Winnenden

Planen Winnenden, Leutenbach und Berglen wieder gemeinsam den Hochwasserschutz am Buchenbach?

Rohbau unter Wasser - Tiefgarage und Keller abgesoffen, Winnenden, Gerberstr., Rems-Murr-Kreis, 07.02.2015.
Im Februar 2015 war die Baustelle Gerberviertel von Hochwasser des Buchenbachs betroffen. © Benjamin Beytekin

„Die Hochwassergefahren müssen überprüft werden“, knüpfen die Gemeinde Leutenbach und die Stadt Winnenden in einer gemeinsamen Pressemitteilung an Wünsche ihrer Gemeinderäte und unseren Artikel vom 22. Juli („Wenn der extreme Regen fällt ...“) an. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Bürgermeister Jürgen Kiesl haben sich kurzfristig verständigt, das Thema bald wieder auf die gemeinsame Agenda zu nehmen. Zu Gesprächen über die Planungsgemeinschaft Buchenbach laden sie auch die Gemeinde Berglen ein.

Die Vorgeschichte: Bereits 2003 hatten die drei Kommunen zusammen eine Flussgebietsuntersuchung beim Planungsbüro Nussbaum erarbeiten lassen. Diese wurde 2004 vorgestellt und sah verschiedene Maßnahmen in Kombination auf allen drei Gemarkungen zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vor.

Plan für gemeinsamen Hochwasserschutz liegt seit 2005 in der Schublade

Während Leutenbach und Winnenden die Umsetzung gemeinsam voranbringen wollten, sei sie von der Gemeinde Berglen 2005 jedoch nicht mitgetragen worden. Damit war die Gründung des für die Umsetzung notwendigen „Zweckverbands Hochwasserschutz Buchenbachtal“ gescheitert.

Damals waren bereits eine Satzung ausgearbeitet und die Kostenaufteilung geregelt worden. Die drei Kommunen wollten eine Verbandsversammlung mit elf Stimmen (Leutenbach und Winnenden je 4, Berglen 3) installieren und einen Umlageschlüssel von 24 Prozent für Berglen, 37 Prozent für Winnenden und 39 Prozent für Leutenbach vereinbaren. Dies ergab sich aus dem entsprechenden Nutzen der geplanten Maßnahmen. Als die Verhandlungen stockten, hatte Leutenbach angeboten, einen etwas höheren Kostenanteil zugunsten von Berglen zu übernehmen. Die Gemeinde Berglen, wo Bürgermeister Holger Niederberger demnächst sein neues Amt antreten wird, wollen beide Verwaltungschefs bald zum Austausch mit der Gewässerfachbehörde im Landratsamt Rems-Murr-Kreis einladen, um auszuloten, ob und wie das Thema wieder angegangen werden könnte. Seit 2005 sind allerdings auch ohne die Gründung des Verbands wesentliche Fortschritte im Hochwasserschutz erzielt worden:

Hochwasserlinien festgelegt, Konzepte für Schutz vor Starkregen werden gefördert

Das Land Baden-Württemberg hat im Jahr 2011 landeseinheitlich die Hochwasserrisiko-Gebiete definiert. Damit wurden die Gebiete für Hochwassergefahren gestuft beschrieben: Das Extrem-Hochwasser (ein sogenanntes 1000-jährliches Hochwasser), das für baurechtliche Entscheidungen maßgebliche sogenannte 100-jährliche Hochwasser und die fünf- und zehnjährlichen Hochwasserlinien wurden als verbindliche Planungsgrundlage berechnet und vom Land verbindlich festgelegt.

In einer Mitteilung der Landesanstalt für Umwelt heißt es, das Thema in Bezug auf Starkregenfälle weiterführend: „Das Land Baden-Württemberg unterstützt seit dem Jahr 2016 Kommunen finanziell bei der Erstellung von Konzepten für das lokale Management der Risiken durch Starkregen.“ Leitfäden und landesweit hochaufgelöste Datengrundlagen kommen von der Landesanstalt als fachliche Unterstützung für Berechnungen. „Mehr als 20 Prozent der 1100 Kommunen in Baden-Württemberg sind diese Aufgabe bereits angegangen.“ Als Warnung wichtig für die Bevölkerung sind und bleiben jedoch die Wettervorhersagen.

„Die Hochwassergefahren müssen überprüft werden“, knüpfen die Gemeinde Leutenbach und die Stadt Winnenden in einer gemeinsamen Pressemitteilung an Wünsche ihrer Gemeinderäte und unseren Artikel vom 22. Juli („Wenn der extreme Regen fällt ...“) an. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Bürgermeister Jürgen Kiesl haben sich kurzfristig verständigt, das Thema bald wieder auf die gemeinsame Agenda zu nehmen. Zu Gesprächen über die Planungsgemeinschaft Buchenbach laden sie auch die Gemeinde

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