Winnenden

Sexismus? "Layla“ ist auf dem City-Treff in Winnenden nicht explizit verboten

DJ
Der Song „Layla“ wird zurzeit auf etlichen Partys rauf und runter gespielt. Doch jetzt ist eine Sexismus-Diskussion darum entbrannt. © Pixabay/erkanyavas

Endlich ist es wieder so weit: Von Freitag an feiert Winnenden vier Tage lang City-Treff. Neben Bühnenprogramm am Tage ist am Abend und bis in die Nacht hinein Party angesagt. Ob dabei auch der Ballermann-Hit „Layla“ aus den Boxen schallt? Das ist in diesen Tagen tatsächlich eine Frage von bundespolitischer Dimension – spätestens seit die Stadt Würzburg „Layla“ auf ihrem Volksfest verboten hat. Sogar der Bundesjustizminister hat eine öffentliche Meinung dazu. Wir haben bei der Stadt Winnenden zu ihrem Umgang mit dem Thema nachgehakt.

An dem Song – oder der Debatte darüber – führt aktuell kein Weg vorbei

Für alle, die Layla nicht kennen: Der Party-Song des Duos DJ Robin und Schürze belegt seit Wochen Platz eins der deutschen Musik-Charts. Das Lied, das von einer Prostituierten handelt, wird nicht nur auf Mallorca gespielt, sondern auch auf Parteitagen der Jungen Union. Wer ihn noch nicht auf einer Party oder im Radio gehört hat, dem dürfte er zumindest schon nachts von betrunkenen Jugendlichen auf dem Heimweg vom Dorffest durchs geöffnete Schlafzimmerfenster gegrölt worden sein.

Kurz: An dem Song führt aktuell kein Weg vorbei – spätestens, seit er eine Sexismus-Debatte ausgelöst hat, die manche richtig und wichtig finden und andere völlig überzogen und lächerlich. Die Stadt Würzburg hat das Lied auf ihrem großen Kiliani-Volksfest, das aktuell stattfindet, jetzt sogar ganz verboten. Als Begründung dafür dient der als sexistisch empfundene Inhalt („Ich hab’ ‘nen Puff und meine Puffmama heißt Layla / Sie ist schöner, jünger, geiler“).

Das Verbot hat insbesondere in den sozialen Medien große Diskussionen ausgelöst. Sogar Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat sich bei Twitter positioniert: „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zu viel. #layla“, schrieb er am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst. Auch die Künstler weisen den Sexismus-Vorwurf zurück, den gebe es bei „Skandal im Sperrbezirk“ doch auch nicht.

Indes folgen offenbar weitere Veranstalter dem Würzburger Beispiel: Auch auf der Düsseldorfer Kirmes ist das Lied jetzt tabu.

Ein explizites Verbot des Liedes wird es in Winnenden auf dem City-Treff nicht geben

Und was ist mit dem City-Treff? Ein explizites Verbot wird es auf den abendlichen Partys in Winnenden jedenfalls nicht geben. Das geht aus einer Stellungnahme der Stadt Winnenden auf eine Anfrage unserer Redaktion hervor.

Pressesprecherin Franziska Götz vermeidet eine Positionierung zum Song „Layla“. Sie sendet aber doch ein deutliches Signal an alle Party-Veranstalter auf dem langersehnten Stadtfest: „Unser City-Treff lebt von einem guten Miteinander. Wir gehen davon aus, dass die Bands, DJs und Vereine keine diskriminierenden oder sexistischen Titel spielen. Jugendgefährdende oder verfassungsfeindliche Inhalte sind sowieso verboten.“

Endlich ist es wieder so weit: Von Freitag an feiert Winnenden vier Tage lang City-Treff. Neben Bühnenprogramm am Tage ist am Abend und bis in die Nacht hinein Party angesagt. Ob dabei auch der Ballermann-Hit „Layla“ aus den Boxen schallt? Das ist in diesen Tagen tatsächlich eine Frage von bundespolitischer Dimension – spätestens seit die Stadt Würzburg „Layla“ auf ihrem Volksfest verboten hat. Sogar der Bundesjustizminister hat eine öffentliche Meinung dazu. Wir haben bei der Stadt

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