Winnenden

Regen verzögert die Weizenernte

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Vielerorts hat der Regen den Weizen niedergedrückt. © Gaby Schneider / ZVW

Backnang. Das unbeständige Wetter hat die Landwirte um die Weizenernte zittern lassen. Durch die teils heftigen Niederschläge verzögerte sich das Einholen des Korns, das beeinträchtigt die Qualität. Nun aber fahren die Mähdrescher aus und das bisherige Ergebnis im Backnanger Raum ist vielversprechend.

Von weitem staubt der Mähdrescher bereits ordentlich. „Das sieht doch schon mal nicht schlecht aus“, befindet Friedrich Müller, Geschäftsführer des Maschinenrings Rems-Murr. Trockenheit ist in diesen Tagen ein gutes Zeichen, denn in diesem Jahr hat das Wetter, wie so oft, den Landwirten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch den häufigen, teilweise auch starken Regen in der vorigen Woche war an das Ausfahren mit dem Mähdrescher nicht zu denken. „Hätte es weitergeregnet, hätte die Qualität gewaltig gelitten“, schätzt Müller die Lage ein. Der Weizen sei eigentlich schon abgereift gewesen, aber durch den wiederkehrenden Niederschlag habe man nicht dreschen können. Bei gutem Wetter wäre im Backnanger Raum schon in der vergangenen Woche alles Getreide gedroschen worden. Nun seien die Landwirte im Zwang und müssten zum Teil die Feuchtigkeit bei der Ernte des Weizens in Kauf nehmen. Schlimmer wäre es, wenn die Qualität schlechter werde. „Das hat dann auch negative Auswirkungen auf die Backeigenschaften des Mehls“, erklärt Müller.

Nochmal Glück gehabt

Auf jenem Feld der Familie Weiler aus Kirchberg ist es noch einmal glimpflich ausgegangen. Der Wassergehalt des Weizens liegt bei etwa 16 Prozent. Das sei zwar an der Obergrenze, aber noch verkraftbar, sagt Müller. 14 Prozent wären optimal. So müsse man das Korn wohl noch etwas trocknen.

Glück hätten die Landwirte im Backnanger Raum bei der Wintergerste gehabt, sagt Friedrich Müller. „Der Ertrag war gut, wenn nicht gar sehr gut.“ Auch Georg Enssle, Leiter des Landwirtschaftsamts, schätzt den Ertrag auf annähernd sieben Tonnen pro Hektar. „Das ist ordentlich, in etwa wie im vergangenen Jahr“, sagt er. Der Raps sei ebenfalls gut über den Winter gekommen. Die Sommergerste übertraf laut Müller mit bis zu 7,5 Tonnen im Backnanger Raum die Erwartungen. Zum Schluss wird der Weizen eingeholt. Im Raum Ludwigsburg, erzählt der Maschinenring-Geschäftsführer, sei der Ertrag enttäuschend gewesen. „Bei uns hingegen waren es bisher sehr gute Ergebnisse, sogar ein bisschen besser als im Vorjahr.“

Der Mais steht gut da

Mit dem großen Mähdrescher schafft Manuel Müller etwa 3,5 Hektar in der Stunde, wenn alles passt. „Der Acker sollte schön groß sein, so dass man nicht so oft wenden muss“, erklärt sein Vater. Die Anschaffung der schweren Maschine lohnt sich erst ab 300 bis 400 Hektar, die zu dreschen sind. Der Maschinenring vermittelt auch Mähdrescher an Bauern, die keinen eigenen besitzen. Friedrich Müller denkt auch schon an weitere bevorstehende Ernten. „Der Mais steht ganz gut da, dem hat das viele Wasser gutgetan.“ Auch bei den Zuckerrüben rechne er mit einem guten Ertrag. Bei den Ackerbohnen könne er noch keine Prognose abgeben. „Da weiß man nie, was am Ende rauskommt.“