Winnenden

Schnelltests im Winnender Pflegeheim jetzt auch für Besucher

Schnelltest
Neu seit dieser Woche im Haus im Schelmenholz: Auch Besucher können den Corona-Schnelltest machen, wenn sie sich anmelden. © Benjamin Büttner

Das Haus im Schelmenholz, ein großes Alten- und Pflegeheim mit 135 Plätzen, hat für seine Mitarbeitenden und Bewohner schon Mitte Oktober Corona-Schnelltests angewendet. Quasi vom Tag, an dem es ihnen erlaubt war, hatten sie die Möglichkeit, in 15 Minuten zu erfahren, was Sache ist. Das ging, weil das Heim seiner Trägerin, der Evangelischen Heimstiftung (Eva), angeboten hatte, verschiedene Schnellverfahren zu testen, woraufhin die Eva dann den besten für alle ihre Heime einkaufte. Inzwischen lehnt sich das Eva-Konzept an die nationale Teststrategie an.

Was bedeutet das? Bringt das was? Jetzt, vier Wochen später hakt unsere Zeitung bei der Winnender Direktorin Kristina Baumstark nach: Wie viele Positiv-Fälle konnten entdeckt werden? Wie gut ist die Testerei zu handhaben? Und: Können sich auch Besucher testen lassen?

„Ich bin richtig froh und dankbar, diese Schnelltests zu haben“, so die Hausdirektorin. „Man fühlt sich einfach sicherer, wenn man dadurch viele Verdachtsfälle ausschließen kann. Und man fühlt sich auch deshalb sicher, weil eben nicht alle mit Corona Infizierten auch Symptome haben.“

Die Mitarbeiter tragen Schutzmasken trotz regelmäßiger Tests

„In den vergangenen vier Wochen haben wir zwei positive Mitarbeitende herausgefischt“, erzählt Kristina Baumstark. „Daraufhin testeten wir alle Kollegen und Bewohner durch, die mit ihnen Kontakt hatten. Gott sei Dank war aber nichts passiert“, so Baumstark. Schon im Sommer waren zwei Mitarbeiterinnen als Reiserückkehrer getestet worden – positiv, obwohl beide keinerlei Symptome zeigten.

97 von 100 Tests sind korrekt, so die Angaben des Herstellers. Das Gesundheitsamt anerkennt den Schnelltest aber nicht. Es verlangt im Anschluss einen PCR-Test beim Arzt oder im Testzentrum, dessen Auswertung mehrere Tage dauert. „Fühlen sich Mitarbeiter krank, sollen sie natürlich gleich zu Hause bleiben und zum Arzt gehen“, sagt Kristina Baumstark. Wer sich nicht sicher ist, kann jedoch vorbeikommen und im separaten Testraum einen Abstrich machen lassen, der in eine spezielle Flüssigkeit getaucht wird und dann signalisiert: positiv oder negativ. Einmal die Woche, vor Dienstantritt nach einem Wochenende mit der Familie, wird jeder routinemäßig schnellgetestet.

Damit aber nicht genug: „Mitarbeitende, die direkten Bewohnerkontakt haben, tragen bei uns konsequent FFP2- oder KN95-Masken“, berichtet Kristina Baumstark. Sie schützen stärker als Alltagsmasken. „Das ist zwar belastender, weil man dadurch schwerer Luft bekommt, ist für beide Seiten aber sicherer.“ Gut sei, dass die Heime inzwischen an ausreichend Schutzkleidung und Masken kommen, anders als bei der ersten Welle.

Die Bewohner bekommen mehr Tests, wenn sie häufigere Kontakte haben

Kristina Baumstark und Team schauen beim Testen genau hin: Geht es um einen Bewohner, der zurückgezogen auf seinem Zimmer lebt, nur Umgang mit den Pflegern hat? Oder ist es jemand, der viel rausgeht, viele Kontakte pflegt? Vielleicht sogar eine ambulante Rehagruppe aufsucht? „Diesen Menschen bieten wir öfter einen Test an.“

Auch fürs Besuchtwerden gibt es Regeln, was die Sicherheit erhöht. „Seit November beschränken wir die Zahl nicht, verlangen aber, einen Besuchstermin auszumachen, und dass nur die engsten Angehörigen kommen.“ Diese halten sich nur im Zimmer oder draußen auf. Die Benutzung von Gemeinschaftsräumen ist untersagt. Seit Oktober gibt es im Heim auch keine wohngruppenübergreifenden Aktivitäten mehr.

Neu für Besucher: Ein Gratis-Test pro Woche

„Seit dieser Woche können sich Besucher für einen freiwilligen Schnelltest anmelden“, sagt Kristina Baumstark. Dafür stellt sie an fünf Tagen die Woche, Montag bis Donnerstag und Samstag, 14 bis 16 Uhr, eine Mitarbeiterin ab. „Die Besucher kommen dann in den Testraum, gehen für 15 Minuten noch mal raus oder spazieren und dürfen dann hinein, wenn der Test negativ war.“ Die Kosten für die Testkits bekommt das Heim ersetzt, nicht aber den Personalaufwand. Die Besucher zahlen nichts, unterschreiben nur eine Einverständniserklärung, dass im Positiv-Fall ihre Daten ans Gesundheitsamt weitergegeben werden und sie zum Hausarzt gehen und einen PCR-Test machen müssen.

Einmal pro Woche darf jeder Besucher sich testen lassen. Gleich zum Start wurde das Angebot gut angenommen. Wer öfter pro Woche ins Heim kommt, kann noch sein Fieber mit einem am Eingang angeschraubten Infrarotthermometer messen lassen. Das müssen sowieso alle machen, die den Schnelltest nicht wollen oder keinen Termin mehr bekommen haben. Jeder muss auch unterschreiben, dass er keine Erkältungssymptome hat. „Wenn wir doch welche feststellen würden, würden wir ihn wegschicken. Wir merken aber, dass die Angehörigen sehr vernünftig sind.“ Letztlich seien sie und auch die Bewohner froh, dass das Haus im Schelmenholz all diese Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat.

Das Haus im Schelmenholz, ein großes Alten- und Pflegeheim mit 135 Plätzen, hat für seine Mitarbeitenden und Bewohner schon Mitte Oktober Corona-Schnelltests angewendet. Quasi vom Tag, an dem es ihnen erlaubt war, hatten sie die Möglichkeit, in 15 Minuten zu erfahren, was Sache ist. Das ging, weil das Heim seiner Trägerin, der Evangelischen Heimstiftung (Eva), angeboten hatte, verschiedene Schnellverfahren zu testen, woraufhin die Eva dann den besten für alle ihre Heime einkaufte. Inzwischen

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