Winnenden

Smarte Bänke, Laternen, digitale Knöllchen und mehr: So könnte das Winnenden der Zukunft aussehen

Bus parkt
Wer falsch parkt, könnte künftig nur noch einen QR-Code an seiner Windschutzscheibe finden. Durch diesen ist es möglich, die Strafe direkt mit dem Smartphone zu bezahlen. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Verwaltung plant die Stadt der Zukunft. „Neben dem Klima und Corona ist die Digitalisierung gerade das Megathema, es gibt viel zu tun“, beschreibt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth den Umfang der Planungen. Digitale Knöllchen, Automaten im Rathaus, um Papiere und Ausweise kontaktlos abzuholen, ein Parkleitsystem, smarte Bänke, Laternen und ein Ausbau des WLAN-Netzes in der Innenstadt spielen eine Rolle in den Überlegungen. „Seit Anfang des Jahres haben wir freies WLAN am Bahnhof“, erzählt Martin Weber, der sich unter anderem um die Digitalisierung der Stadt kümmert. Mit der Deutschen Bahn habe man vereinbart, dass auf dem Bahnhofsdach ein Mast installiert werde, der dann auch für eine kabel- und kostenlose Internetverbindung in der Kornbeckstraße sorgen könne. „Auch für den Kronenplatz und den Holzmarkt sind wir an diesem Thema dran“, schildert Weber.

Bänke mit Solarzellen, Ladebuchsen und einem Hotspot

Außerdem könne man sich in der Stadt sogenannte „Smart Benches“, also intelligente Bänke, vorstellen. Diese sind ausgestattet mit Solarzellen, Buchsen, um das Smartphone zu laden, und dienen als WLAN-Hotspot. „In diesem Zusammenhang haben wir uns auch Gedanken über Info-Stelen, große Bildschirme, über die Bürger tagesaktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Märkten oder weiteren Events abrufen können, gemacht. Nach Rücksprache mit anderen Städten haben wir allerdings erfahren, dass diese Bildschirme fast überall innerhalb kürzester Zeit wegen Vandalismus wieder abgeschafft wurden“, veranschaulicht Weber, weshalb man die intelligenten Bänke bevorzuge. Städte, die solche Sitzmöglichkeiten beispielsweise an Bushaltestellen vor Schulen aufgestellt haben, hätten mehrere Tausende Ladevorgänge innerhalb kürzester Zeit verzeichnet. „Die Nutzung ist also sehr intensiv“, versichert Martin Weber. Vorstellen könne man sich solche smarten Sitzmöglichkeiten beispielsweise auch in den Teilorten. Große Bereiche des Schelmenholzes und von Hanweiler hätten bereits einen Glasfaseranschluss erhalten. Der Ausbau könne voraussichtlich noch im ersten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen werden.

Können E-Bike-Fahrer ihr Zweirad an Straßenlaternen aufladen?

Neben Bänken spielen in den Überlegungen der Verwaltung auch smarte Laternen eine Rolle. „Es soll geprüft werden, ob so etwas an zentralen Straßen, Wegen und Plätzen eingeführt werden kann.“ Die intelligenten Laternen dimmen automatisch das Licht, wenn kein Fußgänger oder Autofahrer unterwegs ist, sparen damit Strom und schonen die Umwelt. „Zudem könnte man sie als Hotspots oder als öffentliche Ladestationen für E-Fahrzeuge nutzen. Auch Notrufeinrichtungen sind dort denkbar“, erklärt Weber. Der Vertrag mit Netzbetreiber Syna, der sich um die Straßenbeleuchtung kümmert, laufe noch bis 2025. Man wolle das Thema rechtzeitig in die Verhandlungen mitaufnehmen.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Thema Verkehr wolle man die Einrichtung eines Verkehrsleitsystems prüfen. „Hier gibt es unterschiedliche Optionen. Wir müssen schauen, welches Angebot für Winnenden geeignet ist“, beschreibt Weber. Es liege eine Konzeptstudie vor, die im zweiten Quartal in den Gremien der Stadt vorgestellt werden soll. Die dynamischen Fahrgastinformationssysteme, also elektronische Schilder an Bushaltestellen, die unter anderem Verspätungen anzeigen, sollen zudem um zehn Standorte erweitert werden.

Formulare per Paypal bezahlen, Ausweise aus einem Automaten

Neben Veränderungen am Stadtbild solle sich auch beim Thema Bürgerservice etwas tun. „Dinge wie einen Hund an- oder abmelden oder einen Adressbucheintrag sperren lassen kann man bereits jetzt online erledigen. Dieses Angebot soll weiter ausgebaut werden“, erklärt Weber.

In einer Testphase befinde sich aktuell unter anderem das Anfordern einer Geburtsurkunde oder einer Meldebescheinigung. „Außerdem sind wir dabei, einen elektronischen Bezahlvorgang einzuführen, beispielsweise via Paypal“, berichtet Weber von einem anderen aktuellen Projekt. Man könne sich in einem nächsten Schritt vorstellen, digitale Knöllchen zu verteilen. „Falschparker bekommen dann einen QR-Code an die Windschutzscheibe, den sie mit dem Smartphone abscannen und direkt bezahlen können.“ Wer dies nicht möchte oder den Code verliere, bekomme zwei Wochen später automatisch einen Brief mit der Zahlungsaufforderung. Für das Rathaus sei man außerdem an einem Ausweisterminal interessiert. „In Ludwigsburg gibt es so etwas bereits. Wir werden mit den Kollegen einen Termin vereinbaren und uns anhören, welche Erfahrungen man dort gemacht hat“, so Weber. An solchen Automaten könne man Ausweise beantragen oder Dokumente via Fingerabdruck und einem Code abholen, ohne Kontakt zu einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin zu haben. Nicht nur in Pandemiezeiten ein Vorteil.

Die Verwaltung plant die Stadt der Zukunft. „Neben dem Klima und Corona ist die Digitalisierung gerade das Megathema, es gibt viel zu tun“, beschreibt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth den Umfang der Planungen. Digitale Knöllchen, Automaten im Rathaus, um Papiere und Ausweise kontaktlos abzuholen, ein Parkleitsystem, smarte Bänke, Laternen und ein Ausbau des WLAN-Netzes in der Innenstadt spielen eine Rolle in den Überlegungen. „Seit Anfang des Jahres haben wir freies WLAN am Bahnhof“,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper