Winnenden

Schlagertalent Madeline Willers: Auf den Spuren von Andrea Berg und Helene Fischer

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Madeline Willers mit Fransenjacke und Herzstein um den Hals. So schaut die perfekte Verkleidung aus, um den Schlagermarkt aufzurollen. © Edgar Layher

Backnang/Spiegelberg. Manche sehen in ihr schon die neue Helene Fischer: „Bessere Hälfte“, die erste Single von Madeline Willers aus Wüstenrot, geht gerade durch die Decke. Letzten Sommer sang sie für den VfB Stuttgart eine Aufstiegshymne. Im März bringt die 22-Jährige ihr Debütalbum „Wir sind ewig“ heraus.

Video: Madline Willers mit ihrem Lied "Bessere Hälfte".

Madeline Willers wusste schon als Kind, was sie wollte: „Menschen begeistern, Sängerin werden“, sagt sie. Gesagt, getan und gesungen: Ihre gesanglichen Leistungen blieben nicht unbemerkt. Jeder Schulchorleiter sagte: Tolle Stimme. Ihr Musiklehrer am Gymnasium ging einen Schritt weiter und sagte: Mach’ was draus, Mädchen. Das macht sie, und bis jetzt läuft auf ihrem Weg ins Showbusiness alles nach Plan: Auftritte auf Bühnen und im Fernsehen, darunter in der Landesschau. Ihr Song „Bessere Hälfte“ ist seit 15 Wochen in den offiziellen Top-100-Radio-Airplay-Charts im Genre „Konservativ Pop/Schlager“. Im März folgt das Debütalbum mit eigenen Songs.

„Schlager hat mich schon immer fasziniert“

Sie ist jung, hübsch und arbeitet eifrig. Als „Gesamtkunstwerk“ aus Stimme, Charme, Outfit und natürlicher Ausstrahlung zieht sie eine Spur mitten hinein in die Welt des deutschen Schlagers - dort und nirgendwo sonst sieht sie ihr Ziel: „Schlager hat mich schon immer fasziniert“, sagt sie. „Ich stand im Kinderzimmer und habe Lieder von CD mitgesungen, später hatte ich ein Karaokegerät.“ Ein Lied gefiel ihr besonders gut: Vicky Leandros’ „Ich liebe das Leben“, das als Beschreibung ihres Wesens verstanden werden kann. Sie besitzt Lebensfreude, ist offen und lacht herzlich - vor allem, wenn man sie fragt, wieso sich eine junge Frau ausgerechnet für Schlager begeistert. „In meiner Muttersprache kann ich mich am besten ausdrücken, und der Schlager hat viele Facetten“, erklärt sie. Sie interpretiert jenes Genre modern, in dem es mit Herzschmerz-Texten so rührend menschelt. Ihre Songs hätten Modernität, müssten „spritzig sein“, erklärt sie. Vor allem soll jedes Lied „anders klingen“ – auf ihrer CD bringt einmal ein Akkordeon französisches Flair hinein, ein Saxofon, auch Grooviges und Elemente aus dem Rap hat sie eingearbeitet.

In der Schule Lust aufs Singen geweckt

Geboren wurde Madeline Willers 1994 in Backnang. Als sie 13 war, zogen ihre Eltern nach Spiegelberg. Nach der Grundschule ging sie danach drei Jahre lang auf die Merz-Schule nach Stuttgart. Nach dem Umzug nach Wüstenrot im Jahr 2007 hat sie auf dem Paul-Distelbarth-Gymnasium in Obersulm ihr Abitur gemacht. Die Begeisterung fürs Singen hatte sie schon während der Schulzeit in sich. Damals entstand ihr erstes EP-Album mit sechs Titeln, Produzent war Torsten Bader. Im Schulchor durfte sie Solos singen. Mit 13 nahm sie klassischen Gesangsunterricht, zwei Jahre später wechselte sie zu Pop und Schlager. Sie sei froh, die Grundlagen des klassischen Gesangs gelernt zu haben. „Darauf kann ich aufbauen, es ist wichtig, an sich zu arbeiten, die Stimme entwickelt sich ja immer weiter.“ Madeline Willers entschied sich für privaten Gesangsunterricht bei der Stuttgarter Jazzsängerin Fola Dada und macht sich mit Tanzlehrerin Franziska Rall auch körperlich fit für die Bühne. Statt an der Musikhochschule bastelt sie im Studio an ihrer Karriere. Inzwischen hat sie sich mit den Songwritern Bernhard Wittgruber aus Graz, Simon Schmid und Christoph Rau sowie mit der Rapperin Kitty Kat alias Katharina Loewel zusammengetan. An den Texten für ihre Songs schreibt Madeline Willers mit. Auch sonst ist sie fleißig, erledigt mehrere Stunden täglich ihre Büroarbeit und beantwortet Fanpost – darunter sogar handgeschriebene Briefe, wie sie erfreut erzählt.

