Winnenden

Radeln in der Winnender Marktstraße bleibt erlaubt

Radfahrer
Radfahrer queren am Mittwochmittag die Marktstraße. Da sie in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind, ist das auch erlaubt. © Klecker

Am Radfahren in der Marktstraße scheiden sich in der Bevölkerung weiterhin die Geister. Die einen freuen sich, dass sie mit ihrem Fahrrad keinen Umweg in Kauf nehmen müssen. Fußgänger regen sich auf, wenn die Radler sich nicht an die Regeln halten. Die Gemeinderäte haben sich zu diesem Thema viel angehört und am Ende eine eindeutige Entscheidung getroffen.

Bisher war die Regelung in der Fußgängerzone, in den Abendstunden auch das Längsfahren zu erlauben, befristet. Das Ordnungsamt der Stadt hat im Juli 2019 den Auftrag des Gemeinderats erhalten, zu kontrollieren, ob es zu Verstößen kommt und diese auch mit einem Bußgeld zu bestrafen. Diese Zahlen hat das Ordnungsamt nun ausgewertet. „Seit knapp einem Jahr führen wir regelmäßige Kontrollaktionen durch“, berichtete Beatrice Hertel, Amtsleiterin für öffentliche Ordnung in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Die Kontrollen seien zusätzlich zu den Überwachungen, die es ohnehin jährlich zum Schulbeginn gebe, durchgeführt worden. „Im Dezember haben wir außerdem eine Aktion gestartet, bei der wir bei Verstößen nur mündlich verwarnt haben, richtiges Verhalten allerdings mit einem Schokonikolaus belohnt haben“, erzählte Hertel.

53 Verstöße haben Kinder unter 14 Jahren begangen

Seit Juli 2019 hat das Ordnungsamt insgesamt 59 Kontrollen durchgeführt und dabei 168 Verstöße festgestellt. „53 davon waren allerdings von Kindern unter 14 Jahren, die wir nicht mit einem Bußgeld belegen konnten“, sagt Hertel. Somit seien 115 Verstöße von Erwachsenen begangen worden, die jeweils mit einem Bußgeld von 15 Euro bestraft wurden. „Das macht dann insgesamt eine Summe von 1725 Euro“, berichtete Hertel weiter.

57 Prozent der Verstöße fanden dabei in der oberen Marktstraße statt, 23 Prozent in der unteren Marktstraße und 20 Prozent innerhalb der Querungen. „In der oberen Markstraße betrafen Verstöße vor allem den Längsverkehr, unten nutzen Radfahrer die Querungen“, sagte Hertel.

57 Prozent der Vergehen seien von Radfahrern verübt worden, die mindestens 18 Jahre alt sind. 11 Prozent von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren und 32 Prozent von Kindern unter 14 Jahren. „Diese Zahlen sind allerdings etwas verzerrt“, sagt Hertel. Schließlich seien ab März die Schulen geschlossen gewesen. „Da hatten wir dann deutlich weniger Kinder und Jugendliche, die auf dem Rad unterwegs waren“, sagte sie.

Außerdem seien die Kontrollen ab März überwiegend als mündliche Verwarnungen erfolgt. „Der Mindestabstand in Coronazeiten konnte bei einer Ausweiskontrolle nicht eingehalten werden“, berichtete Hertel. Nun sei es allerdings so, dass die Zahl der schriftlichen Verwarnungen wieder ansteige.

Seniorenrat und Jugendgemeinderat sind für eine Entfristung

In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend ebenfalls vor Ort waren Heinz Dengler vom Seniorenrat und Jil Weber, die Vorsitzende des Jugendgemeinderats. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bat auch diese beiden um eine Einschätzung der Situation. „Wir halten die Regelungen, so wie sie jetzt sind, für einen guten Kompromiss und würden uns freuen, wenn die Befristung aufgehoben wird“, erklärte Heinz Dengler. Jil Weber stimmte zu. „Auch wir sind dafür, die Befristung aufzuheben. Wir halten es für ineffizient, Jahr für Jahr darüber zu entscheiden“, erklärte sie.

Werden Läden mit Lastenrädern beliefert?

Und so sahen es auch die Gemeinderäte. Die Befristung ist einstimmig aufgehoben.

Seit Mittwoch, 1. Juli, gibt es von der Stadt eine Kaufprämie für Lastenräder. Stadtrat Hans Ilg von der Freien Wählervereinigung hatte dazu eine Anregung an die Verwaltung: „Lieferverkehr darf in der Marktstraße bis 10 Uhr morgens längs fahren. Da müsste man dann natürlich auch ein Auge darauf haben, ob Lastenräder in dieser Zeit in der Fußgängerzone unterwegs sind und ob sie auch wirklich beliefern.“

Am Radfahren in der Marktstraße scheiden sich in der Bevölkerung weiterhin die Geister. Die einen freuen sich, dass sie mit ihrem Fahrrad keinen Umweg in Kauf nehmen müssen. Fußgänger regen sich auf, wenn die Radler sich nicht an die Regeln halten. Die Gemeinderäte haben sich zu diesem Thema viel angehört und am Ende eine eindeutige Entscheidung getroffen.

Bisher war die Regelung in der Fußgängerzone, in den Abendstunden auch das Längsfahren zu erlauben, befristet. Das Ordnungsamt der

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