Winnenden

Stückles-Streit: OB zeigt sich kompromissbereit

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Wassertonne, betonierter Weg, Plastiktanks auf dem Waiblinger Berg: Alles muss entfernt werden. © Schmitzer/ZVW
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Abgrenzung eines Stückles mit einem alten Baumstamm: Ein Verbot würde schwierig. © Schmitzer/ZVW
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Betonierte Terrasse am Abhang: Entspricht nicht der Landesbauordnung. © Schmitzer/ZVW
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Motoryacht und Campingwagen dauerhaft aufs Stückle gestellt: Verboten. © Schmitzer/ZVW
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Die Schaukel muss legal werden.

Winnenden. Entspannung im Schaukelstreit: „Bei Schaukeln, Sandkästen und Spielgeräten ist vielleicht eine Frist möglich“, sagt OB Hartmut Holzwarth. Wie berichtet sind Stücklesbesitzer am Waiblinger Berg vom Gemeindeverwaltungsverband schriftlich aufgefordert worden, „bauliche Anlagen“ zu entfernen. Dazu zählen auch Kinderschaukeln.

Der Bericht unserer Zeitung hat heftige Reaktionen in Facebook und eine größere Diskussion auf zvw.de ausgelöst. Dass Schaukeln verboten werden, versteht niemand. Aber auf zvw.de schreiben doch einige, dass es am Waiblinger Berg auf den Stückle Dinge gibt, die abgebaut gehören. Die Motoryacht auf dem Berg ist so ein Beispiel. Auch den Wohnwagen kritisieren einige Kenner des Gebiets.

Um solche Auswüchse geht es in erster Linie den Gemeinden Leutenbach, Schwaikheim und Winnenden, die mit ihrem Verband Landschaftsschutz betreiben.

Behörde muss sich an die Landesbauordnung halten

Wer Beton, Plastiktanks, Boote und Caravans in der freien Natur verhindern möchte, der muss die Landesbauordnung nutzen und muss alle Betroffenen in einem Gebiet gleich behandeln. Die Stadt hatte vor vielen Jahren schon einmal versucht, am Waiblinger Berg die Wildwüchse einzudämmen, war aber vor Gericht gescheitert, weil sie nicht alle gleich behandelt hatte. Diesmal will sie systematisch vorgehen, die Landesbauordnung strikt anwenden und alle, die ihre Dinge nach 1965 gebaut haben, gleich behandeln.

Verbote über Verbote

Regenfässer werden nur noch bis zu einer bestimmten Größe erlaubt. Boote gar nicht, Wohnwagen auch nicht, auch keine offen auf der Wiese abgestellten und langsam zuwachsenden Reinigungsmaschinen oder Anhänger, keine betonierten Aussichtsterrassen und keine Hütten, die mehr als 20 Kubikmeter haben.

Abbau, wenn die Kinder aus dem Schaukelalter raus sind

Aber auch Sandkästen und Schaukeln sind laut Gesetz verboten. OB Holzwarth und der Verwaltungsverband können das Gesetz nicht entschärfen. Holzwarth meint aber, man könnte den Eigentümern individuelle Fristen setzen bei Spielgeräten: Man müsste ein Datum festlegen, wann die Kinder aus dem Schaukelalter heraus sind, dann müsste auch die Schaukel abgebaut werden – aber alle anderen Dinge wie Dixie-Klo, Beton-Grill und Plattenwege müssten vorher weg. Wenn sich Stücklesbesitzer insgesamt kooperativ zeigten, sei der Schaukelkompromiss denkbar.

Schaukel: Besitzrechte ungeklärt

Ein Spezialfall ist allerdings die Schaukel der fünfjährigen Mädchen Ecrin und Dilara. Dort sind die Besitzrechte ungeklärt. Ein bei der Stadt gemeldeter Besitzer des Grundstücks wusste nichts davon, dass eine Familie das Stückle bewirtschaftet und dort einiges aufgebaut hat, unter anderem auch die Schaukel. Der Grundbesitzer, der einige Hundert Kilometer entfernt lebt, ist erstaunt, möchte die Sachlage klären und dafür sorgen, dass alles gesetzeskonform wird.

Der Opa, der für seine Enkelkinder einen Sandkasten hat muss eben mit den Verwaltungsleuten reden. Der Sandkasten ist das kleinste seiner Problemteile auf dem Stückle. Er hat ansonsten große Fremdkörper dort stehen. Wenn er die zügig entfernt, sich kooperativ zeigt, dann könnte sich für den Sandkasten seiner Enkelkinder eine Frist ergeben.


Kommentare online

Kathrin schreibt auf Facebook: „Dass der Wohnwagen und die Jacht weg müssen – ok, das kann ich noch irgendwie verstehen. Aber dass Schaukeln, Sandkästen und die Terrassen weg sollen?! Das ist ein Ding der Unmöglichkeit ...“

Jens erwähnt, dass im nächsten Jahr OB-Wahl ist.

Auf zvw.de wurde 15 Kommentare abgegeben.