Winnenden

Stadt hat zwei Lärmschwerpunkte

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Lärm
An der Waiblinger Straße und der an sie anschließenden Ringstraße sind die meisten Winnender von Lärm betroffen. © Büttner / ZVW
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Laermkarte Winnenden_1
© Andrea Wuestholz

Winnenden. Die Stadt hat die Lärmbelastung ihrer Bürger an vielbefahrenen Straßen untersuchen lassen. Das Aalener Ingenieurbüro Brenner Bernard hat nur zwei Schwerpunkte identifiziert, wo besonders viele Anwohner betroffen sind, beide liegen an der Waiblinger Straße. Die Verbesserungsvorschläge können beim Umbau der ehemaligen B 14 berücksichtigt werden.

Die wirkungsvollste Lärmminderung an der Waiblinger Straße war die Eröffnung der B-14-Ortsumfahrung. Nun sind nur noch zwei Bereiche verblieben, in denen bei den Anwohnern Krach ankommt, der über den deutschen Grenzwerten liegt (tagsüber 65 Dezibel und nachts 55 Dezibel). Es ist ein Gebäude an der Max-Eyth-Straße hinter Lidl und fünf Gebäude gegenüber von Lidl an der Waiblinger Straße. Des Weiteren sind fünf Gebäude an der Ringstraße auf Höhe der Einmündung Bachstraße über Gebühr belastet sowie sieben vor und hinter dem Kronenplatz, ebenfalls an der Ringstraße. Die genaue Karte  kann man während der öffentlichen Auslegung des Lärmaktionsplans im Rathaus oder im Internet auf www.winnenden.de ab Montag, 17. Juli, vier Wochen lang anschauen und dazu Stellung nehmen.

Konkrete Vorschläge fließen in die Umbauplanung ein

Was kann man nun tun? Die Hausbesitzer der betroffenen Gebäude könnten zum Beispiel mit Schallschutzfenstern nachrüsten, die Planer nennen das passive Lärmminderung. Sitzt man auf Balkon oder Terrasse und hat keine Schallschutzwand, ist der Lärm schließlich wieder so laut wie vorher.

Die Stadt könnte das Verkehrsaufkommen weiter reduzieren

Aktive Lärmschutzmaßnamen obliegen der Stadt Winnenden: Sie könnte das Verkehrsaufkommen weiter reduzieren – und hat dazu bereits ans Ingenieurbüro Karajan in Stuttgart einen Planungsauftrag vergeben. Die Waiblinger- und Ringstraße werden in absehbarer Zeit umgebaut (mit Fördermitteln des Landes) und bieten danach mehr Platz und Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radler und weniger für Autos und Lastwagen. Auch können Bäume und generell neue Platzgestaltungen an Holzmarkt und Kronenplatz die Straße optisch aufwerten.

"Flüsterasphalt" verringert den Lärm um fünf bis acht Dezibel

Für den neuen Straßenbelag könnte „Flüsterasphalt“ verwendet werden, der den Lärm laut Ingenieurbüro Brenner Bernard um fünf bis acht Dezibel verringern kann. Über eine Geschwindigkeitsverringerung kann man ebenfalls nachdenken. Das Aalener Ingenieurbüro schlägt vor, auf jeden Fall die Einhaltung der Geschwindigkeit zu überwachen. Momentan sei die durchschnittliche Geschwindigkeit im betroffensten Bereich beim Lidl nachts 58 km/h und tagsüber 55 km/h. Die Ingenieure schlagen vor, auf Höhe von Lidl und gegenüber vom neuen Gerberviertel zu blitzen.

Weitere Ideen sind:

- Schwerlastverkehr raus – Tonnage begrenzen

- Hol- und Bringdienste von Mama und Papa vermeiden

- Schulwege sicherer machen

- „Hintere Reihe“ vor Lärm schützen

- Baulücken schließen

- Parksuchverkehr reduzieren

- Parkleitsystem einführen


Für den von der EU vorgeschriebenen Lärmaktionsplan hat das Ingenieurbüro acht Straßenabschnitte in der Stadt untersucht, auf denen mehr als 8200 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sind. Die Daten von zwei Verkehrszählungen flossen in die Berechnung ein, und man hat geschaut, wie viele Menschen an den betroffenen Abschnitten leben. Das Fazit: In der ganzen Stadt sind an wenigen Stellen 204 Menschen den ganzen Tag mit mehr als 65 Dezibel beschallt, nachts sind 202 von mehr als 55 Dezibel betroffen.

Ausdrücklich gelobt hat das Ingenieurbüro das Buskonzept seit 2013, das vereinsmäßig organisierte Car-Sharing-Angebot mit mehreren Autos am Bahnhof und das neue Radkonzept, das demnächst sukzessive umgesetzt wird. Sie alle dienen dazu, die Auto-Verkehrsmenge zu reduzieren.