Winnenden

Prozess in Waiblingen: Streit zwischen Zeitungsausträgern in Winnenden eskaliert

Zeitung Briefkasten
Symbolfoto. © Pixabay

Seinen bisherigen Höhepunkt hat der seit vielen Jahren ausgetragene Streit zwischen zwei Winnender Zeitungsausträgern vor dem Waiblinger Amtsgericht gefunden. Der Angeklagte hatte seine Kollegin und deren Ehemann mit der Ankündigung „Du Drecksau! Ich schlag’ dir den Schädel ein!“ durch deren geschlossene Haustür bedroht und beleidigt.

Eigentlicher Auslöser des Streites, berichtete der mitgeschädigte Ehemann der Austrägerin, sei gewesen, dass sich sowohl seine Frau wie auch der Angeklagte um denselben Zustellbezirk bewarben. Nachdem der Bezirk seiner Frau zugeteilt worden sei, hätten die Schwierigkeiten angefangen.

Weitere Eskalation auf einem Friedhof

Der Angeklagte wiederum erzählte der Richterin, das Ehepaar habe ihn auf seinen Touren im Auto verfolgt, um zu kontrollieren, ob er seine Arbeit auch korrekt ausübte.

Zu einer weiteren Eskalation, berichteten beide übereinstimmend, ist es dann ebenfalls schon vor einigen Jahren an einem heißen Sommertag auf einem Winnender Friedhof gekommen.

Als seine Frau und er zum Gießen dort waren, erinnerte sich der Zeuge, sei der Wasserhahn für das Gießwasser nicht zugedreht gewesen: Das Becken ist bereits übergelaufen und das Wasser munter über den Rand hinaus geplätschert. Darüber hat er sich angesichts der damals herrschenden Trockenheit und Wasserknappheit maßlos geärgert. Aus der Wut heraus hat er dann zu dem Angeklagten gesagt: „Ich tunke dir den Kopf rein, bis es leer ist.“ Diesen Ausbruch bedaure er mittlerweile, versicherte er und bat den Angeklagten auf Empfehlung der Richterin um Entschuldigung.

Rat der Polizei: Zettel mit Beleidigungen sammeln

Während der Angeklagte die Entschuldigung des Zeugen annahm, wies dieser dessen Versuch zurück, sich für die Bedrohung und tateinheitliche Beleidigung in zwei Fällen, für die er vor Gericht stand, ebenfalls zu entschuldigen. „Wissen Sie weshalb“, erklärte der Zeuge der Richterin und dem Vertreter der Staatsanwaltschaft, „weil ich jetzt schon weiß, dass es weitergehen wird.“

Weitergegangen ist der Zwist nach dem Vorfall auf dem Friedhof über die Jahre hinweg, bis es dem Ehepaar zu viel geworden war. Sie wandten sich an die Winnender Polizei um Rat, und die empfahl ihnen, die Zettel, die der Angeklagte ihnen mit Beleidigungen zukommen ließ, zu sammeln und mit diesen Beweismitteln Strafantrag zu stellen. Dieser Empfehlung folgten sie. Es führte dazu, dass der Angeklagte einen Strafbefehl über 60 Tagessätze in Höhe von 20 Euro erhielt, wegen Bedrohung in Tateinheit mit Beleidigung.

An einem Sommertag kommt der Streit im Angeklagten wieder hoch

Dies alles, so der Angeklagte, sei in ihm wieder hochgekommen, als er an einem Tag im Juli gegen sechs Uhr in der Früh am Haus des Ehepaars vorbeikam. In seinem Zorn habe er an der Haustür des Ehepaars geklingelt, an die Tür geschlagen und schließlich gerufen: „Drecksau! Ich schlag dir den Schädel ein!“ Dies sei doch gar nichts, meinte er, er habe viele Jahre auf dem Bau gearbeitet, da habe er sich ganz andere Sachen anhören müssen.

Haftstrafe von vier Monaten zur Bewährung ausgesetzt

Das Ehepaar war zu diesem Zeitpunkt gerade von seinem Morgenspaziergang mit dem Hund zurückgekommen. Es alarmierte telefonisch die Polizei, die in zwei Streifenwagen anrückte. Während die Besatzung eines Wagens die Anzeige des Ehepaars protokollierte, machte sich die des anderen auf die erfolglose Suche nach dem Angeklagten. Den ihm zugeschickten Fragenkatalog zu dem Vorfall habe er dann vollständig und ausführlich beantwortet, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt.

Da er bereits wegen derselben Straftat vorbestraft sei, begründete Richterin Figen Basoglu-Waselzada ihr Urteil, sei eine Freiheitsstrafe von vier Monaten sowohl tat- wie auch schuldangemessen. Angesichts des „unnötigen Konfliktverhältnisses“ im Vorfeld, sowie der günstigen Sozialprognose für den Angeklagten könne seine Strafe allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Mann muss außerdem innerhalb eines Jahres 30 Stunden gemeinnütze Arbeit leisten. Tut er dies nicht, wird aus der Bewährungs- eine Haftstrafe. „Und ins Gefängnis wollen Sie doch wohl nicht? Schauen Sie also, dass Sie nichts derartiges mehr machen“, richtete die Richterin ihr Wort an den Angeklagten.

Seinen bisherigen Höhepunkt hat der seit vielen Jahren ausgetragene Streit zwischen zwei Winnender Zeitungsausträgern vor dem Waiblinger Amtsgericht gefunden. Der Angeklagte hatte seine Kollegin und deren Ehemann mit der Ankündigung „Du Drecksau! Ich schlag’ dir den Schädel ein!“ durch deren geschlossene Haustür bedroht und beleidigt.

Eigentlicher Auslöser des Streites, berichtete der mitgeschädigte Ehemann der Austrägerin, sei gewesen, dass sich sowohl seine Frau wie auch der

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