Winnenden

Schelmenholz: Neues Kinderhaus für 3,4 Millionen Euro

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Zwischen dem alten Kinderhaus (links) und der Kiefer bleibt eine Freifläche. Rechts der Kiefer wird das neue, zweistöckige Kinderhaus gebaut. Das alte bleibt vorerst. © Habermann / ZVW / Archiv
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Ein Entwurf, wie das neue Kinderhaus aussehen soll.

Winnenden. Im Schelmenholz wohnen zurzeit so viele kleine Kinder, dass die vorhandenen Kinderhäuser einschließlich des Schafweide-Hauses nicht ausreichen. Deshalb baut die Stadt für 3,4 Millionen Euro ein weiteres Kinderhaus auf einem Spielplatz neben dem bestehenden Kinderhaus Körnle.

Die Pläne waren ursprünglich ganz andere: Das in die Jahre gekommene Kinderhaus Körnle sollte abgerissen werden, weil der Neubau in der Schafweide es doch eigentlich hätte ersetzen können – dachte man, als die Kinder noch spärlich zur Welt kamen im Schelmenholz. Jetzt hat sich das Wohnviertel gründlich verändert. Im Schiefersee wurden neue Wohnungen gebaut. Junge Familien haben viele Häuser und Wohnungen im Schelmenholz übernommen, und am Eschenweg sind auf engem Raum viele junge Flüchtlingsfamilien mit Kindern eingezogen. Die Stadt hat an etlichen Ecken ein Defizit an Betreuungsplätzen. Im Schelmenholz ist es besonders offensichtlich. Also baut die Stadt.

Oben die ganz Kleinen – unten die Kindergartenkinder

Das Architekturbüro Dieter Rommel hat einen Entwurf für das neue Kinderhaus vorgelegt. Es fügt das Kinderhaus ins abschüssige Gelände an. Der obere Eingang liegt an der Straße Burgeräcker und führt im Eingangsgeschoss zur Betreuungsgruppe für die Kinder von einem bis drei Jahren. Treppe und Aufzug führen ins Gartengeschoss, wo die drei- bis sechsjährigen Kindergartenkinder ihre Räume bekommen werden. Der Garten wird so gestaltet, dass das Gelände geschickt ausgenutzt ist. Alles zusammen soll nach Berechnungen des Büros Rommel 3,4 Millionen Euro kosten.

Ist das Gebäude zu dicht an der Wohnbebauung?

Der Kindergarten-Entwurf mit seiner streng kubischen Form gefiel den Gemeinderäten in der Sitzung dieser Woche. Auch der Leiter des städtischen Bauamts, Klaus Hägele, sprach von einem „sehr gelungenen Entwurf“. Im Juli 2020 soll das Gebäude fertig sein, so dass im September übernächsten Jahres die Kinder einziehen sollen.

Weil der ganze Baukörper aus Sicht der Straße Burgeräcker weit nach rechts gerückt ist, kommt bei Nachbarn aus dem angrenzenden Wohngebiet die Frage auf: Ist das Gebäude nicht zu dicht an der Wohnbebauung? Diese Frage schickte eine Nachbarin an Oberbürgermeister und Gemeinderäte, und OB Holzwarth fragte in der Sitzung seinen Bauamtsleiter danach. Der antwortete kurz angebunden: „Die erforderlichen Grenzabstände nach LBO sind eingehalten.“

Abstand ist für Belichtung des Nachbarhauses ausreichend

CDU-Stadträtin Petra Schäftlmeier, von Beruf Architektin, ließ das nicht so stehen: „Ich kann die Nachbarn verstehen, die dann auf die Wand des Kindergartens blicken.“ Sie hat auch verstanden, dass der Architekt eine große Kiefer erhalten kann, wenn er den Baukörper weit nach rechts rückt. „Die ist schützenswert. Aber ist es nicht trotzdem möglich, weiter von den Nachbarhäusern abzurücken?“ Da führte Hägele eine weitere Begründung an: „Eine Verschiebung ginge voll zulasten des Kindergartens.“ Der Garten zwischen beiden Kinderhäusern würde kleiner. OB Holzwarth ergänzte, dass es einen Abstand zur Grundstückgrenze gebe, dann einen Fußweg, und das Nachbarhaus hat dann auch noch einen Abstand zur Grundstücksgrenze. „Für die Belichtung des Nachbarhauses ist dieser Abstand ausreichend.“

Also beschloss der Gemeinderat den Bau dieses Kinderhauses in dieser Form einstimmig.


Daten

Baubeginn für den Kindergarten ist im März 2019.

Im oberen Geschoss des Kindergartens werden untergebracht: Mensa, Kinderkrippe, Büro der Kitaleiterin und eine Terrasse für die Kinder.

Im unteren Geschoss werden eingerichtet: Zwei Kindergartengruppen, ein Mehrzweckraum, Personalaufenthaltsräume, Nebenräume.

Ein Aufzug verbindet beide Geschosse, so dass der Kindergarten barrierefrei wird.

Die Fassade bekommt teilweise bodentiefe Fenster und eine senkrechte Holzschalung als Außenhaut.

Die große Kiefer im Garten soll erhalten werden.