Winnenden

Stadtrat Richard Fischer, Winnenden: „Ukraine-Hilfe ist wichtig für die Welt“

Ukraine Solidarität
Friedensgebet in Winnenden. © Gabriel Habermann

Beim sechsten Winnender Friedensgebet seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat auf dem Marktplatz Stadtrat Richard Fischer als Zweiter Stellvertreter des Oberbürgermeisters gesprochen. Wir geben seine Ansprache in gekürzter Form wieder.

„Gerade sehen wir die schrecklichen Bilder aus den von der russischen Armee geräumten Ortschaften und Städten bei Kiew, die schockieren und uns fassungslos machen. Was muss in den Köpfen der russischen Soldaten passiert sein, dass sie solche Gräueltaten an Zivilisten, an wehrlosen Menschen begehen können?“, fragte Fischer. „Wo bleibt da die vielbeschriebene russische Seele? Ist das immer noch ,Putins Krieg’, mit dem bisher deutlich gemacht werden sollte, dass er allein für die Aggression gegen das Nachbarland Ukraine verantwortlich wäre? Aber nach dem Massaker an Hunderten Ukrainern muss man auch von ,Russlands Krieg’ sprechen. Und daher müssen wir uns deutlich machen, wie wichtig es für die freie Welt ist, dass wir die Männer, Frauen und Kinder in der Ukraine nicht der brutalen Willkür Putins und der Gewalt der russischen Armee überlassen dürfen.“

Tafelläden werden betroffen sein

Trotz alldem „sind wir hier in Deutschland, in Winnenden, weit weg von diesem Überleben und Sterben im Krieg. Wir merken aber auch, dass die Folgen des Kriegs in der Ukraine uns immer näher kommen. Der Einkauf von Lebensmitteln wird teurer und es gibt bereits erste Hamsterkäufe. Bei den Tafelläden könnte das dazu führen, dass dort nicht mehr ausreichend Lebensmittel für diejenigen bereitstehen, die gerade in diesen Zeiten unsere besondere Unterstützung benötigen“, befürchtet Richard Fischer.

Einer existenziellen Gefahr, wie für viele Menschen in Afrika und andere betroffene Gegenden, bestehe zwar nicht, wenn die Weizenlieferungen aus der Ukraine und aus Russland in diesem Jahr ausbleiben sollten. „Dann droht dort eine Hungersnot von größtem Ausmaß. Und ehrlicherweise müssen wir auch sagen, dass es diese Hungersnot bereits jetzt in vielen Ländern gibt, zum Beispiel im vom Krieg befindlichen Jemen.“

99 Erwachsene und 36 Kinder

„Wir dürfen nicht zulassen, dass in unseren Köpfen und Herzen das Leiden und Sterben in der Ukraine eine Nebenrolle einnehmen wird. Jeder kann seinen Beitrag leisten, finanziell an die Hilfsorganisationen oder materiell an die Stellen, die Hilfsgüter annehmen.“ Schulen, Kirchen, andere Organisationen, Privatleute und das städtische Amt für Integration bemühen sich um die Menschen, von den 135 Personen, die hier angekommen sind, sind bereits 115 registriert, damit kann auch ihre Betreuung eingeleitet werden, insgesamt sind dabei 36 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, für die der Besuch eines Kindergartens oder eine Teilnahme am Schulunterricht zu organisieren ist.

Bisher wohnen alle bei Privatleuten

Fischer richtete den Dank der Stadt aus, dass 115 Hilfsangebote eingegangen sind und dass sich 23 Personen gemeldet haben, die in der ukrainischen oder russischen Sprache als Dolmetscher sich zur Verfügung gestellt haben. Bisher seien alle in Winnenden angekommenen Flüchtlinge privat untergebracht worden. „Damit das weiter so bleiben kann und wir nicht eine Turnhalle als Unterkunft einrichten müssen, sind wir weiterhin auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger hier in Winnenden angewiesen. Bitte melden Sie sich dazu unter der Mail-Adresse helfen@winnenden.de und man wird dann mit Ihnen in Kontakt treten“, appellierte und dankte Fischer.

Beim sechsten Winnender Friedensgebet seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat auf dem Marktplatz Stadtrat Richard Fischer als Zweiter Stellvertreter des Oberbürgermeisters gesprochen. Wir geben seine Ansprache in gekürzter Form wieder.

„Gerade sehen wir die schrecklichen Bilder aus den von der russischen Armee geräumten Ortschaften und Städten bei Kiew, die schockieren und uns fassungslos machen. Was muss in den Köpfen der russischen Soldaten passiert sein, dass sie solche Gräueltaten an

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