Winnenden

Stadtwerke Winnenden: Strom und Gas werden teurer

Falschgeld
Geldscheine (Symbolfoto). © ALEXANDRA PALMIZI

Die Strom- und Gaspreise der Stadtwerke Winnenden erhöhen sich zum 1. Januar 2022, sollen aber unter den Preisspitzen der Großhandelsmärkte bleiben. Das berichten die Stadtwerke Winnenden in einer Pressemitteilung.

Energie ist in den vergangenen Wochen und Monaten erheblich teurer geworden. An den Großhandelsmärkten sei der Preis für Strom, Gas und andere Energieprodukte binnen eines Jahres um das Vier- bis Fünffache angestiegen. „Wie in der Vergangenheit haben wir unseren Strom- und Gaseinkauf auch für die im kommenden Jahr zu liefernden Energiemengen über einen langen Zeitraum verteilt, also in viele einzelne Teilmengen und über mehrere Jahre“, erläutert Stefan Schwarz, Geschäftsführer der Stadtwerke Winnenden, in der Pressemitteilung.

Bisher waren die Preise konstant

Aufgrund dieser Beschaffungsart habe man in den vergangenen Jahren den Endkunden weitgehend konstante Preise für Strom und Gas anbieten können. Im Mittel sind die Preisausschläge bei Strom selten über einen Cent hinausgegangen, bei Erdgas sogar darunter.

„Exorbitant gestiegene Einkaufspreise“

„Aufgrund der in der jüngeren Vergangenheit exorbitant gestiegenen Einkaufspreise werden wir diesen Korridor für 2022 allerdings verlassen müssen“, so Stefan Schwarz weiter.

Im Schnitt werden die Stromprodukte um etwas mehr als 2 Cent und die Gasprodukte um knapp 3 Cent je Kilowattstunde teurer. „Es ist erfreulich, dass wir durch unsere vorausschauende und risikominimierte Einkaufsstrategie den Stromarbeitspreis in unserem stärksten Kundensegment - den Haushaltskunden - unter 30 ct/kWh (brutto) halten können“, so Stefan Schwarz weiter, „und die jährlichen Mehrkosten für den Strombezug eines durchschnittlichen Haushalts mit 3000 kWh Strombedarf unter 100 Euro betragen.“

Gute Preise für Strom und Gas seien kein Vorranggebiet der großen Energieversorger. Schlank aufgestellte, effizient arbeitende Stadtwerke hätten bessere Kostenstrukturen und können somit auch sehr preisgünstige Angebote machen.

Stand Oktober 2021 werden fast 5000 Kunden von den Stadtwerken Winnenden mit Strom und Gas versorgt.

Mehrere Hundert Euro zusätzlich durch „Heizenergieaufwand“

Beim Strom seien neben den Beschaffungspreisen auch die Netzentgelte sowie weitere Preisbestandteile des Strompreises wie die KWK-, Offshore- und §-19-Umlage erneut gestiegen. Erfreuliche Ausnahme stelle die EEG-Umlage dar, welche in 2022 von 6,50 auf 3,723 ct/kWh sinkt und damit neben der langfristigen Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Winnenden zusätzlich den Preisanstieg abmildert.

Im Gasbereich seien Preissteigerungen am Beschaffungsmarkt größer als beim Strom. Es gibt kein Korrektiv wie die gesunkene EEG-Umlage beim Strommarkt. Neben den gestiegenen Beschaffungskosten steigen sowohl die Netznutzungsentgelte als auch die Kosten für den nationalen CO2-Preis. Entsprechend der Verankerung im Brennstoffemissionshandelsgesetz wird sich dieser von 25 auf 30 Euro je Tonne erhöhen. Es steigen somit alle drei Preisbestandteile in der Gaswirtschaft; Beschaffungskosten, Netzentgelte und staatliche Steuern und Umlagen. „Am Ende führt dies zu einem Anstieg des Gasarbeitspreises von 2,4 bis 2,8 ct/kWh (brutto), je nach Jahresverbrauchsmenge und wird dazu führen, dass unsere Kunden beim Heizenergieaufwand mit mehreren Hundert Euro pro Jahr zusätzlich belastet werden“, bedauert Stefan Schwarz, „obwohl wir durch unsere bewährte Beschaffungsstrategie einen guten Teil des exorbitant gestiegenen Einkaufspreises für Erdgas abfedern konnten.“