Winnenden

S4-Eisenbahnbrücke wird abgebrochen

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Die im September durch einen Baggertransport beschädigte Brücke wird nächste Woche abgebrochen. © Ramona Adolf

Backnang. Die defekte S4-Eisenbahnbrücke in Backnang wird in einer Woche abgebrochen. Für die Demontage wird die B 14 von Freitag, 18., 22 Uhr bis Sonntag, 20., 4 Uhr an dieser Stelle voll gesperrt. Der Betrieb auf der neuen Behelfsbrücke – S4 zwischen Backnang und Burgstall – wird laut Bahn frühestens im Januar 2017 wieder aufgenommen.

Seit zwei Monaten geht auf der Bahnstrecke zwischen Backnang und Burgstall nichts mehr. Keine S4, kein Zugverkehr. Der Grund: Am ersten Schultag nach den Sommerferien, am 12. September, blieb ein Baggertransporter an der Eisenbahnbrücke über der B 14 hängen und beschädigte sie schwer (wir berichteten mehrmals). „So stark, dass die Sicherheit für den Eisenbahnbetrieb nicht mehr gewährleistet ist“, sagte gestern Bahnsprecher Martin Schmolke auf Anfrage unserer Zeitung. Die Begutachtung habe ergeben, „dass die Brücke irreparable Schädigungen aufweist und durch ein Ersatzbauwerk ersetzt werden muss“.

Schienenersatzverkehr mit Bussen

Seitdem fährt die S-Bahn S4 von Stuttgart über Marbach nur bis Burgstall. Zwischen Burgstall und Backnang gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Güterzüge, die ansonsten auf der Strecke verkehren und mit denen auch S-21-Abraum aus Stuttgart transportiert wird – das Material geht in einen ehemaligen Steinbruch im Landkreis Schwäbisch Hall –, werden über Fellbach und Waiblingen umgeleitet.

Eine Möglichkeit, mit dem Neubau der Eisenbahnbrücke so lange zu warten, bis die B 14 an dieser Stelle vierspurig ausgebaut ist, sieht DB Netz AG, nicht. Die DB Netz AG – eine Tochter der Deutschen Bahn – ist für die kompletten Schienenwege zuständig. Ihr gehört auch die beschädigte Brücke. Zwar liegt die Baufreigabe von Minister Dobrindt für den vierspurigen Ausbau der B 14 seit September vor – 105 Millionen Euro sind für den zweiten Bauabschnitt des Ausbaus zwischen Nellmersbach und Backnang/West zugesagt – aber bis wirklich gebaut wird, kann es noch Jahre dauern.

S-Bahnverkehr soll so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden

Doch für die Bahn kommt es nach dem Unfall jetzt darauf an, so rasch wie möglich den direkten S-Bahn- und Zugverkehr zwischen Backnang und Burgstall wieder aufzunehmen. Aus diesem Grund wird die DB Netz AG zunächst einen „Dauerbehelf“ bauen, wie es heißt.

Aber jetzt muss zunächst einmal die alte, defekte Brücke weg. Folgender Ablauf ist geplant: Zur Zeit laufen vorbereitende Arbeiten. So wird die Oberleitung abgebaut und der Schotter beseitigt. Nach der Sperrung der B 14 am Freitag um 22 Uhr werden die Betonleitwände in der Fahrbahnmitte (Mittelleitplanken) entfernt. Anschließend wird das Gerüst aufgebaut, auf dem die Hydraulikpressen angebracht werden, die dann wiederum die Brücke etwas anheben.

Weitere Sperrung für die Betonierarbeiten

Am Samstag wird dann ab 9 Uhr der Autokran auf der B 14 aufgebaut. Dieser hebt dann die Stahlbrücke an einem Stück an und setzt das Bauwerk an der Seite ab. Anschließend werden die Pressen sowie der Kran wieder abgebaut und die Betonleitwände in der Fahrbahnmitte der B 14 wieder aufgesetzt.

Auch was danach passiert, erläuterte Schmolke: „Die vorhandenen Widerlager müssen dann für die Ersatzbrücke vorbereitet werden. Dazu sind Betonierarbeiten notwendig, die voraussichtlich Mitte Dezember beginnen und bis Weihnachten abgeschlossen werden sollen.“ Für die Betonierarbeiten muss die B 14 nochmals gesperrt werden, sagte der Bahnsprecher.

Hilfsbrücke kommt Anfang 2017

Und wann kann die S4 wieder fahren? „Voraussichtlich Anfang 2017 wird zunächst eine Hilfsbrücke eingesetzt. Dann kann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden“, blickt Schmolke in die Zukunft. Auch dann, wenn die neue Brücke eingesetzt wird, muss die B 14 erneut an einem Wochenende gesperrt werden.

Die Bahnbrücken über die B 14 liegen im Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn, das heißt, die Planung wird von der Bahn kommen, nicht vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart. „Hierzu werden demnächst Gespräche mit der Bahn stattfinden“, teilt Matthias Kreuzinger von der RP-Pressestelle mit. Und weiter: „Von der Planung bis zum Bau von Anlagen im Bahnbereich rechnet man in der Regel mit einer Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren. Weiterhin muss eine Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt vorliegen. Es wird also nichts anderes übrig bleiben, die Brücke mit einem Provisorium zu ersetzen bis der endgültige Neubau kommt.“

Was passiert

Für den Abbau der Eisenbahnbrücke wird die B 14 von Freitag, 18. November, 22 Uhr bis Sonntag, 20. November, 4 Uhr an dieser Stelle voll gesperrt.

Aus Fahrtrichtung Stuttgart erfolgt die Umleitung beginnend an der Spritnase über die Stuttgarter Straße, Obere Bahnhofstraße, Kreisverkehr, Erbstetter Straße und über die Anschlussstelle Backnang-Mitte wieder auf die B 14.

Aus Fahrtrichtung Oppenweiler erfolgt die Umleitung genau in entgegengesetzter Richtung, das heißt: Der Verkehr wird an der Anschlussstelle Backnang-Mitte ausgeleitet, weiter geht’s über die Erbstetter Straße und den Kreisverkehr über die Obere Bahnhofstraße, die Stuttgarter Straße bis zur Spritnase auf die B 14.