Winnenden

„Spaziergänger“ in Winnenden hartnäckig  - doch es werden weniger

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Die sogenannten "Spaziergänger" am Montag, 8. August, auf der Marktstraße. © Ralph Steinemann Pressefoto

Wie entwickeln sich die Corona-Zahlen im Herbst, wenn die Menschen sich vorzugsweise wieder in geschlossenen Räumen aufhalten? Braucht es dann wieder Maßnahmen wie eine Maskenpflicht? Wie geht es beim Thema Impfen weiter? Nachdem es lange Zeit um das Thema Corona ruhiger geworden ist, nehmen die Debatten in der Politik nun wieder Fahrt auf. Steigt dadurch die Teilnehmerzahl an den sogenannten „Spaziergängen“, zu denen Gegner der Corona-Politik, darunter unter anderem auch Verschwörungstheoretiker und Impfgegner, per Messengerdienst „Telegram“ einladen?

Montagabend, 18 Uhr, Innenstadt: Die Eiscafés und Bars sind bei sommerlichen Temperaturen gut besucht. Manch einer gönnt sich eine kühle Erfrischung in der Waffel, während es bei anderen etwas Flüssigeres im Glas sein darf.

Und dann ist da noch eine Gruppe von Menschen, die sich um den Marktbrunnen versammelt. Beobachtet werden sie von zwei Polizisten, die in ihrem Wagen sitzen.

Regelmäßig zum Wochenbeginn treffen sich hier die sogenannten „Montagsspaziergänger“, um unter anderem gegen Corona-Maßnahmen und Impfungen zu demonstrieren. Nach wie vor. Ihren Protest tarnen sie als Spaziergang, denn offizielle Demonstrationen oder Kundgebungen müssten angemeldet und genehmigt werden. Seit Ende des vergangenen Jahres halten sich die „Spaziergänger“ nun hartnäckig. Doch es werden weniger.

Polizei zählt 45 Personen

Am Montag, 8. August, zählt die Polizei noch 45 von ihnen. „Wir hätten schon gedacht, dass es mehr werden, jetzt wo das Thema wieder ziemlich diskutiert wird“, gesteht einer der Teilnehmer gegenüber unserer Redaktion. Nach wie vor verläuft diese Form des Protests in Winnenden friedlich, zumindest weitgehend. „Es kam zu keinerlei polizeilich relevanten Vorkommnissen seitens der Teilnehmer in den letzten Wochen“, schreibt die Polizei. Der letzte dokumentierte Vorfall im Zusammenhang mit diesen unangemeldeten Demonstrationen ereignete sich laut Polizei am 27. Juni, als ein unbekannter, maskierter, schwarz gekleideter Mann den Marktbrunnen mit roter Farbe und den Worten „Schwurbler raus“ beschmiert habe. Eine Art Gegenprotest also. Sachschaden: etwa 500 Euro.

Mit dem Wegfall eines Großteils der Maßnahmen gegen das Coronavirus in diesem Frühjahr ist auch ein großer Teil der Teilnehmer fortan ferngeblieben. Während die Polizei im Januar noch über 300 „Spaziergänger“ zählte, waren es im Februar und März noch circa 200. Im April etwa 120, seit Mai unter 100 Personen. „Von Juni bis heute zwischen 40 und 70, wöchentlich differierend“, schreibt ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Aalen auf Nachfrage. Im Pulk in Winnenden gesichtet wurden in der Vergangenheit bekennende Reichsbürger, Mitglieder der aus den Querdenkern hervorgegangenen Partei Die Basis und Mitglieder der AfD. Etabliert haben diese Form des Protests die rechtsextremen „Freien Sachsen“.

Wie entwickeln sich die Corona-Zahlen im Herbst, wenn die Menschen sich vorzugsweise wieder in geschlossenen Räumen aufhalten? Braucht es dann wieder Maßnahmen wie eine Maskenpflicht? Wie geht es beim Thema Impfen weiter? Nachdem es lange Zeit um das Thema Corona ruhiger geworden ist, nehmen die Debatten in der Politik nun wieder Fahrt auf. Steigt dadurch die Teilnehmerzahl an den sogenannten „Spaziergängen“, zu denen Gegner der Corona-Politik, darunter unter anderem auch

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