Winnenden

Schule und Corona in Winnenden: Sorge vor Unterrichtsausfall durch Omikron

Schultest
Schulleiterin Sabine Klass beim Corona-Test mit ihren Siebtklässlern an der Geschwister-Scholl-Realschule. © Gabriel Habermann

Obwohl die Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen so streng sind wie in kaum einem anderen Lebensbereich, geht die Sorge um, dass die hochansteckende Virusvariante Omikron den Betrieb lahmlegen könnte. Die geschäftsführende Rektorin der Winnender Schulen, Sabine Klass, sagt: „Die große Gefahr, die gesehen wird, ist die, dass ganz viele Lehrer sich anstecken und dass dann kein Unterricht mehr stattfinden kann.“ Immerhin seien die Schulen darauf besser vorbereitet als vor einem Jahr.

Von Montag bis Freitag wird jeden Morgen ein Schnelltest gemacht

Die erste Schulwoche im Jahr 2022 kitzelt ganz schön in der Nase: Um Corona-Ausbrüche nach den Weihnachtsferien zu vermeiden, müssen sich die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer an jedem einzelnen Morgen auf das Virus testen. „Wir ziehen das Testnetz wegen Omikron enger“, ließ sich Kultusministerin Theresa Schopper vergangene Woche in einer Pressemitteilung zu Schulen und Kitas zitieren. 26 Millionen Euro zusätzlich stellt das Land dafür bereit. Ausgenommen von der Testpflicht sind die dreifach Geimpften und all jene, die eine Corona-Infektion überstanden haben und mindestens einmal geimpft sind.

Am Dienstagmorgen steht das gemeinschaftliche Nasebohren auch in der siebten Klasse der Geschwister-Scholl-Realschule ganz oben auf dem Stundenplan. Schulleiterin Sabine Klass geht durch die Reihen und gibt acht auf die richtige Ausführung der Antigen-Schnelltests. 27 Jugendliche besuchen die Klasse, die Hälfte von ihnen ist bereits doppelt geimpft, einer sogar schon geboostert – ihm bleiben die Schnelltests also erspart. Anders als die Maske, die müssen alle tragen, sogar auf dem Pausenhof. Schlägt das den jungen Menschen nicht allmählich aufs Gemüt?

Sabine Klass sagt: „Entspannt ist es vielleicht nicht für sie, aber sie sind das schon gewohnt. Es gibt wenige Proteste gegen die Maskenpflicht. Klar, manche sagen: Jetzt bin ich zweimal geimpft und lass' mich testen und muss trotzdem noch Maske tragen ...“ Für diesen Unmut habe sie natürlich Verständnis. Und doch werden die Regeln konsequent umgesetzt: „Wir schicken auch manche heim, die sich notorisch nicht an die Maskenpflicht halten.“ Auch die gibt es unter den 522 Schülern an der Realschule.

Sabine Klass: „Bin dafür, dass alles getan wird, dass die Schulen offen bleiben“

Ist das nicht etwas übertrieben? „Unser zentrales Ziel ist, dass die Schulen offen bleiben. Das bringt Belastungen mit sich, aber das nehmen wir alle auf uns. Uns geht's um die Kinder, die brauchen eine offene Schule“, sagt Sabine Klass. Regelmäßige Tests und Schutzmasken sieht sie als das eindeutig kleinere Übel an im Vergleich zu Schulschließungen. „Den Kindern fehlt doch schon jetzt ein Teil ihrer Kindheit. Deswegen bin ich auch dafür, dass alles getan wird, dass die Schulen offen bleiben. Sie brauchen die sozialen Kontakte.“

Bislang sind die allermeisten Schnelltests an der Geschwister-Scholl-Realschule negativ ausgefallen, die große Corona-Welle nach den Ferien bleibt aus: Am Montag waren es zwei positive Ergebnisse, am Dienstag nur eines. Die Zahlen für alle Winnender Schulen werden morgen vorliegen.

Daran, dass sich Sabine Klass dennoch Sorgen um den Präsenzunterricht macht, ist die Omikron-Variante des Coronavirus schuld, die sich aktuell stark ausbreitet. Was, wenn sich auf einmal viele Lehrer infizieren? Oder ab einer Infektionsquote von circa zehn Prozent eine ganze Klasse aus Sicherheitsgründen in den Fernunterricht geschickt werden muss?

Wenn eine Schulklasse zu Hause bleiben muss, wird es Notbetreuung geben

Sabine Klass sagt: „Wenn nachher fünf von sieben Lehrern krank sind, müssen die Kinder im Home-Office bleiben – darüber kann ich in Absprache mit dem Schulamt entscheiden.“ Es muss dann allerdings bis Klassenstufe 7 eine Notbetreuung angeboten werden.

Ob es bald wirklich so weit kommt? „Ich kann es im Moment noch gar nicht wirklich einschätzen“, sagt Sabine Klass. Allerdings seien die Schulen viel besser auf Fernlernen und Home-Schooling eingestellt als noch vor einem Jahr. Vorübergehende Schließungen ließen sich schlimmstenfalls verkraften.

Hinzu kommt: Von diesem Mittwoch an treten neue Corona-Regeln in Kraft, nach denen Geboosterte nicht mehr als Kontaktpersonen in Quarantäne gesteckt werden. Das dürfte unter den Lehrkräften, von denen viele vollständig geimpft sind, für Entspannung sorgen – aber auch bei den Eltern und Schulleiterinnen.

Obwohl die Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen so streng sind wie in kaum einem anderen Lebensbereich, geht die Sorge um, dass die hochansteckende Virusvariante Omikron den Betrieb lahmlegen könnte. Die geschäftsführende Rektorin der Winnender Schulen, Sabine Klass, sagt: „Die große Gefahr, die gesehen wird, ist die, dass ganz viele Lehrer sich anstecken und dass dann kein Unterricht mehr stattfinden kann.“ Immerhin seien die Schulen darauf besser vorbereitet als vor einem

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