Winnenden

Planung für den Holzmarkt beschlossen

20 Parkplätze und neun Bäume_0
Drei Wohn- und Geschäftshäuser – so soll der Holzmarkt künftig aussehen. © Class Immobilien

Winnenden. Die Neugestaltung des Holzmarkts durch die Stadt Winnenden ist beschlossen. Der Gemeinderat hat sich mit großer Mehrheit für einen vom Ingenieurbüro Karajan entwickelten Plan entschieden: mit einer kleinen Fußgängerzone rund um die neue Terrasse vor der Weinstube „Traube“ und 20 oberirdischen Stellplätzen.

Die Stadt  wird voraussichtlich 856 000 Euro für den neuen Platz ausgeben müssen, kann allerdings auch auf Fördergelder hoffen. Auf dem Holzmarkt werden sich künftig neun Bäume und insgesamt 13 Fahrradbügel für doppelt so viele Fahrräder befinden.

Mit der Schaffung einer kleinen Gastroterrasse und der Abschaffung der heutigen Durchfahrtsmöglichkeit von der Ringstraße beim Kino zur Ringstraße bei der Bäckerei Weber entspricht der Vorschlag den Wünschen des Gemeinderats. „Da ist die allerbeste Lösung und ein guter Kompromiss für diesen Abschnitt gelungen“, lobte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

Anzeige signalisiert, ob ein Parkplatz frei ist

Petra Schäftlmeier (CDU) kritisierte die Menge und die Breite der Parkplätze von nur 2,50 Meter, doch Planer Dr. Jürgen Karajan führte aus, dass in der Mitte mit sechs Metern genug Platz zum Rangieren sei und die Baumquartiere den Parkenden an sich noch mehr Raum verschaffen – „es ist anders als in einem Parkhaus, in dem Stützen alles zusätzlich einengen.“ Er schlage zudem eine Stellplatzanzeige vor, damit niemand unnötig in den Parkplatz einfährt, wenn er voll belegt ist.

In der privaten Tiefgarage entstehen ebenfalls Kundenparkplätze

Weitere zehn Längsparkplätze befinden sich insgesamt an der Ringstraße vor dem Mehrgenerationenhaus und vor der Traube und werden bei der Umgestaltung der ehemaligen B 14 geschaffen. Außerdem sind 15 bis 20 Kundenparkplätze in der Tiefgarage des neuen Wohn- und Geschäftshauses am Holzmarkt geplant. Stadtentwicklungsamtsleiter Markus Schlecht erinnerte daran, dass in der Tiefgarage unter dem Neubau auf dem Kronenplatz der Parkplatz-Schwerpunkt liegen wird. Der Investor selbst, vertreten von Rainer Class’ Bauträgerfirma, wünschte mindestens 20 oberirdische Stellplätze vor den fünf Geschäften, von denen das Sportgeschäft das größte sein wird.

Stadtrat Frank Rommel (CDU) stimmte als einziger gegen die Planung und in der Konsequenz auch gegen den städtebaulichen Vertrag mit der Bauträgerfirma Class und ihren Rechtsnachfolgern und gegen den Bebauungsplan für das Gebiet. „Ich habe mittlerweile Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts. Es ist offenbar fraglich, ob ein Sportgeschäft kommt. Klappt es nicht, wäre es sehr schade. Ich kenne keines, das weniger als 70 Parkplätze vor der Tür hat.“ Rommel folgert daraus, dass mehr Parkplätze geschaffen werden müssen, zum Beispiel mit einer weiteren Tiefgaragenebene statt einer weiteren Ladenebene.

OB Holzwarth ist guter Hoffnung, dass es mit dem Sportladen klappt

„Wir sind nach wie vor guter Hoffnung, dass es klappt, Familie Class und unser Wirtschaftsförderer sind in Gesprächen“, widersprach OB Holzwarth. Natürlich werde es „kein Mustermarkt wie zwischen Waiblingen und Fellbach“, doch seien auch für solch eine Branche innerstädtische Lösungen möglich.

Im städtebaulichen Vertrag mit der Stadt befindet sich ein Paragraf, der eindeutig die Erstbelegung des größten Ladens mit einem Sportgeschäft vorschreibt. Falls dieses sich jedoch wirtschaftlich nicht halten lässt, oder es in der Nähe Konkurrenz bekommt, ist es Class oder seinem Rechtsnachfolger erlaubt, ein anderes Geschäft hereinzunehmen, wie es dem Winnender Einzelhandelskonzept entspricht. „Kommt ein Nutzungsänderungsantrag, wird der Gemeinderat auf jeden Fall wieder vorher gefragt“, so Lisa-Marie Völker, stellvertretende Stadtentwicklungsamtsleiterin.


Die Platanen stehen nicht mehr lange

Der Holzmarkt ist seit Jahrzehnten eigentlich nur ein Parkplatz, allerdings sorgen fünf 50 Jahre alte Platanen für ein südländisches Flair. Er dient den Besuchern des Olympia-Kinos und den Kunden des Schreibwarengeschäfts Max Mayer sowie Leuten, die in der Innenstadt etwas besorgen möchten. Abends parken hier Gäste der Traube, einem kleinen, schmucken Fachwerkbau mit uriger, alter Wirtsstube.

Auf der Böschung zwischen Marktstraße und Ringstraße wachsen Büsche und Bäume – diese innerstädtische Brache wird Bauträger Class für einen privaten Investor mit einem Wohn- und Geschäftshaus neu bebauen. Die Pläne dafür hat Rainer Class im November 2017 vorgestellt.

Hauptmieter und Magnet für die untere Marktstraße soll ein Sportfachgeschäft werden. Der Name des künftigen Mieters ist jedoch bislang nicht öffentlich verkündet worden – die Verhandlungen laufen offenbar noch immer.

Die Platanen sind nach Aussagen des Stadtgärtners krank und müssten alleine deshalb gefällt werden.

Die derzeitige Baustelle auf dem Platz dient nur der Fernwärme.