Winnenden

Rems-Murr-Kliniken wehren sich gegen TV-Bericht

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Empfangstresen der Notaufnahme des Klinikums in Winnenden. © Sarah Engler (Online Praktikantin)

Winnenden. Die Rems-Murr-Kliniken wehren sich gegen einen TV-Bericht über fehlendes Hygienefachpersonal. „Diese Darstellung ist schlicht als falsch zu bezeichnen“, teilt die Klinikleitung mit. Alle Hygienevorschriften würden erfüllt.

Auf der Webseite zum TV-Bericht von Plusminus (ARD) heißt es, die Rems-Murr-Kliniken hätten keine Hygienebeauftragten in der Pflege. Damit verfehle das Klinikum die Mindestanforderungen. Die Redaktion beruft sich bei ihren Zahlenangaben auf Qualitätsberichte der Kliniken aus dem Jahr 2014. Demnach arbeiten in Winnenden und Schorndorf zwei Krankenhaushygieniker, vier Hygienefachkräfte, 21 hygienebeauftragte Ärzte, aber keine hygienebeauftragte Pfleger.

„Diese Darstellung ist schlicht als falsch zu bezeichnen“, heißt es in der Stellungnahme des Klinikums als Reaktion auf den Bericht, der nicht nur in Winnenden, sondern bundesweit einigen Wirbel ausgelöst hat. Tatsächlich seien 2014 in den Rems-Murr-Kliniken 33 Pfleger im Bereich Hygiene weitergebildet worden. Dies jedoch habe damals nach den Gesetzesvorgaben im Qualitätsbericht nicht angegeben werden müssen. Dazu komme, dass die Analyse sich auf das Jahr 2014 beziehe und deswegen keine Rückschlüsse über die Personalausstattung im Jahr 2017 zulasse.

Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft gibt Rückendeckung

Die Geschäftsführung stellt fest: „Die Rems-Murr-Kliniken unternehmen große Anstrengungen, um eine einwandfreie Hygiene in den Kliniken zu gewährleisten.“ Neben Hygiene-Konzepten, Desinfektionsplänen oder Hygienebegehungen durch Hygienefachkräfte spiele das Hygiene-Wissen von Patienten sowie Besuchern eine zentrale Rolle, um das Infektionsrisiko im Krankenhausbereich so gering wie möglich zu halten.

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) gibt Rückendeckung: „Der Rückblick auf 2014 – noch dazu aufgrund von fehlerhaften Bewertungen - erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf die aktuelle Ausstattung mit Hygienepersonal.“ Die Krankenhäuser arbeiteten „mit Vehemenz an der weiteren Verbesserung der Situation“, so die BWKG. „Zwischen 2013 und 2015 sind von den Kliniken im Land allein aufgrund des Hygieneförderprogramms 71 zusätzliche Hygienefachkräfte, 145 hygienebeauftragte Ärzte und elf neue Krankenhaushygieniker eingestellt worden.“

Der TV-Sender (ARD) hat das umstrittene Datenmaterial inzwischen von seiner Internetseite entfernt.