Winnenden

Sanierung der Stadtkirche St. Bernhard in Winnenden beginnt 2023

Stadtkirche
Pfarrer Reimar Krauß, Doris Bautz, die Vorsitzende der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, und Roland Dörr von der Stiftung Stadtkirche St. Bernhard Winnenden vor dem sanierungsbedürftigen Kirchenhaus. © Benjamin Büttner

Der Putz bröckelt und legt nach und nach den Blick auf das Turmgemäuer frei. Der Uhr fehlen Ziffern. Das Dach wird nach Unwettern regelmäßig geflickt. Kurz: Die Stadtkirche St. Bernhard muss renoviert werden, wenn die Winnender sie erhalten wollen. Das wollen sie, und das Gemäuer darüber hinaus mit neuem Leben füllen. Seit fünf Jahren setzt sich eine Stiftung der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Winnenden dafür ein. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Die 1,1 Millionen Euro teure Sanierung ist ab dem Frühjahr 2023 geplant.

Die Kirche ist Winnenden wichtig: Stiftungsziel 500.000 Euro fast erreicht

Darüber informieren die Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde Doris Bautz, Pfarrer Reimar Krauß und Roland Dörr aus dem Stiftungsrat unsere Redaktion bei einem Vor-Ort-Termin. Das Stiftungsziel von 500.000 Euro sei fast erreicht, aktuell stehe der Zähler bei circa 475.000 Euro.

Seit 2017 haben zahlreiche Winnender sich eingebracht, als Gründungsstifter, Zustifter oder mit Spenden – noch immer ist ein Engagement möglich. Roland Dörr sagt: „Es ist uns wichtig, dass die Winnender sagen: Wir müssen diese Kirche erhalten.“ Die Stadtkirche zu erhalten ist das Ziel – und zwar nicht nur als Gebäude, das die Stadt prägt, sondern als eines, das Begegnung schafft, Kultur ermöglicht.

Die zentral gelegene, stadtbildprägende Kirche, die 1713 eingeweiht, im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut wurde, soll in den kommenden Jahren instand gesetzt und vielfältig nutzbar gemacht werden. Auch wenn die meisten Gottesdienste heute in der Schlosskirche gefeiert werden.

Die Fassade, das Dach, die Turmuhr müssen gerichtet werden

Neben der Marktandacht, die hier jeden Donnerstagmorgen begangen wird, könnte sie als Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und mehr dienen.

Mittlerweile hat ein Architektenbüro aus Neckarsulm einen Plan für die Renovierungsarbeiten erstellt. Mit der Außensanierung soll demnach in circa einem Jahr begonnen werden, die Ausschreibung der Bauarbeiten ist für diesen Sommer geplant. Neben der Fassade, die neu verputzt wird, muss das Dach inklusive Gebälk gerichtet werden, außerdem wird das Ziffernblatt der Turmuhr erneuert. Im Kostenvoranschlag von rund 1,1 Millionen Euro sind bereits zehn Prozent Kostensteigerungen eingepreist, „mit denen man einfach rechnen muss“, sagt Pfarrer Reimar Krauß.

Die Stiftung steuert zunächst einmal rund 225.000 Euro bei. Rund 150.000 Euro stammen aus dem Haushalt der Kirchengemeinde, weitere 208.000 Euro aus dem Vermögensgrundstock. 365.000 Euro steuert die Landeskirche bei, 73.000 Euro der Kirchenbezirk. Auf weitere 50.000 Euro aus einem Fördertopf des Denkmalschutzes hoffen die Winnender.

Unter Denkmalschutz: Außen wie innen muss sorgsam renoviert werden

Natürlich müssen die Verantwortlichen dem Denkmalschutz Genüge leisten – die mehr als 300 Jahre alte Kirche wird von außen betrachtet wieder so hergestellt, wie sie war. Und auch im Innern muss jede Veränderung sorgsam geprüft und genehmigt werden, wie Doris Bautz berichtet: „Wie viele Bänke müssen bleiben? Dürfen wir den Sockel abbauen oder nicht?“ Einfach drauflosbauen, das geht nicht.

Trotzdem wird sich, ja muss sich einiges verändern in der Stadtkirche. Ist die erste Bauphase mit Dach und Fassade erst einmal geschafft, steht der Innenausbau an. Die technischen Anlagen müssen erneuert werden, die Sanitäranlagen erweitert. Möglicherweise wird sogar ein Aufzug eingebaut. Wichtig ist Reimar Krauß, dass der Chorraum erhalten bleibt, als Ort der Stille, des Gebets, der Andacht. „Das ist weiterhin eine Kirche“, betont der Pfarrer.

An dieser wird bald auch eine Stiftertafel aus Plexiglas angebracht, mit den Namen derer, die zum Erhalt beigetragen haben. „Wer zustiften möchte, sollte sich also beeilen, wenn er auf der Tafel stehen will“, sagt Doris Bautz und lacht. Alle Infos finden sich auf www.stadtkirche-winnenden.de.

Der Putz bröckelt und legt nach und nach den Blick auf das Turmgemäuer frei. Der Uhr fehlen Ziffern. Das Dach wird nach Unwettern regelmäßig geflickt. Kurz: Die Stadtkirche St. Bernhard muss renoviert werden, wenn die Winnender sie erhalten wollen. Das wollen sie, und das Gemäuer darüber hinaus mit neuem Leben füllen. Seit fünf Jahren setzt sich eine Stiftung der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Winnenden dafür ein. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Die 1,1 Millionen Euro teure Sanierung ist ab

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