Winnenden

Polizei bricht falsches Zimmer in Winnender Asylunterkunft auf und findet Drogen

Marihuana
Marihuana. © Benjamin Büttner

Wie alt ist der Angeklagte eigentlich? Diese Frage tat sich zu Beginn einer Verhandlung im Waiblinger Amtsgericht auf. In den Akten waren unterschiedliche Geburtsdaten vermerkt. Das Duldungspapier des Mannes aus Gambia gab schließlich Auskunft: 23 Jahre.

Auf der Anklagebank Platz genommen hat der Mann, weil ihm in einer Winnender Asylunterkunft im vergangenen Jahr bei zwei Durchsuchungen eine größere Menge an Marihuana zugeordnet werden konnte. Einmal fanden Polizeibeamte 16,25 Gramm, zum Verkauf in 21 Päckchen vorbereitet. Versteckt hatte er die Ware in der Gemeinschaftsküche. „Wir konnten DNA-Spuren von ihm an den Verpackungen finden“, erklärte ein Polizei-Hauptkomissar aus Waiblingen im Zeugenstand.

Auch eine Feinwaage haben die Beamten sichergestellt

In den Morgenstunden im Dezember ist es in der Unterkunft zu einer weiteren Durchsuchung gekommen. „Wir haben Haftbefehle vollstreckt und Räume durchsucht. Versehentlich haben wir auch den Raum des Angeklagten aufgebrochen“, erklärte ein anderer Beamter. Daraufhin habe der 23-Jährige sämtliche Gegenstände zum Fenster hinaus geworfen. Also habe man auch für dessen Räume eine Durchsuchungserlaubnis erhalten. „In einem Socken, der auf dem Fenstersims lag, haben wir 22,5 Gramm Marihuana gefunden. Außerdem war unter den Gegenständen auch eine Feinwaage“, schilderte der Polizeibeamte.

Über seine Anwältin lies der Angeklagte erklären, dass er die Taten vollumfänglich einräume. Marihuana habe er verkauft, um seine eigene Sucht zu finanzieren. Mittlerweile ist er mehrmals bei der Suchtberatung in Waiblingen gewesen, nicht mehr drogenabhängig.

Zudem hat er seinen Hauptschulabschluss gemacht, mehrere Sprachkurse erfolgreich absolviert. Auch eine Ausbildung als Maler hatte der 23-Jährige in Aussicht, konnte diese aufgrund einer fehlenden Arbeitserlaubnis jedoch nicht beginnen. „Ich warte auf meinen Pass aus Gambia. Wenn ich diesen bei der Ausländerbehörde vorlege, dann darf ich die Ausbildung beginnen“, erklärte der Mann.

Positive Entwicklung beim Angeklagten zu erkennen

Der anwesende Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, zwei Monaten und zwei Wochen. Diese könne zur Bewährung ausgelegt werden. „Der Angeklagte hat eine Entwicklung zum Positiven vollzogen. Negativ ausgelegt werden kann ihm jedoch, dass er bereits eine Eintragung aus dem Jahr 2016 hat, ebenfalls wegen des Verkaufs von Marihuana.“

Die Verteidigerin schloss sich dem Staatsanwalt an, plädierte jedoch für eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, ebenfalls auf Bewährung.

Nach kurzer Unterbrechung verkündigte Richterin Basoglu-Waselzada das Strafmaß: eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Zusätzlich muss der Mann in den kommenden sechs Monaten 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Zu berücksichtigen ist die Tatsache, dass der Angeklagte geständig ist. Außerdem ist eine positive Entwicklung zu erkennen. Ich hoffe, dass mit dem Pass klappt, damit Sie schnell ihre Ausbildung beginnen können“, so die Richterin. Sowohl Staatsanwalt als auch die Verteidigerin erklärten, auf weitere Rechtsmittel zu verzichten. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Wie alt ist der Angeklagte eigentlich? Diese Frage tat sich zu Beginn einer Verhandlung im Waiblinger Amtsgericht auf. In den Akten waren unterschiedliche Geburtsdaten vermerkt. Das Duldungspapier des Mannes aus Gambia gab schließlich Auskunft: 23 Jahre.

Auf der Anklagebank Platz genommen hat der Mann, weil ihm in einer Winnender Asylunterkunft im vergangenen Jahr bei zwei Durchsuchungen eine größere Menge an Marihuana zugeordnet werden konnte. Einmal fanden Polizeibeamte 16,25 Gramm,

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