Winnenden

So bereitet sich das Wunnebad auf die Öffnung am 4. Juni vor

Wunnebad
Beim „Auswintern“ ist Aufgabe des Bäderpersonals auch das Reinigen und Reparieren der Beckenfliesen. Hier im Erlebnisbecken des Wunnebads, das am Freitag vergangener Woche mit Wasser gefüllt werden konnte. © Benjamin Büttner

Die Schwimmmeister haben gut einen Monat lang das Wunnebad picobello geputzt, Fliesenfugen gedichtet, scharfe Kanten abgeschliffen, Hecken getrimmt, Wege gekehrt, lockere Schrauben reingedreht, Wände gestrichen und quietschende Scharniere geölt. Es galt, den „lost place“, den seit sechs Monaten verlassenen Ort, wieder in den familienfreundlichen kleinstädtischen Bäderbetrieb zu verwandeln. Nach und nach sind die Mitarbeiter dafür aus der Kurzarbeit zurückgekehrt. Die letzten sind die Reinigungskräfte, denen im Freibad unter Pandemiebedingungen aber auch eine wichtige Rolle zukommt.

Das Sportbecken fasst 1,8 Millionen Liter Wasser

Sobald nun also ein Becken sauber und gerichtet war, hieß es frisches Wasser marsch. Zuerst das Sportbecken, es ist mit seinen 1,8 Millionen Litern Fassungsvermögen das größte, das Füllen dauert am längsten. Die lang herbeigesehnte Sonne sollte zudem den Stadtwerken etwas Heizenergie ersparen und das Wasser vorwärmen. Der Plan war gut, wenn nicht ausgeklügelt, denn vor einer Woche herrschten im Becken nur 14, 15 Grad. Seitdem ist die Luft nachts wie tags allmählich wärmer geworden, bis am Mittwoch, 2. Juni, sogar 25 Grad erreicht werden sollen.

Doch Wasserratten, Rückenpaddler und Kraul-Granaten müssen sich nun noch einen Tag gedulden und den Donnerstag-Feiertag abwarten, dann endlich ist es so weit: Am Freitag, 4. Juni, um 7.30 Uhr öffnet das Wunnebad sein Sportbecken für die Frühschwimmer. Nach der Zwischenreinigung ist um 10 Uhr Einlass für die erste Bade-Schicht. Maximal 1200 Gäste werden sich gleichzeitig auf dem großen Freigelände zwischen Albertviller Straße und Zipfelbach aufhalten dürfen. Wollen sie ins Wasser, sorgt die Aufsicht dafür, dass die maximale Schwimmerzahl nicht überschritten wird. 240 dürfen sich im Erlebnisbecken mit seiner kurvigen, gelben Rutschbahn tummeln, 60 dürfen sich im Sportbecken mit seinen schnurgeraden Schwimmbahnen verteilen. Das Sprungbecken und der Kinderplanschbereich sind ebenfalls geöffnet. Auch schön: Der Kiosk öffnet wieder mit  dem bewährten Pächter.

Wer einmal im Bad ist, muss am Beckenrand eher nicht mehr warten

1200 Besucher pro 4,5-Stunden-Schicht: Die Anlage wie auch Mitarbeiter kommen mit der im vergangenen Jahr bereits geltenden und erprobten Pandemie-Maximalbelegung gut klar, berichtet Jochen Mulfinger, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke Winnenden. „Nur einmal musste jemand warten, bis er ins Sportbecken durfte“, erinnert sich Bäderleiter Sascha Seitz. Auch die echten Engstellen wie WC, Duschen und Beckeneinstiege waren kein Problem. Der Preis des Warmduschens ist nun aber, dass nur zwei auf einmal hinein dürfen. 

Die meisten Beschwerden der Besucher im Jahr 2020 bezogen sich auf den Kartenverkauf. Weil sich jeder mit Name und Kontaktdaten registrieren muss, wurde die Bar-Kasse abgeschafft und alles in den Internetshop verlegt. So wird es wieder sein, genau das gleiche System wie im Vorjahr. Doch die digitalen Stolperfallen und Buchungsbarrieren sollten nun ausgeräumt sein, außerdem wird wieder der E-Ticket-Kauf im Vertriebsbüro der Stadtwerke ermöglicht. „Die EDV sollte ab Mittwoch laufen, und wir stellen Bad-Mitarbeiter ab, um die Kollegen dort zu schulen“, ist Sascha Seitz zuversichtlich, dass sich auch das schnell wieder einspielt.

Echte Bauchschmerzen haben Seitz und Mulfinger nun nur noch beim Gedanken an den Einlass. Es reicht nicht, nur das E-Ticket vom Smartphone oder ausgedruckten Zettel zu scannen. Im Formular befindet sich zwar ein Häkchen, dass man auf irgendeine Weise „negativ“, frei von Covid-19 ist. Aber das nur zu setzen nutzt nach derzeitigem Inzidenz- und Kenntnisstand nichts, es muss trotzdem vor Ort kontrolliert werden, ob der Badbesucher geimpft, genesen oder getestet ist. Jeder muss seinen Impfausweis, sein Attest oder sein Schnelltestergebnis zusätzlich vorzeigen. Na und, könnte man nun etwas schnoddrig entgegnen, das muss jeder Boutiqueverkäufer und jeder Biergartenkellner doch zurzeit auch, das ist offenbar der Preis des ersten Lockerungsschritts. „Ja“, sagt Jochen Mulfinger, „nur bei uns kommen vermutlich 500 Leute auf einmal. Weil sie die begrenzte Zeit ihrer Schicht voll ausnutzen möchten.“ Er befürchtet deshalb lange Warteschlangen und schreibt Jobs für Schüler aus, die das Kontrollieren beschleunigen helfen sollen.

Wann könnte es beim Einlass Lockerungen geben?

Die Hoffnung ist allerdings, dass die „3-G-Prüfung“ entfallen kann, vielleicht schon bald. Dafür, heißt es aus gut informierten Kreisen, ist aber eine Inzidenz unter 35 nötig. Und bis dahin muss das Wunnebad auf entspannte und auch auf mitdenkende Badegäste hoffen, die nicht ungeduldig sind, nicht alle gleichzeitig hineinwollen und stattdessen ihre „Papiere“ vollständig bereithalten. Mulfinger verspricht, dass sich das Wunnebad auch auf Test-Nachweise aus der Cosima-App oder der Corona-Warn-App einstellen wird. Auf dem Parkplatz beim Stadion, auf dem Weg zum Wunnebad, gibt es ja ein Testzentrum der Apotheke am Torturm, und auch die Tests von geschultem Personal aus Betrieb, Schule, Kindergarten und Friseur gelten 24 Stunden.

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Die Schwimmmeister haben gut einen Monat lang das Wunnebad picobello geputzt, Fliesenfugen gedichtet, scharfe Kanten abgeschliffen, Hecken getrimmt, Wege gekehrt, lockere Schrauben reingedreht, Wände gestrichen und quietschende Scharniere geölt. Es galt, den „lost place“, den seit sechs Monaten verlassenen Ort, wieder in den familienfreundlichen kleinstädtischen Bäderbetrieb zu verwandeln. Nach und nach sind die Mitarbeiter dafür aus der Kurzarbeit zurückgekehrt. Die letzten sind die

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