Winnenden

Roland Rauleder: Ein Kopf mehr im Klima-Team der Stadt Winnenden

Klimamanger
Jürgen Kromer, Roland Rauleder und Markus Schlecht (von links). © Gaby Schneider

Die Preise für Strom, Erdgas und Sprit steigen seit Ende 2021 und der Krieg Russlands gegen die Ukraine treibt sie weiter in bislang nicht vorstellbare Höhen. Was den Einzelverbraucher dieser Tage ins Schwitzen bringt, lässt drei Männer von der Stadtverwaltung zumindest äußerlich recht cool bleiben. Der Job von zweien, Jürgen Kromer und Markus Schlecht, ist es seit Jahren, einerseits den Energieverbrauch der kommunalen Gebäude zu senken, andererseits ein dezentrales, klimafreundliches Energienetz aufzubauen, das Winnenden möglichst autark, also unabhängig von ausländischen Energieträgern macht. Und mit dem Dritten im Bunde, Roland Rauleder, haben sie nun noch einen Kopf mehr, der das Begonnene hilft, weiter voranzutreiben. Das der Abhängigkeit von anderen und den hohen Preisen übergeordnete Ziel lautet schließlich Klimaschutz, und so könnte die Stadt drei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Klimaneutrale Stadt – ist das bis 2035 zu schaffen?

Jürgen Kromer ist am längsten bei der Stadt. Seit neuestem will der Gemeinderat, dass Rathaus und Stadtwerke Winnenden, der „Konzern Stadt“, in 13 Jahren klimaneutral funktionieren. Ist das zu schaffen? „Ja, wir schaffen das“, so Kromer, „es wird eine Anstrengung. Aber wir haben die Technik.“ Für die klimaneutrale Stadtgesellschaft kann er das nicht vorhersagen, aber die Stadt will den Bürgern zumindest Vorbild sein und ihnen helfen. „Vieles ist schon passiert, was ich mir vor 20 Jahren nicht vorstellen konnte.“ Kromer vergleicht die Bemühungen um das Reduzieren von CO2 seit den 90er Jahren mit einem Marathon. Auf der Strecke geblieben sind die energieintensiven Dachziegelwerke, statt ihrer ist der größte Arbeitgeber Kärcher enorm rührig in der Vermeidung klimaschädlicher Gase. „Und wenn im April das neue Parkdeck beim Klinikum fertig ist, macht die Stadt durch die Fotovoltaikanlage auf dem Dach einen Riesensprung.“ Betreiber ist zwar der Kreis, trotzdem wird die Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht der Winnender Fläche zugerechnet. Jürgen Kromer rechnet dann „mit einem Super-Ranking beim "Wattbewerb" von Fridays for Future“.

Das Dach als Sonnenstromlieferant bietet noch viel Potenzial

Noch besser wär's allerdings, wenn „die vielen ungenutzten Dächer“ mit Fotovoltaik bestückt würden und der gewonnene Strom in Batterien im Haus gespeichert wird. Würde ein städtisches Förderprogramm Sinn machen? Für die Erhebung von Daten und den Überblick über Förderungen könnte auch hier der neue Mann Roland Rauleder zuständig sein, den man bei der Stellenausschreibung als „Klimamanager“ bezeichnet hat. Der 41-Jährige ist nun mit im Team, das den Marathon läuft, und er sieht, dass schon sehr viel angestoßen worden ist. Jürgen Kromer sagt aber auch: „Wir sind bei Kilometer 35, da tut es unheimlich weh.“ Etwa 30 Prozent des CO2-Ausstoßes von 1990 muss ersetzt oder kompensiert werden.

Roland Rauleder hat sich laut seinen Kollegen schnell in die vorhandenen Strukturen eingearbeitet und betätigt sich an drei weiteren großen Aufgaben, die zum Teil auch die Landesregierung stellt. Die kommunale Wärmeplanung sei so eine, und sie sei absolut sinnvoll, sagt Rauleder. Zwar arbeitet ein externes Ingenieurbüro fünf konkrete Maßnahmen und einen Fahrplan aus, aber alles Weitere liegt dann wieder bei der Stadt. „So können wir erneuerbare Energien, die vor Ort produziert werden, einsetzen, die Nah- und Fernwärme nutzen und die Energie-Effizienz optimieren“, nennt Rauleder Schlagworte. Fürs Klima – und den Geldbeutel der Bürger.

Die Preise für Strom, Erdgas und Sprit steigen seit Ende 2021 und der Krieg Russlands gegen die Ukraine treibt sie weiter in bislang nicht vorstellbare Höhen. Was den Einzelverbraucher dieser Tage ins Schwitzen bringt, lässt drei Männer von der Stadtverwaltung zumindest äußerlich recht cool bleiben. Der Job von zweien, Jürgen Kromer und Markus Schlecht, ist es seit Jahren, einerseits den Energieverbrauch der kommunalen Gebäude zu senken, andererseits ein dezentrales, klimafreundliches

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