Winnenden

Spielgruppe für ukrainische Kinder öffnet bald in Winnenden

Club Paula
Von der Langen Gasse aus ist der Club Paula erreichbar, wo die Paulinenpflege im Auftrag der Stadt eine Spielgruppe für ukrainische Kinder einrichtet. © Gabriel Habermann

Die Paulinenpflege schafft ganz kurzfristig ein Betreuungsangebot für ukrainische Kinder, das die Stadt bezahlt und die Gemeinderäte des Verwaltungsausschusses am Dienstagabend (21.6.) einstimmig angenommen haben. Bis zu zehn Kinder können bald dreimal die Woche vormittags für drei Stunden in eine Spielgruppe kommen, die im Club Paula eingerichtet wird. Das ist ein Raum, der bislang für abendliche Freizeitbegegnungen der Paulinenpflege-Klienten genutzt wird, er ist vormittags frei und gut erreichbar von der Langen Gasse, die vom Schloss zur Albertviller Straße führt, also sehr zentral gelegen.

Russischsprachiges Personal hat sich auch schon beworben

Die Raumfrage ist also gelöst, eins der Probleme bei solch einer Einrichtung. Problem zwei, die Betriebserlaubnis, ist gar keines, wie der für Kinderbetreuung zuständige Amtsleiter Thomas Pfeifer den Gemeinderäten sagte: „Bei weniger als zehn Stunden Betreuung pro Woche braucht man keine Betriebserlaubnis“, der Kommunalverband für Jugend und Soziales ist außen vor und muss sein Okay gar nicht geben. Und wie sieht es mit dem Personal aus? Händeringend suchen die Kommunen landauf, landab Erzieherinnen. Auch hier Daumen hoch: „Dem Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege liegen bereits Bewerbungen von Russisch sprechenden Personen vor“, sagte Pfeifer. Gebraucht werden eine pädagogische Fachkraft und eine zusätzliche Kraft. Sie werden nun rasch eingestellt und in den Mitarbeiterpool des Jugendhilfeverbunds aufgenommen. Die Stadt übernimmt die Personalkosten, die voraussichtlich bei knapp 3200 Euro im Monat liegen.

Kooperation auf ein Jahr befristet, mit Option auf Verlängerung

„Wir können nicht garantieren, dass die Spielgruppe ausgelastet ist“, das ist laut Pfeifer das einzige Fragezeichen bei der Geschichte. Ist der Bedarf wirklich da? Doch bei den „richtigen“ Krippen- und Kindergartenplätzen geht es definitiv äußerst knapp zu in Winnenden, dazu fädelten Thomas Pfeifer und die Gemeinderäte eine weitere Lösung ein, und nicht alle ukrainischen Eltern wollen oder können ihre Kinder in einen Regelkindergarten geben. Der wäre für manches Kind vom Umfang her womöglich eine Überforderung. Letztlich kann ja auch niemand vorhersagen, wie lange die Geflüchteten in Deutschland bleiben. „Wir haben vereinbart, den Betrieb schnellstmöglich aufzunehmen, ihn aber bis August 2023 befristet“, so Pfeifer. „Wenn es funktioniert und länger gebraucht wird, würden wir das Angebot aber verlängern“, gab Pfeifer einen Ausblick.

Der Wert einer solchen betreuten Spielgruppe aber ist hoch: Sie entlastet Familien für einige Stunden am Tag und bietet den Kindern die Gelegenheit, in geschütztem Rahmen mit anderen Kindern zu spielen. Das sind erste Schritte einer Integration, wie die Erfahrung gezeigt hat.

Drei Jahre lang gab es eine Spielgruppe an der Friedrich-Jakob-Heim-Straße

Schon einmal hatten Paulinenpflege und Stadt gut kooperiert, und zwar infolge der Flüchtlingsbewegung seit 2015. Im Jahr 2017 ging für Kinder aus der Unterkunft an der Friedrich-Jakob-Heim-Straße sehr kurzfristig eine betreute Spielgruppe an den Start, in der die Kinder an vier Tagen in der Woche für zwei Stunden betreut werden konnten. Für die Eltern war das ein sehr gut erreichbares, hemmschwellenfreies Angebot. Mütter und Väter hatten durch die Spielgruppe zudem Zeit, ungestört Deutsch zu lernen. Das Konzept damals ging voll auf, wie Pfeifer in seiner schriftlichen Sitzungsvorlage ausführt. „Diese Einrichtung hatte sich in den Folgejahren sehr bewährt und kann als ein erster Schritt in eine mögliche weitere Betreuung in einem Kindergarten gesehen werden.“ Die Integration der Kinder war gut vorbereitet worden. Drei Jahre später brauchten Eltern und die in der Zwischenzeit in Winnenden geborenen Kinder das Angebot dann nicht mehr: „2020 wurde der Betrieb der betreuten Spielgruppe im Schelmenholz eingestellt, da der Bedarf aufgrund der Übernahme der Kinder in reguläre Betreuungseinrichtungen nicht mehr gegeben war.

Die Paulinenpflege schafft ganz kurzfristig ein Betreuungsangebot für ukrainische Kinder, das die Stadt bezahlt und die Gemeinderäte des Verwaltungsausschusses am Dienstagabend (21.6.) einstimmig angenommen haben. Bis zu zehn Kinder können bald dreimal die Woche vormittags für drei Stunden in eine Spielgruppe kommen, die im Club Paula eingerichtet wird. Das ist ein Raum, der bislang für abendliche Freizeitbegegnungen der Paulinenpflege-Klienten genutzt wird, er ist vormittags frei und gut

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