Winnenden

Schau-Übung der Jugendfeuerwehr

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Aus dem Rauch gerettet, auf eine Trage gebettet und auf dem Weg zu den Sanitätern: Ein „Opfer“ des inszenierten Brands in der Höfener Schule. © Büttner / ZVW
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Mit den echten Feuerwehrautos rückten die Jungfeuerwehrleute an und rollten Schläuche aus. © Büttner / ZVW

Winnenden-Höfen. „Opfer“ sein ist was Schönes bei der Schauübung der Winnender Jugendfeuerwehr. Binnen weniger Sekunden melden sich sechs Kinder und gehen mit einem echten, erfahrenen Feuerwehrmann ins Höfener Schulgebäude, um sich zu verstecken. Jugendfeuerwehrleute müssen sie suchen, retten und aus dem verrauchten Klassenzimmer hinaustragen. Darauf warten im Schulhof über 150 Zuschauer.

Die Schauübung der Jugendfeuerwehr lockt am Montagabend Eltern, Schüler, Großeltern und Feuerwehrfachleute an. Es gibt viel zu schauen, aber es ist keine Show, es ist viel mehr Übung. Daniel Bahner, der Kommandant der Jugendfeuerwehr, sagt am Schluss: „Vor Publikum klappt alles noch besser und schneller als bei den Vorübungen.“ Sie spornt an, diese große Zuschauerkulisse.

Keine Show: Die Feuerwehrleute gehen rückwärts aus dem Auto

Rauch wabert aus dem Fenster im oberen Stock. Die Martinshörner tröten. Echte Feuerwehrautos fahren in den Schulhof ein. Jeder Showmaster würde jetzt vorwärt und mit stahlendem Lächeln die Treppe des Löschfahrzeugs runterschreiten. Aber es sind junge Feuerwehrjungs und -Mädchen. Sie gehen rückwärts, wie im Ernstfall, damit sie später sich nicht verhaken, wenn sie mal Atemschutzgeräte tragen werden, und damit sie nicht nach vorne kippen beim Treppenabsteigen. Das muss so sein. Ein paar Sekunden haben sie noch für eine Art Show. Aufstellen in zwei Reihen. Blick ins Publikum. Dann an die Arbeit.

Sie rollen Schläuche aus, ziehen ein Gebläse ins Schulgebäude, klappen eine Trage auf. „Wasser marsch“ ruft einer der Jungs kurz vor der Schultür. Kurz muss er warten, dann dreht einer der Älteren den Hahn am Löschfahrzeug auf, und der Schlauch wird prall. Ja wie? Ja, die werden doch jetzt nicht die Schule unter Wasser setzen? Nein. Die Schule bleibt trocken. Das Verteilerventil bleibt geschlossen. Nur bis kurz vor der Schule bläht sich der Schlauch.

Drin im Klassenzimmer sind die „Opfer“ schon ein bisschen aufgeregt. Sie müssen etwas tun, was Kinder auch bei richtigen Bränden tun: Sie verkriechen sich am Boden, während sich das Zimmer mit Rauch füllt. „Der Rauch ist das Gefährlichste bei einem Brand“, erklärt ihnen Feuerwehrmann Gerd Hinderer, „der isch giftig.“ „Aber der jetzt net, oder?“ „Noi. Koi Angscht. Des isch bloß Disconebel.“ Tiffany und Melina legen sich hinter Blumentöpfe. Lea krümmt sich unterm Waschbecken. Hinterm Schrank verstecken sich Tom und Andrea, und alle sind gespannt, ob sie gefunden werden von ihren Rettern.

Für Gerd Hinderer ist das eine realistische Situation, die er von echten Bränden kennt: „Meistens ist es so, dass Kinder sich verstecken, wenn etwas bedrohlich wird.“ Rettungskräfte müssen sie dann suchen. Immer, wenn eine Wohnung oder ein Gebäude brennt.

Es dauert etliche Minuten, bis die Jugendfeuerwehrleute durchdringen zu den Vermissten. Sie sehen wenig, aber wenigstens brauchen sie im Disconebel keinen Atemschutz zu tragen. Zu zweit tragen sie einen der Gefundenen die Treppe herunter, schleppen ihn aus der Schule und legen den schlaff grinsenden „Verletzten“ auf die entfaltete Trage. Ein Junge und ein Mädchen packen nach den Griffen. „Halt. So geht’s nicht“, ruft der Gruppenführer. Die Trage wird zu viert getragen. Zwei kommen hinzu, und so wird der „Verletzte“ ruhigen Schrittes quer über den Schulhof zum Sammelplatz getragen. Dort sitzen schon die anderen Vermissten. Es hat geklappt. Daniel Bahner, der Moderator und Chef, ist zufrieden mit der Übung. Das Publikum auch.

Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr Winnenden hat zehn Gruppenleiter: Sophia Amato, Florian Claß, Philipp Dargies, Gerd Hinderer, Markus Lauer, Andreas Münch, Bernhard Richter, Jürgen Scheunemann, Matthias Schreiber, Thomas Schwarz und wird geleitet von Daniel Bahner und seinem Stellvertreter Thomas Reichhardt.

Kontakt über http://www.jugendfeuerwehr-winnenden.de