„Sobald man Gesang zum Beruf macht, erlebt man auch die Schattenseiten“

Ihre Eltern sind eine große Unterstützung. „Wir sind wie ein Familienunternehmen mit eigenem Label, wir machen die Arbeit einer Plattenfirma selbst“, sagt sie. Bei ihrer Familie kann sie nach Auftritten auftanken: „Ich fange viel aus dem persönlichen Umfeld auf, das mir Kraft gibt.“ Beim Nachhausekommen wird registriert, dass da eine aus dem Schwabenländle ist, von der es heißt: „Die wird was.“ Sie merkt, dass sich ihr Leben verändert, wenn sie aus dem Haus geht. „Es ist schön, wenn ich beim Schneeschippen höre, dass mich jemand im TV gesehen oder im Radio gehört hat.“ Das Vorankommen-Wollen macht ihr Spaß, auch wenn nicht alles nur „Fun“ ist. „Sobald man Gesang zum Beruf macht, erlebt man auch die Schattenseiten.“ Dass sie jedes Mal zur Sonnenseite zurückfindet, liegt an ihrem Lebensmotto: Der Tag gehört mir, mach’ was draus. „Es kann zwar dauern, aber man kann sich überall hinarbeiten“, übersetzt sie dieses für ihren Weg. Zu dem auch gehöre, dass ihr Radius größer wird: Seit Monaten nimmt sie Termine in ganz Deutschland wahr und genießt danach die Heimat, wo sie „ungeschminkt und in Jeans zum Bäcker und mit der Schneehose mit dem Hund spazieren“ gehen kann. Ganz anders auf der Bühne: Dort trägt sie „Schwarz-Weiß“ in extravaganten Kostümen, ihr „Markenzeichen“, wie sie sagt. „Damit kann ich meinen inneren Kern am besten transportieren.“ Ihre Outfits kreiert sie mit einer Schneiderin, sie ist frei, muss keinen bestimmten Typus charakterisieren, den ihr andere vorgeben. Ihren Stil bezeichnet die modeaffine Frau als „natürlich mit Glamourfaktor“. Dazu passt das, was sie am liebsten tut, wenn sie nicht mit ihrer Gesangskarriere beschäftigt ist: „Rausgehen, abschalten, lange Spaziergänge in der Natur machen, am liebsten mit meinen Eltern.“

13 Auftritte in einer Woche

Dieser Tage erschien die zweite Single „24/7“ von Madeline Willers, am 24. März kommt das Debütalbum „Wir sind ewig“ raus mit zehn Songs und zwei Bonustracks. Produziert wurde der Tonträger im Studio des Münchner „Klangmeisters“ Willy Klüter, der schon Musik für Künstler wie Mireille Mathieu und Rex Gildo produziert hat. Im Anschluss geht Madeline Willers auf Promotiontour durch Deutschland: 13 Auftritte in einer Woche warten auf sie.

Studiomusiker bei der Aufnahme von „Wir sind ewig“ waren Otto Staniloi am Altsaxofon (Bandmitglied der Spider Murphy Gang). An der neuen Single „24/7“ wirkte an Gitarren und Drums Manfred Hochholzer mit, ehemaliges Mitglied der Live-Band von Udo Jürgens.

Mindestens ein Jahr Arbeit steckt in der CD, inklusive des 24-seitigen Booklets mit allen Texten. „Ich möchte die Musikfans, die sich die CD kaufen, damit belohnen und ihnen mehr bieten“, sagt sie.

Ihr erster großer Auftritt war in der Porsche Arena vor Andreas Gabalier, voXXclub und DJ Ötzi.