich jetzt die Stadt um diesen Stau. Sie gab Pläne für mehr Fahrspuren in Auftrag, damit das Land sieht, was den Verkehrsfluss fördern würde, und damit es dann baut.

Die Stadt wollte nicht abwarten, bis das Land so weit ist, dass es Pläne machen lässt. Autofahrer aus Winnenden und Fachleute der Stadtverwaltung sind sich längst sicher, wo der Flaschenhals liegt: an der Kreuzung zwischen Henry-Dujol-Kreisel und Waiblinger Straße, wo die Bewohner von Lange Weiden abbiegen oder die Beschäftigten der Firmen an der Linsenhalde abfahren.

Der längste Stau ist auf der mittleren Spur 

Den ersten Stau von der Waiblinger Straße her kann jeder selbst am Morgen beobachten: Kaum ist man in die Südumgehung reingefahren, beginnt die Drängelei: Wie kriege ich die richtige Spur? Nur eine führt geradeaus, auf der rechten muss ich nach rechts, auf der linken stehe ich im Stau Richtung Lange Weiden.



Weil die meisten geradeaus wollen, ist der längste Stau auf der mittleren Spur. Auf der Gegenseite sieht es fast gleich aus. Zwischen Henry-Dujol-Kreisel und Elisabeth-Selbert-Straße staut es sich auf, weil auch dort nur eine Spur geradeaus führt. Und: Auf beiden Seiten geht es nach der Kreuzung einspurig weiter. Das ist einfach zu schmal, zu wenig für die vielen Autos, die über diesen Knoten müssen.

Verkehrsplaner Karajan schlägt mehr Fahrspuren vor

Was tun? Die Stadt hat beim Verkehrplanungsbüro Karajan angefragt und Jürgen Karajan skizzierte im Technischen Ausschuss des Gemeinderats mögliche Verbesserungen. Die Straße soll auf 300 Metern etwas breiter werden, über die Kreuzung hinweg soll in beiden Richtungen auf zwei Spuren geradeaus gefahren werden. Das sähe dann von der Waiblinger Straße in Richtung Dujol-Kreisel so aus: linke Spur für Lange Weiden, mittlere Spur geradeaus, rechte Spur geradeaus und für Linsenhalde. Nach der Kreuzung müssten auch zwei statt nur einer Fahrspur angelegt werden. In der umgekehrten Richtung würde das Gleiche gemacht. Bislang ist dies ein skizzierter Vorschlag, dessen Entlastungswirkung als sicher gilt laut Verkehrsplaner Jürgen Karajan.

Technischer Ausschuss vergibt Planung zum Preis von 75 000 Euro

Jetzt soll der Verkehrsexperte einen richtigen Straßenbauplan zeichnen, beschloss der Technische Ausschuss des Gemeinderats diese Woche einstimmig. Kosten: 75 000 Euro für den Plan. Der Bau selbst würde dann ziemlich genau 714 000 Euro kosten, sagte Karajan den Gemeinderäten. Bauen soll das Land, dem die Straße gehört. Allerdings weiß im Moment niemand, wann das Land bauen will – fertige Baupläne werden vermutlich die Dringlichkeit des Straßenbaus vor Augen führen.

Kurz vor dem Henry-Dujol-Kreisel wird die Straße wieder einspurig

Jeder Plan und jeder Umbau hat seine Grenzen. Bei dieser Straßenverbreiterung wäre es so: Sie würde kurz vor dem Dujol-Kreisel enden, weil dort die Fußgängerunterführung ist, und die bestimmt die Straßenbreite. Hier die Straße zu vergrößern – das wäre wesentlich teurer als die jetzigen Vorschläge. FWV-Stadtrat Erich Pfleiderer hatte danach gefragt, und Verkehrsplaner Karajan meinte, die Fortführung der beiden Fahrspuren bringe nur eine geringe zusätzliche Entlastung – die in keinem Verhältnis zu den Baukosten stünde.

Zusätzlicher Verkehr aus Schorndorf gilt als unwahrscheinlich

Andere Frage, von FWV Stadtrat Hanspeter Luckert: „Besteht die Gefahr, dass wir neue Verkehrsströme anlocken?“ „Es wird mehr Verkehr aus der Wiesenstraße auf die Südumgehung umgelenkt, wenn hier das Durchkommen besser wird, aber das ist ja erklärtes Ziel des Gemeinderats. Ich glaube aber nicht, dass wir zusätzlichen Verkehr aus Schorndorf anlocken“, meinte Planer Jürgen Karajan. „Also ist es das Ziel, dass wir uns selber entlasten“, meinte Luckert und stimmte dem Planauftrag zu.