Winnenden

Schneller Aufstieg im Pflegedienst

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Lisa Dietrich, seit kurzem Leiterin der Winnender Awo-Station. © Habermann / ZVW

Winnenden. Das Übliche im Beruf ist: Zwischen 30 und 40 Jahren gelangt man in eine verantwortliche Position – wenn’s passt. Bürgermeister mit 28 Jahren sind extrem selten. Pflegedienstleiterinnen, die 28 Jahre alt sind, kommen öfter vor. Lisa Dietrich, die den Winnender Stützpunkt der Awo-Sozialstation leitet, ist ein Beispiel dafür.

Seit einigen Monaten hat die junge Frau die Verantwortung für das Winnender Team der Awo-Sozialstation Rems-Murr. Von sich aus hätte sie nicht nach dieser Position gestrebt. Sie arbeitet seit Jahren gern in der Pflege, seit zwei Jahren bei der Awo. Nach einem Jahr kam ihr Chef Andreas Haas auf sie zu mit dem Thema Pflegedienstleitung.

„Daran hatte ich zuvor keinen Gedanken verschwendet“, sagt sie. „Ich hab gearbeitet, hab bei der Awo meine Touren gefahren, meine Patienten gepflegt und versorgt, und mach’s gern.“ Länger hat sie überlegt, bevor sie zusagte. „Die Idee kam von meinem Chef und ich denke, dass er schon mich ausgesucht hat, weil er mir das zutraut.“

Sie bekommt eine Weiterbildung für Pflegedienstleiter

Der Wechsel in die Leitungsfunktion ist immer ein Perspektivwechsel, man sieht den Beruf aus einem anderen Blickwinkel. „Jetzt erst merke ich, wie viel Verantwortung man als Leiterin hat, wie viele Entscheidungen man täglich zu treffen hat. Vieles kriegt man so als Mitarbeiter überhaupt nicht mit.“

Sie ist gut vorbereitet durch ihre Ausbildung als Krankenpflegerin, durch Praxisjahre in den Kliniken von Backnang und Ludwigsburg, und sie bereitet sich weiter vor durch eine ausführliche Weiterbildung für Pflegedienstleiter. Die menschliche Komponente dieses Positionswechsels, die Tatsache, dass sie von der gleichberechtigten Kollegin nun sozusagen zur weisungsbefugten Chefin wird, bereitet ihr keinerlei Probleme. „Wir sind ein Team und arbeiten immer in gegenseitigem Vertrauen und Respekt miteinander.“

Aus der Praxis kommt Lisa Dietrich, und die Praxis will sie auch nicht aufgeben. Sie fährt weiterhin raus zu Patienten und pflegt, nur nicht mehr so viel wie bisher. Zurzeit ist sie eine Woche im Monat bei ihrer Fortbildung. Und die meiste Zeit arbeitet sie im Büro im Haus Marktstraße 81 an Dienstplänen, spricht sich mit Mitarbeiterinnen ab, und vor allem kümmert sie sich um die Belange der Patienten und deren Angehörigen, hilft ihnen, die finanziellen Fragen zu klären, die mit der Pflegebedürftigkeit entstehen, berät sie über Pflegesätze und Pflegegrade. „In diese Dinge habe ich mich eingearbeitet.“

Angehörige brauchen die Beratung der Pflegedienstleiterin

Ihren Beruf mag sie sehr, auch weil in der Pflegedienstarbeit immer etwas zurückkommt von Patienten und von Angehörigen. Fünf Jahre lang war sie in der Unfallstation eines Klinikums in Ludwigsburg tätig. Jetzt, im Pflegedienst, der ins Haus kommt, schätzt sie ihren Beruf noch mehr, weil sie sich immer auf diesen einen Patienten konzentrieren kann, den sie gerade besucht.

Als Pflegedienstleiterin merkt sie, wie sehr Angehörige und Patienten Beratung brauchen, und wie dankbar sie sind, dass ihnen jemand weiterhilft bei Hilfsmitteln, Pflegegraden und Pflegeversicherung.

Manchmal denkt sie: Dieser Beruf wurde ihr in die Wiege gelegt. In Aspach wuchs sie auf, machte den Hauptschulabschluss und ging in Backnang auf die Berufsfachschule, wo sie schon erste Praktika in der Pflege absolvierte und die Mittlere Reife erwarb. Die Ausbildung zur Krankenpflegerin machte sie am Klinikum Backnang, das es jetzt an diesem Ort gar nicht mehr gibt. Dann fünf Jahre Ludwigsburg, dann Winnenden.


AWO-Sozialstation

  • Die Awo-Sozialstation Rems-Murr hat ihren Sitz in Backnang, wo die Pflegedienstleitung für die kreisweite Einrichtung arbeitet.
  • In Winnenden auf der Rückseite des Hauses Marktstraße 81 („Schenken&Genießen“) ist die Winnender Station der Awo.
  • Dort sind 3,5 Pflegerinnen und zehn Helferinnen beschäftigt.
  • Sechs Awo-Autos stehen für Hausbesucher im Hinterhof bereit.
  • Lisa Dietrich leitet die Winnender Awo-Station und ist stellvertretende Pflegedienstleiterin für die Awo Rems-Murr.