Winnenden

Prozess gegen Psychiatrie: Keine groben Behandlungsfehler im Fall Tim K.

Gerichtsprozess gegen psychiatrische Klinik_0
Die Rechtsanwältin des beklagten Klinikums, Monika Baumhackel, in Heilbronn im Landgericht. © Christine Tantschinez

Winnenden/Heilbronn: Das Zentrum für Psychiatrie Weinsberg hat sich im Fall Tim K. nicht mit Ruhm bekleckert. Grobe Behandlungsfehler der Ärzte und Therapeuten lassen sich aber nicht nachweisen. Diese Einschätzung gab der psychiatrische Gutachter Prof. Dr. Dr. med. Remschmidt am Dienstag im Zivilprozess, den der Vater von Tim K. gegen die Weinsberger Klinik angeregt hatte.

Der Gutachter glaubt, auch bei einem besserem psychiatrischen Umgang mit dem Fall wäre der Amoklauf nicht zu verhindern gewesen. Damit dürften die Weichen gestellt sein, dass die Klage von Jörg K. erfolglos bleibt.

Jörg K. selber war zum Gerichtstermin nicht erschienen. Als Begründung ließ er durch seinen Anwalt eine "nicht sehr aussagekräftige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" vorlegen, wie Richter Rieger sagte.

Gegen 18:30 war die Beweisführung abgeschlossen, das Urteil wird voraussichtlich am 26. April verkündet.

Tim K. tötete vor sieben Jahren bei einem Amoklauf 15 Menschen. Der 17-Jährige war ein halbes Jahr zuvor in der Weinsberger Psychiatrie begutachtet worden. Die Ärzte hätten erkennen müssen, was für eine Zeitbombe er dargestellt habe, so die Begründung von Erik Silcher, Anwalt des Vaters, für die Klage.

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