Winnenden

Selatin Kara: Der Choreograf, dem die Stars vertrauen

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„Springt über meine Arme. Leicht wie ein Vogel“, ruft Selatin Kara (Mitte), und seine Schülerinnen setzen die Anweisungen um. © ZVW/Alexandra Palmizi

Winnenden.
Er hat mit Michael Jackson getanzt und über das Tanzen viele andere Stars kennengelernt. Jetzt unterrichtet er Tänzer und Tänzerinnen an der Tanzakademie Minkov in Winnenden. Selatin Kara choreografiert Kinofilme, Fernsehsendungen, Theaterstücke und mehr. In der Branche ist er ein gefragter Mann. Wie er nach Winnenden gekommen ist? „Ich bin falsch in die S-Bahn eingestiegen“, scherzt er. „Es kam eine Anfrage rein, ob ich noch Zeit habe. Ich kenne die Verantwortlichen hier schon länger, und die Atmosphäre hat mir gefallen“, erzählt Kara. „Es ist unfassbar, für wen Selatin schon getanzt hat. Große Künstler und Ballettschulen sind dabei“, sagt Akademieleiterin Kathrin Minkov.

Welche Begegnungen dem Choreograf besonders im Gedächtnis geblieben sind? „Lenny Kravitz zu treffen war schon sehr schön“, sagt Kara. „Ricky Martin war auch cool, und Michael Douglas ist eine beeindruckende Persönlichkeit.“ Starallüren habe er bei keinem ausgemacht: „Die Leute sind ganz normal, wie du und ich“, sagt er.

Deutsche Tugenden wie Fleiß und Disziplin haben ihm geholfen

Als Selatin Kara 17 Jahre alt war, entdeckte ihn ein Choreograf von Michael Jackson. Er lud Kara nach Los Angeles ein. „Als ich dort ankam, schaute ich erst einmal stundenlang beim Training zu. Ich traute mich nicht, direkt mit zu trainieren“, so der gebürtige Heilbronner. Als er dann doch Mut fasste, überzeugte er die Trainer schnell, erhielt ein Tanzstipendium. „Den Verantwortlichen ging es nicht nur um das Tänzerische. Auch die Persönlichkeit hat eine große Rolle gespielt“, erzählt der 44-Jährige. Dabei haben deutsche Tugenden wie Disziplin und Fleiß ihm sehr geholfen.

Rund um Michael Jackson gibt es auch Jahre nach seinem Tod noch Missbrauchsvorwürfe und Gerüchte. Darauf angesprochen sagt Kara, dass er in seiner Zeit in Los Angeles nichts davon mitbekommen habe.

„Dieter Bohlen ist privat eine sehr coole Sau“

In Deutschland war Kara unter anderem für die Choreografie von „Deutschland sucht den Superstar“ verantwortlich. „Dieter Bohlen ist privat eine sehr coole Sau“, sagt Kara. „Was er in seinen Shows macht, ist Business, und so unterhält er Deutschland seit Jahren.“ Auch für die RTL-Sendung „Alles was zählt“ war Kara zwei Jahre lang als Choreograf tätig.

Jetzt trainiert er jeden Mittwoch junge Tänzerinnen und Tänzer in Winnenden. „In der Zeit, in der ich hier bin, sind sie meine Stars“, sagt Kara. Und die acht Tänzerinnen geben in der Übungsstunde, die der 44-Jährige anleitet, alles. Kara macht bei den meisten Übungen selbst mit, gibt den Takt vor, ruft: „Fünf, sechs, sieben, acht und go!“ Dabei schnipst er mit den Fingern, macht immer wieder die Musik aus und korrigiert die Tänzerinnen: „Ihr müsst fokussiert sein, dürft den Boden unter den Füßen nicht verlieren, okay? Ihr dürft nie die Leidenschaft verlieren, auch wenn ihr unter Strom steht.“

Noch während er das sagt, versuchen die Schülerinnen, direkt seine Tipps umzusetzen, üben weiter an ihren Drehungen und Sprüngen.

Kara spielt in neuem Kinofilm mit

Ob es für sie etwas Besonderes ist, mit solch einem erfolgreichen Dozenten zu arbeiten? „Es ist auf jeden Fall etwas anderes“, erzählt eine Schülerin. „Verglichen mit anderen Dozenten fühlt man sich schon gepushter und mutiger, wenn er dabei ist.“ „Vielleicht nehme ich ja mal ein paar Mädels von hier zu einem Dreh mit. Aber sie müssen gut sein“, sagt Kara, der erst jüngst an einem Kinofilm mitgewirkt hat. „Vier zauberhafte Schwestern“ heißt dieser Film, der in Winnenden am Donnerstag, 30. Januar, zum ersten Mal im Olympia-Kino ausgestrahlt wird. Kara ist auch dort, beantwortet Fragen und gibt Autogramme.

Für den Film hat er die Tanzszenen choreografiert. „Das war nicht leicht. Es spielten teilweise Zehnjährige mit, die nicht tanzen konnten. Außerdem soll es kein Tanzfilm sein. Man muss abwegen, was passt und was nicht“, erzählt Kara, der auch eine Rolle im Film hat. Er ist Juror und spielt sich quasi selbst. „Disney hat mich engagiert. Für den Dreh waren wir in Belgien, Wien, Coburg und in Südtirol“, sagt er. Vielleicht schaffen es seine Schülerinnen irgendwann auch einmal auf die große Bühne. „Es ist egal, ob sie aus London, Paris oder Winnenden kommen. Jeder kann ein Star werden. Viele wollen aber zu schnell ihre Ziele erreichen. Von nichts kommt nichts.“


Premiere

Selatin Kara ist am Donnerstag, 30. Januar, ab 17.30 Uhr zur Premiere von „Vier zauberhafte Schwestern“ im Olympia-Kino. Es gibt die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen oder Autogramme zu erhalten.

2004 lag der Grand Prix D´Eurovision in Istanbul in Selatin Karas tänzerischer Verantwortung.

Er choreografierte den Film „Vatertage“, in dem unter anderem Heiner Lauterbach mitspielte.

Im türkischen Fernsehen war Kara als Choreograf der zweiten Staffel von „Popstars“ aktiv.

Kara arbeitet auch an berühmten Balletschulen als Tanzpädagoge. Dazu gehört die John-Cranko-Schule in Stuttgart oder das Ballett-School-Theater in Basel.

Winnenden.
Er hat mit Michael Jackson getanzt und über das Tanzen viele andere Stars kennengelernt. Jetzt unterrichtet er Tänzer und Tänzerinnen an der Tanzakademie Minkov in Winnenden. Selatin Kara choreografiert Kinofilme, Fernsehsendungen, Theaterstücke und mehr. In der Branche ist er ein gefragter Mann. Wie er nach Winnenden gekommen ist? „Ich bin falsch in die S-Bahn eingestiegen“, scherzt er. „Es kam eine Anfrage rein, ob ich noch Zeit habe.

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