Winnenden

Stellungnahme der Rems-Murr-Kliniken

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Winnenden.
Peter Höschele, Allgemeinarzt, Kreisrat und Aufsichtsratsmitglied der Rems-Murr-Kliniken, nimmt Stellung zum Leitartikel unseres Chefredakteurs Frank Nipkau zur Notaufnahme in Winnenden. Wir geben hier seien Stellungnahme gekürzt wieder:

Die Verbesserung der Organisationsabläufe in der Notaufnahme sei „schon lange Thema im Gremium“ des Aufsichtsrates, so Höschele, wo „eben die von Ihnen aufgeführten Vorschläge bereits ausführlich diskutiert wurden. Auch wir haben im Gremium die Kommunikation des Personals mit den Patienten und deren Angehörigen als Problem gesehen, das strukturiert angegangen werden muss. Unsere Überlegungen haben unter anderem zum Umbau der Räumlichkeiten und der Schaffung einer interdisziplinären Notfallambulanz mit neu geschaffener Chefarztstelle geführt. Abgesehen davon kann jede Klinikambulanz ein Lied davon singen, wie schwierig das Problem nicht indizierter Inanspruchnahme der Klinikambulanz in den Griff zu bekommen ist. Viele Menschen denken, die Ambulanz ist eh immer offen, nachts und am Wochenende, und dann geh ich halt mal schnell ohne Terminvereinbarung dorthin. Meist haben diese Personen Beschwerden, die normal beim Hausarzt behandelt werden könnten und auch dort behandelt werden müssten. Als praktizierender Hausarzt weiß ich, dass in der Klinik dann bei harmlosen Beschwerden übertriebene Maximaldiagnostik gemacht wird (oder gemacht werden muss). Dies kostet viel Zeit, Ressourcen und Geld. Eine andere Gruppe von Patienten geht in die Klinikambulanz, weil sie ihre Beschwerden nach eigener Definition als Notfall erleben. Dies sind häufig eher harmlose Beeinträchtigung wie beispielsweise Rückenschmerzen oder Fieber. Dafür ist aber bei Nichterreichbarkeit des Hausarztes der hausärztliche Notdienst zuständig.“ (. . .) „Ihr Hausarzt hätte im Vorfeld besser abklären können, ob es sich bei Ihnen wirklich um einen nicht aufschiebbaren Notfall gehandelt hat, und Sie dann aber auch konsequenterweise mit dem Krankenwagen stationär einzuweisen. Bei dem von Ihnen geschilderten Fall bleibt die Frage offen, ob Sie nicht tatsächlich eher zu einem niedergelassenen Gastroenterologen hätten gehen sollen. Auch damit wäre zur Verbesserung der Klinikambulanz ein Beitrag geleistet worden.“

Die Rems-Murr-Kliniken haben an diesem Dienstag zum Pressegespräch eingeladen (mehr dazu in der Mittwochsausgabe). Mit einer „kürzlich abgeschlossenen Umbaumaßnahmen“ sei die Interdisziplinäre Notaufnahme in Winnenden „nicht nur organisatorisch, sondern auch strukturell neu aufgestellt“, hieß es vorab. Zusätzlich werde ab Februar 2017 die Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte in Winnenden direkt am Klinikum angesiedelt. „Im gesamten Landkreis bieten die niedergelassenen Ärzte den ärztlichen Notfalldienst damit in unmittelbarer Zusammenarbeit mit den Rems-Murr-Kliniken an.“