Winnenden

"Querköpf" vor dem Faschingswochenende: Gibt es einen Rathaussturm in Winnenden?

Querköpf
Dunja Anessiadis (links) und Angela Müller von den Winnender Querköpfen. © Alexandra Palmizi

Beim einen oder anderen dürfte noch einmal Hoffnung aufgekeimt sein. Geht für die Fasnetsfreunde auf den letzten Drücker doch noch etwas? Schließlich hat die Landesregierung pünktlich vor dem Faschingswochenende die Corona-Regeln gelockert. Was also ist mit dem Rathaussturm in Winnenden? Und mit der Narrenmesse?

Üblicherweise ziehen die Winnender Narren am "Schmotzigen Donnerstag"  immer über den Wochenmarkt, am Rathaus wartet dann eine Überraschung für die führenden Rathausmitarbeiter um Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

Ein Rathaussturm wie vor der Pandemie wäre viel zu aufwendig gewesen

„Wir werden in diesem Jahr schweren Herzens noch einmal darauf verzichten“, antwortet Dunja Anessiadis von den Querköpfen. Wie schon im vergangenen Jahr soll es einen „Rathaussturm light“ geben, also eher ein Rathausstürmle. „Wir werden mit einer ganz kleinen Abordnung für die symbolische Schlüsselübergabe zum Oberbürgermeister gehen“, erzählt Angela Müller. Für Zuschauer gibt es also nichts zu sehen.

Lange habe sie überlegt, ob sie nicht etwas Größeres machen sollen. „Dann hätten wir den Bereich um das Rathaus aber absperren müssen und jemand hätte die Impf- und Genesennachweise der Besucher kontrollieren müssen. Das ist für einen kleinen Verein wie uns nicht möglich“, bedauert Anessiadis.

Seit November keine Proben mehr

Ein weiteres Problem: Seit November haben keine Proben mehr stattgefunden. „Ohne Übung halten die Bläser keine Stunde am Stück durch“, weiß Angela Müller.

Hinzu kommt, dass es den Querköpfen auch einfach zu riskant gewesen ist. „Wenn sich nachher jemand dort infiziert hätte, dann wäre das womöglich auf uns zurückgefallen. Daher warten wir lieber noch ein Jahr und dann geht es wieder richtig los“, freut sich Dunja Anessiadis bereits jetzt.

Das neue Häs hängt schon lange im Schrank

Nach wie vor steht die Präsentation des neuen „Querköpf“-Outfits, des sogenannten Häs, aus. Es wurde bereits im vergangenen Jahr gestaltet. Bekanntlich fiel die Kampagne allerdings auch damals aufgrund der Pandemie flach.

Da auch Feste wie der City Treff oder der Weihnachtsmarkt nicht stattgefunden haben, ist es für die „Querköpf“ momentan nicht einfach. „Die Feste sind unsere Haupteinnahmequelle“, weiß Dunja Anessiadis. Das neue Häs sei schließlich auch nicht günstig gewesen. Sorgen muss sich um den Verein allerdings niemand machen. „Wir werden das Kostüm dann eben in diesem Jahr am 11.11. vorstellen“, freut sich Angela Müller.

Mit dem Proben geht es bald schon wieder los, nämlich am 4. März. „Immer freitags um 19.30 Uhr im Karl-Krämer-Haus und natürlich sind wir offen für neue Mitglieder“, sagt Müller. Auf die Abstände werde strikt geachtet, zudem erfolgt eine Kontaktnachverfolgung und die Trichter der Blasinstrumente werden mit einer Maske versehen, damit sich die Aerosole nicht im Raum verteilen.

Am 30. April ist, Stand jetzt, der erste Auftritt in diesem Jahr beim Guggen-Open-Air in Kornwestheim geplant. Die Vorfreude ist riesig. Denn in den vergangenen zwei Jahren hat quasi kein Vereinsleben stattgefunden, wenn überhaupt haben sich die 28 aktiven Mitglieder per Videokonferenz gesehen.

Und dann gibt es da ja auch noch die Gegner der Corona-Maßnahmen, des Impfens, die ihre Proteste als „Spaziergänge“ verkaufen und ganz ähnlich heißen: die „Querdenker“. „Wir haben darüber bei uns im Verein diskutiert“, erzählt Dunja Anessiadis. Eine Umbenennung kommt für die „Querköpf“ deshalb nicht infrage. „Wir waren schließlich viel früher dran. Bisher ist es aufgrund unseres Namens allerdings auch noch zu keinen Verwechslungen gekommen.“

Beim einen oder anderen dürfte noch einmal Hoffnung aufgekeimt sein. Geht für die Fasnetsfreunde auf den letzten Drücker doch noch etwas? Schließlich hat die Landesregierung pünktlich vor dem Faschingswochenende die Corona-Regeln gelockert. Was also ist mit dem Rathaussturm in Winnenden? Und mit der Narrenmesse?

Üblicherweise ziehen die Winnender Narren am "Schmotzigen Donnerstag"  immer über den Wochenmarkt, am Rathaus wartet dann eine Überraschung für die führenden

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper