Winnenden

Sonderaktion mit Johnson & Johnson in Winnenden: Einmal geimpft, in 14 Tagen immun

Impfstoff
In der Hermann-Schwab-Halle gab’s den Wirkstoff von Johnson & Johnson bei einer kurzfristigen Sonder-Impfaktion. © Alexandra Palmizi

Es ist der Gesprächsstoff schlechthin: „Bist du schon geimpft?“ Die Frage kommt meist schnell nach der Begrüßung und der Frage nach dem Befinden. 100 weitere können seit Freitag, 4. Juni, fröhlich mit „Ja“ antworten. Sie haben in einer ganz spontan anberaumten Aktion an der Hermann-Schwab-Halle in Winnenden den Wirkstoff der amerikanischen Firma Johnson & Johnson bekommen, durch den sie schon in 14 Tagen als komplett immunisiert gelten. Es sind allerdings nicht nur Winnender Bürger/-innen zum Zuge gekommen, wie sich das vermittelnde Rathaus und der Initiator, Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, das gewünscht hatten. 

Nach nur 45 Anmeldungen aus Winnenden lockerte das Rathaus die Bedingungen

Vor der Halle berichtet Julia Doubrawa, dass sich über den Zeitungsaufruf am Mittwoch sowie die Artikel auf zvw.de und winnenden.de seit Dienstagnachmittag nur 45 Personen über 60 Jahren angemeldet haben. Was fürs Rathaus etwas mehr Arbeit bedeutete: „Wir haben die Bewerbung dann auch für Leute unter 60 Jahren ermöglicht und vom Landratsamt einen Verteiler mit Impfwilligen bekommen“, so Doubrawa. So wurden alle 105 Impfplätze vergeben und 20 Personen auf die Warteliste gesetzt, falls bei der geschickten Entnahme aus den Impfstoff-Fläschchen mehr Impfdosen als erwartet herausspringen. Vorbehalte gegen das Vakzin gab’s eigentlich keine, stellte Julia Doubrawa bei einigen Telefonaten fest. „Im Gegenteil, die Leute freuten sich, weil sie sich damit nur einmal impfen lassen müssen.“ Am 18. Juni bereits hat sich der Impfschutz voll entwickelt.

Eine E-Mail reichte, viel einfacher als übers Telefon 116 117

Ruhig beginnt also der Tag an der Hermann-Schwab-Halle, die Impfwilligen im Alter von 20 bis 85 Jahre kommen vorbei, werden beraten, gepikst und zur Beobachtung in den hinteren Teil des Saals gesetzt. Erst am Nachmittag bildet sich eine Schlange und sorgt das Gewitter für einen kleineren Umbau, nun wird direkt in der Halle geimpft, nicht draußen im Impftruck.

Der katholische Pfarrer Gerald Warmuth gehörte zu denjenigen, die sich mit einer E-Mail anmeldeten. Als es tatsächlich klappte, musste er just für die Uhrzeit zwar eine Vertretung organisieren, aber wenn man schon mal so eine Chance bekommt, ist das kein Thema und kaum der Rede wert. Nun kann der 61-Jährige sich wieder von der Warteliste beim Hausarzt streichen lassen. „Ich bin froh, denn alle meine Lehrerkollegen sind schon geimpft, und ich muss zur Seelsorge ja auch immer wieder ins Krankenhaus, das Testen dort fällt dann auch weg“, sagt der Pfarrer.

Neben Warmuth sitzt ein Mann aus Winnenden-Bürg, 67 Jahre alt. „Zwei Monate habe ich gebraucht, bis ich für meine Mutter einen Impftermin hatte. Das war so ein Krampf, da hatte ich keine Lust mehr, für mich auch noch einen zu suchen.“ Obwohl die Kassenärztliche Vereinigung vor Monaten angeboten hatte, Anrufer bei der Nummer 116 117 auch auf eine Warteliste zu setzen, wurde dem Mann diese Option nie eröffnet. Nun las er im Vorabend-E-Paper der Winnender Zeitung von der Sonder-Impfaktion und probierte einfach sein Glück - „ich hatte wenig Hoffnung“. Er kam zum Zuge und ist froh darüber: „Wenn doch was ist, sagst du dir: Hätt i mi no impfa lassa!“ Er will nicht erkranken, niemanden anstecken und auch nicht ständig außen vor sein, wenn nun Gaststätten & Co. wieder öffnen.

An der Impfaktion beteiligt waren das mobile Team des Robert-Bosch-Krankenhauses, der DRK Kreisverband, das Landratsamt sowie das DRK Winnenden sowie Mitarbeiter des Winnender Rathauses.

Im Asylheim nahmen alle das Angebot an

Eine noch kleinere Aktion fand übrigens am Samstag vor einer Woche statt. Das mobile Impfteam machte Station im Asylbewerberwohnheim, wie OB Holzwarth berichtet. „Alle 41 Bewohner, die dafür infrage gekommen sind, denen wir das Angebot gemacht haben, haben die Impfung auch angenommen“, freut er sich.

Es ist der Gesprächsstoff schlechthin: „Bist du schon geimpft?“ Die Frage kommt meist schnell nach der Begrüßung und der Frage nach dem Befinden. 100 weitere können seit Freitag, 4. Juni, fröhlich mit „Ja“ antworten. Sie haben in einer ganz spontan anberaumten Aktion an der Hermann-Schwab-Halle in Winnenden den Wirkstoff der amerikanischen Firma Johnson & Johnson bekommen, durch den sie schon in 14 Tagen als komplett immunisiert gelten. Es sind allerdings nicht nur Winnender

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