Winnenden

Straßen, Grundstücke, Finanzvermögen: So viel Geld ist Winnenden wert

Rathaus Winnenden
Die Stadtverwaltung war schwer mit der Pflichtaufgabe beschäftigt, das Vermögen von Winnenden zusammenzutragen. © Gabriel Habermann

Den wahren Wert einer Stadt machen nicht ihre Besitztümer, Grundstücke und Straßen, ihre Gebäude, Fahrzeuge und das Geld auf dem Konto aus, sondern die Menschen, die darin leben, die Kultur, die Geschichte ... Interessant ist es trotzdem, Winnenden in nackten Zahlen erfasst zu wissen. Alles zusammengerechnet, was der Stadt gehört, sind die Verwaltung und eine dafür engagierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft jetzt auf den Wert von exakt 257 416 495,63 Euro gekommen – Stand: 1. Januar 2018.

Die bebauten Grundstücke sind rund 93 Millionen Euro wert

Der Hintergrund: Damals ist der städtische Haushalt in Winnenden auf das neue kommunale Haushaltsrecht umgestellt worden. Die Doppik, also die doppelte Buchführung in Kontenform, hat (wie nach und nach in allen Kommunen) die Kameralistik abgelöst. Das hat in den Städten und Gemeinden enorme Kosten verursacht – nicht zuletzt wegen der für das neue Haushaltsrecht zwingend notwendigen Eröffnungsbilanz, einer Art Inventur, die in den Rathäusern erstellt werden musste. 

In dieser Eröffnungsbilanz (hier einzusehen) sind das gesamte kommunale Vermögen und die Schulden dargestellt. Alles wurde erfasst, von den unbebauten Grundstücken im Besitz der Stadt (Gesamtwert: 9,4 Millionen Euro) bis zu den bebauten (satte 93 Millionen Euro), vom Finanzvermögen (32,1 Millionen Euro) bis zum Infrastrukturvermögen, also Straßen, Plätzen, Kläranlagen oder Brücken (insgesamt 115,2 Millionen Euro).

Diesen „Aktiva“ stehen in der Bilanz „Passiva“ in selber Höhe gegenüber: Eigenkapital in Höhe von 196 Millionen Euro, Rückstellungen oder Verbindlichkeiten.

Ein Riesenaufwand für die Stadtverwaltung - über Jahre

Das Vermögen wie die Schulden müssen im neuen kommunalen Haushaltsrecht in einer Übersicht mit dem Stand zum Beginn und zum Ende eines Haushaltsjahrs dargestellt werden – der Ausgangswert ist jetzt ermittelt. „Die Eröffnungsbilanz mit ihren 257 Millionen Euro ist überwiegend durch Eigenkapital finanziert. Die hohe Eigenkapital-Quote von 76,09 Prozent ist eine gute Basis für die Finanzierung zukünftiger Investitionen der Stadt“, sagt die Leiterin der Kämmerei Martina Schrag.

Diese Bilanz zu erstellen, war für die Verwaltung ein Riesenaufwand. Seit 2005 waren einige Mitarbeiter laut Schrag damit beschäftigt, Unterlagen und Dokumente zu sichten, auszuwerten oder zu erstellen. Mehrere Fachämter im Rathaus waren in den Prozess eingebunden.

Die Wirtschaftsprüfer hatten offenbar alle Hände voll zu tun

Am Ende musste sich die Stadt trotzdem externe Unterstützung ins Haus holen und beauftragte 2020 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Becker, Büttner, Held (BBH) mit der Beratung und Begleitung bei der Fertigstellung. Bei deren Honorar musste die Stadt, wie sich Ende 2021 herausgestellt hat, kräftig nachzahlen. Da eine Abrechnung nach Zeitaufwand vereinbart war und sich der Zeitaufwand wesentlich höher darstellte als zunächst gedacht, reichten die bereitgestellten 62.000 Euro nicht aus. Vor Weihnachten hat der Gemeinderat 125.000 Euro bewilligt.

Der Gemeinderat hat die Eröffnungsbilanz und ihre lokale Prüfung jetzt einstimmig abgenickt, ein „Meilenstein“, wie es Dezernent Jürgen Haas im Gremium nannte. Die überörtliche Überprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt soll laut Kämmerin Martina Schrag in den kommenden Monaten stattfinden.

Den wahren Wert einer Stadt machen nicht ihre Besitztümer, Grundstücke und Straßen, ihre Gebäude, Fahrzeuge und das Geld auf dem Konto aus, sondern die Menschen, die darin leben, die Kultur, die Geschichte ... Interessant ist es trotzdem, Winnenden in nackten Zahlen erfasst zu wissen. Alles zusammengerechnet, was der Stadt gehört, sind die Verwaltung und eine dafür engagierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft jetzt auf den Wert von exakt 257 416 495,63 Euro gekommen – Stand: 1. Januar

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