Winnenden

Preise im Wunnebad Winnenden: Für wen lohnt sich die neue „Vielschwimmer-Card“?

Wunnebad Winnenden
Baden neben Baggern: Das Wunnebad weist für die neue Saison „Baustellenpreise“ aus – und kommt den Vielschwimmern mit einer Rabattkarte entgegen. © Gabriel Habermann

Im Wunnebad gibt es wegen des Umbaus keine Dauerkarten mehr zu kaufen. Das hat den Stadtwerken viel Gegenwind eingebracht. Kurz vor Beginn der Erweiterung vor wenigen Wochen startete eine Winnenderin eine Petition, die sich gegen die Preispolitik richtete. 665 Menschen haben unterschrieben. Gerade für die „Vielschwimmer“, die mehrmals in der Woche ins Sportbecken steigen, seien die Einzelpreise zu teuer, lautete der Vorwurf. Dieser Gruppe kommen die Stadtwerke jetzt entgegen: mit einer Vielschwimmer-Card.

Die Vielschwimmer-Card rechnet sich ab dem 66. Besuch in der laufenden Saison

Diese Rabattkarte, gibt es seit 1. April und noch bis 30. Mai vor Ort im Wunnebad zu erwerben. Sie kostet 115 Euro und berechtigt zu 50 Prozent Rabatt auf den Einzeleintritt für Erwachsene. Für eine Tageskarte, die im momentan gültigen „Baustellentarif“ 3,50 Euro kostet, bezahlt der Inhaber einer Vielschwimmer-Card also nur noch 1,75 Euro. Die Einzelkarte muss im Onlineshop oder an der Kasse gelöst werden.

Die Vielschwimmer-Card ist gültig bis 8. Januar 2023. Für treue Gäste würde sich die Karte also ab dem 66. Wunnebad-Besuch in der laufenden Saison lohnen. Sie ist personengebunden und nicht übertragbar. „Die Nutzungsbedingungen schließen 14 Tage Sonderschließzeit ein, für die keine Erstattung des anteiligen Kaufpreises erfolgt“, haben die Stadtwerke festgelegt.

Die Idee stammt aus den Reihen des Aufsichtsrats der Stadtwerke

Der Aufsichtsrat des Wunnebads hat die Vielschwimmer-Card in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung vergangene Woche beschlossen. Die Idee hatte Stadtrat und Aufsichtsratsmitglied Christoph Mohr Mitte Februar in die Debatte eingebracht.

Damals hatte Bäderleiter Sascha Seitz neben den günstigeren Eintrittspreisen zum Baustellentarif (3,50 Euro statt vier Euro für Erwachsene) vorgeschlagen, eine weitere „Wunnebad-Card“ einzuführen. Diese vierte Wertkarte für 400 Euro – es gibt sie bereits für 100, 200 und 300 Euro – sollte zu 25 Prozent Rabatt auf den Einzel-Eintrittspreis berechtigen.

Der Aufsichtsrat lehnte ab – mit Verweis auf die Wünsche, die in der Online-Petition formuliert werden. Für Vielschwimmer sei die teure Wunnebad-Card keine Option. Stattdessen wurde Sascha Seitz beauftragt, den Vorschlag Christoph Mohrs auszuarbeiten: die Rabattkarte. Das hat Seitz getan. In der Kalkulation des Bäderleiters sollen zwischen 300 und 400 Vielschwimmer-Cards verkauft werden.

„Der durchschnittliche Gesamterlös pro verkaufter Vielschwimmer-Card liegt hierbei bei rund 309 Euro über den gesamten Gültigkeitszeitraum der Karte“, schreiben die Stadtwerke in einer Sitzungsvorlage.

Wie oft besucht ein Vielschwimmer im Durchschnitt das Wunnebad?

In ihrer Berechnung gehen die Stadtwerke davon aus, dass jeder Vielschwimmer bis 8. Januar dreimal pro Woche, also 111-mal, das Wunnebad besuchen wird. Das ergebe aus der einmaligen Investition von 115 Euro und dem Preis für die Einzelkarten einen Durchschnittserlös von 2,78 Euro pro Besuch. Der durchschnittliche Karteninhaber würde nach dieser Berechnung gegenüber dem regulären Preis für die Einzelkarten rund 25 Euro sparen. Familien, Jugendliche und Kinder miteingerechnet, kalkulieren die Stadtwerke in ihrem Wirtschaftsplan mit durchschnittlich 2,68 Euro Eintritt pro Kopf und Besuch. Bei insgesamt knapp 216 000 Besuchern im Wunnebad, die rund 580.000 Euro Eintritt zahlen, käme am Ende der Saison ein durchschnittlicher pro-Kopf-Eintrittspreis von 2,69 Euro heraus. 350 Vielschwimmer-Cards müssten in dieser Kalkulation verkauft werden.

Wäre es nach fast der Hälfte der Aufsichtsräte gegangen, wären den Wunnebad-Gästen noch weitere Rabatte gewährt worden. Der Vorschlag Christoph Mohrs, die Vielschwimmer-Card als „Signal an unsere Jugend“ auch als Version für Ermäßigungsberechtigte anzubieten, lehnte das Gremium bei 6:5 Stimmen ab. Der ermäßigte Eintritt kostet bereits nur zwei Euro. Die Vielschwimmer-Card ist auf diesen Preis nicht anwendbar.

Die "Wunnebad-Card" für einen Rabatt auf den Rabatt nutzen - geht das?

Auch die Frage, ob denn die Inhaber einer Wunnebad-Card einen Rabatt auf die Vielschwimmer-Card geltend machen könnten, quasi einen Rabatt auf den Rabatt, beschieden Stadtwerke-Chef Jochen Mulfinger und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth mit einem klaren Nein. „Das wäre jenseits von Gut und Böse“, sagte der OB, der einmal mehr darauf verwies, dass das Bad ein Zuschussbetrieb sei, den auch diejenigen Bürger mitbezahlten, die es nicht nutzten. Höchstens einen „Spurwechsel“ von der einen auf die andere Karte könne er sich vorstellen, pflichtete Jochen Mulfinger bei.

Im Herbst werden sich die Stadtwerke und der Aufsichtsrat erneut mit dem Thema Tickets auseinandersetzen, dann für die Saison 2023. Bis zum Sommer 2024 soll der Umbau abgeschlossen sein, das Wunnebad in neuem Glanz erstrahlen. Spätestens, wenn sich das abzeichnet, wird auch das klassische Dauerkartenmodell wieder grundsätzlich debattiert werden.

Im Wunnebad gibt es wegen des Umbaus keine Dauerkarten mehr zu kaufen. Das hat den Stadtwerken viel Gegenwind eingebracht. Kurz vor Beginn der Erweiterung vor wenigen Wochen startete eine Winnenderin eine Petition, die sich gegen die Preispolitik richtete. 665 Menschen haben unterschrieben. Gerade für die „Vielschwimmer“, die mehrmals in der Woche ins Sportbecken steigen, seien die Einzelpreise zu teuer, lautete der Vorwurf. Dieser Gruppe kommen die Stadtwerke jetzt entgegen: mit einer

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